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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-04-07 · N° 14 u. 15. (7.4.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 14 u. 15. (7.4.1880)
Date
1880-04-07
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Beilage zur „Israelitischen Wochenschrift." Nr. VI u. 15. Magdeburg, den 7. April 1880. 11* Jahrgang. Jedenfalls mögen die zahlreichen GesellrgkeitSvereine Wiens auf ihrer Hut fein. Durch die Existenz einer „Antise nilen- Liga" würden sie in ihrem Bestreben, uns das Dasein zu erheitern, eine gewaltige Concurrenz erfahren. Brünn, 23. März. Gestern fand im SitzungS-Saale des Curatoriums der israelitischen Cultusgemeinde die General- Versammlung der Delegirten für die Verwaltung des mähr.- jüd. Landesmaffafonds statt, wobei 41 Cultusgemeinden verirrten waren. Zum Vorsitzenden der Versammlung wurde der Obmann des Curateriums, Herr Julius Ritter vön G o m p e r z mittelst Acclamation gewählt. Als Commiffär erschien in der Versammlung Herr Statthaltereirath vr. Suchanek. Der Rechnungsabschluß pro 1879 und der Bericht des CuratorinmS wurden vorgetragen; der Bericht schließt mit dem An« trage, den Rechnungs-Abschluß zu genehmigen und von dem Ueberschluß zu genehmigen und von dem Ueberschuß per 5530 fl 5 kr. den Betrag per 2500 fl. zu dem Fonds-Capital zuzuschlagen und die restlichen 3030 fl. 5 kr. auf neue Rechnung vorzutragen. Rach Anhörung des Berichtes der Revisoren wurde das Absolutorium ertheilt und der obige Antrag genehmigt. Der Voranschlag für 1880 weist, an Einnahmen 45,850 fl. 95 kr., an Ausgaben 44,797 fl. 53 kr., daher einen Ueberschuß von 1053 fl. 42 kr. aus. Die wichtigsten Ausgabsposten stnd Gemeinde- Schul'Subventionen 13.260 fl., Gemeinde-Unterstütznngen 10,000 fl. Personal-Unterstützungen und Stipendien 11,600 fl., Landes-Rabbinat 420 fl. und Bildungs- und Humanitäts-Anstalten 2500 fl. Das Präliminare wurde mit der Bemerkung genehmigt, daß das Curatorium den Ueberschuß thunichst auch für die Rubrik „Gemeinde Unterstützungen" verwenden möge. Nach einer Mittheilung des Vorsitzenden ist das Musterstatut für jüdische CultuS-Gemeinden bisher noch nicht genehmigt, und wird die Negierung um baldige Genehmigung desselben angesucht werden. WeiterS wurde auch beschlossen, daß sich eine Deputation zu Sr. Exeellenz dem Herrn Statthalter begebe, um demselben die ehrerbietigsten Glückwünsche anläßlich der Verlobung Sr. k. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen darzubringen. Der Vorsitzende warf schließlich einen Rückblück auf die erste zehnjährige Thätigkeit der autonomen Verwaltung des Lanvesmafsa-Fonds und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg. Nach Zeitungsberichten hat die Militär- Commisiion dem § 3 der Vorlage über die Einziehung der Ersatz-Reserve erster Klasse eine Fassung gegeben, nach welcher die auf Grund der Ordination oder der Priesterweihe dem geistlichen Stande angehörigen von der Uebungspflicht befreit werden. Consequent sind hierbei nur evangelische und katholische Geistliche genannt. Wäre es nicht angebracht, wenn die Seminarien und Hochschulen, welche Rabbiner ausbilden, — wir richten diese Aufforderung natürlich zunächst an die Adresse des Breslauer Seminars, — aus diesem Anlasse sich mit einer Petition an den Reichstag wendeten, derselbe wolle in diesem Gesetze, wie für die Ableistung der Militärpflicht überhaupt, die Gleichstellung der Rabbiner mit den Geistlichen der andern Confeffionen beschließen. Neben den sachlichen Motiven kann ja auf die staatliche Anstellung der Rabbiner in Baiern, Baden, Wüttemberg, Elsaß-Lothringen und (freilich verkümmert) in Hannover und Heffen-Naffau hingewiesen werden, wie auf die einschlägige Oesterreichische Gesetzgebung. Freilich wäre Eile geboten! Wbg. Magdeburg. Gelegentlich einer Besprechung über die früheren Lebensum stände seines Onkels, des jüngsthin ermordeten Pastors I. W. Langhelo zu Braunschweig. in der „Magd. Zeilg." vom 25. v. Mts., streut Herr Dr. Bruno Langheld aus Berlin die nachstehende Notiz ein, die auch für die Leser dieses Bl. nicht ohne Interesse sein dürfte: „Ich komme auf die Kinderjahre des Ermordeten zurück. Seinem Vater blieben von den kärglichen Einkünften seiner ersten Pfarrstelle irgend welche Geldmittel für die Ausbildung seiner drei Söhne nicht verfügbar. Um die Ausbildung der Knaben wäre es übel bestellt gewesen, wenn sich nicht edle Gönner ihrer angenommen hätten. Dem ältesten Sohne — meinem vor zwei Jahren verstorbenen Vater — gewährte die Jacobsohn-Schule zu Seesen ausnahmsweise eine Zuflucht und Freistelle. Und er — der Sohn eine- Pfarrers und später selbst evangelischer Prediger — wurde in diesem jüdischen Institute mit einem solchen Wohlwollen behandelt, daß er noch in seinem spätesten Alter mehrfach erklärte, die in der Jakobsohn-Schule verlebten Jahre seien die glücklichste Periode seiner Kindheit gewesen." Solche Zeugnifle thun doppelt wohl in einer Zeit, wo die Stöcker, Marr, Treitschke rc. jüdische Geschichte schreiben. Ob es nicht doch dem Einen oder Anderen die Schamröthe ins Gesicht treibt? OelS. Hier fand die Crsmieux-Gedächtnißfeier am Vorabende des Purimfestes im Anschluß an den letzten VerS der Megilla statt, ganz nach der in dies. Bl. gegebenen Anregung. — Am 13. v. M. veranstaltete unser Rabbiner Hr. vr. Cohn eine öffentliche Prüfung der unter seiner Leitung stehenden Religionsschule (44 Knaben und 33 Mädchen), die sich allgemeinen Beifalls erfreute. DaS Programm des hies. Gymnasiums enthält auch die Pensa des jüd. Religionsunterrichts. Leipzig. Dem Deutsch-Jsr. Gemeindi-bunde sind jüngst folgende fünf Gemeinden beigetreten: Bernstadt i. Schl., Bayreuth, Dettensen, Einbeck und Wesel. — Zu Delegirten wurden ernannt: Herren Rabbiner Dr. Lewi n-Coblenz, vr. Vogelstei n-Stettin und vr. G o l d s ch m i d t-Colberg. — Das 7. sehr reichhaltige Heft der „Mittheilungen" mit einer 4 Bogen starken „Beilage" ist dieser Tage erschienen; es enthält u. A. sehr schätzbares Material über den jüd. Religionsunterricht u. s. w. Mainz. Die Berufung des Herrn vr. S a l f e l d aus Deffau als Rabbiner unserer altehrwürdigen Gemeinde ist nunmehr zur Perfection gelangt, nachdem Gemeinde wie Regierung die Bedingung des Hrn. S. statt der erst beabsichtigten provisorischen Anstellung sofort ein Desinitioum eintreten zu laffen acceptirt habe. — Herr vr. Salfeld, auf dem hannoverschen Seminar für den Lehrerstand auSgebildet, besuchte nach vorzüglichem Examen und nachdem er einige Jahre, zuletzt an der Auecbachschule in Berlin als Lehrer fungirt und sich als tüchtigen Pädagogen bewährt hatte, die dortige Universität und trieb daneben mit Eifer und Erfolg hebräische «Studien. Seiner religiösen Richtung nach steht er — wie schon früher bemerkt — vollständig auf dem Standpunkt der Breslauer Schule. Mannheim, 31. März. (Or.-Corr.) Endlich ist das hiesige Rabbinat, das seit 3/t Jahren verwaist war, wieder besetzt. Herr vr. Steckelm ach er, ein Schüler des Breslauer Seminars, der an den beiden ersten Feiertagen mit außerordentlichen Erfolg gesprochen hatte, ist heute vom Synagogenrath einstimmig zum Stadtrabbiner erwählt worden. Es ist zu erwarten, daß Herr vr. Steckelmacher das religiöse Leben in unserer Gemeinde wieder heben und kräftigen wird. Stnrkenburg, 10. März. Wie der ultramontane „Starkenb. Bote" meldet, ist in Viernheim der gewiß seltene

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