Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-03-24 · N° 13. (24.3.1880) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 13. (24.3.1880)
Date
1880-03-24
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/5369809-9583817-9583949--4035-9583958
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 18 Beilage zur „Jsraelitislheu Wochenschrift." Magdeburg, den in Betreff der Aeußerungen, welche der königliche Landrath v. Jagwitz in der Versammlung des Glogauer Kreistages vom 30. Dezember v. I. be» züglich der Agitation für die Kreistagswahlen gethan hat, daß die Abweichungen in den Angaben über den Wortlaut dieser Aeußerungen nicht von der Erheblichkeit sind, um darüber weitere Feststellungen eintreten zu lassen. Ich habe dem Landrath v. Jagwitz wegen der erwähnten Aeußerungen meine ernste Mißbilligung zu erkennen gegeben. Der Minister des Innern: Graf zu Eulenburg. Die junkerstolze Selbstüberhebung ist somit vom Minister des Innern sofort in die geziemenden Schränket! gewiesen worden und die Veröffentlichung der „ernsten Mißbilligung" des Landraths durch seinen höchsten Vorgesetzten ist wohl als eine Blosstellung anzusehen, welche das geringe Gewicht beweist, daß der Minister auf die ferneren Dienste eineso gearteten Landraths legt. Berlin. Den vielen Freunden und Verehrern des jüngst verstorbenen Obercantors Hrn. A. I. Lichtenstein dürfte die Mittheilung willkommen sein, daß deffen wohlgetroffenes Portrait in Paul Geißler'S Kunstwerkstatt Hierselbst (Wörtherstr. 5) erschienen und zum billigen Preise von 1,50 M. durch jede Buchhandlung, wie auch direct gegen Nachnahme zu beziehen ist. Würzburg, 18. März. (Or.-Corr.) Herr Landrabbiner vr. Krön er auS Eisenach ist für den nächsten Sabbath — 'tP — zur Probepredigtnach hier eingeladen und wird — wie wir hören — dieser ehrenvollen Einladung auch Folge geben. Altona. Dem Vernehmen nach ist in Folge eines von der Negierung in Schleswig beim hiesigen Magistrat eingegangenen Rescripts der Fortbestand der israelitischen Gemeindeschule in wesentlicher Uebereinstimmung mit den Vorschlägen, welche bezüglich einer Reorganisirung der Schule abseiten des StadtschuldirectorS gemacht wurden, genehmigt worden. Triest. Bei der Trauerfeier um Cr6mieux wurden an dem Eingang zur Synagoge eine Kinnah und ein italienisches Sonnet vertheilt. — Signor Levi übersetzt „Daniel Deronda" ins Italienische. In Rumänien wird mit Erfolg dahingewirkt, der isr. „Alliance" in Wien Anhänger und Mitglieder zu verschaffen. Auch wir glauben, daß für die Zukunft der Juden Rumäniens gerade der Anschluß an diesen Verband die segensreichsten Folgen haben wird. In Galatz erschien eine Broschüre, 3 Kinnoth enthaltend, welche zu Cromieux' Andenken die Herren Kahane, Meisels und Pineles gedichtet haben. (Jwri.) Rustschuk. Der Fürst von Bulgarien bat hier eine be° deutende Geldspende (auf seiner Reise nach Rußland) hinterlaffen, welche an die Schulen für die armen Schüler vertheilt worden ist. Auch die isr. Schule hat pro rata ihren Theil erhalten. Die^ Unsicherheit und die Verwegenheit der Räuber nimmt immer mehr zu. Natürlich werden die Juden nicht von ihnen verschont. (Hamag.) Paris. In dem Concurse für Gemälde, welchen die Stadt Paris behufs Ausschmückung einiger städtischen Geoäude veranstaltet hatte, erhielt Herr Emil Lewy einen Preis, Herr Alexander Hirsch eine ehrenvolle Erwähnung. I London. Baron Ferdinand v. Rothschild hat eine Reise nach dem Morgenlande angetreten, die vier Monate dauern soll. Er gedenkt Aegypten und Palästina zu besuchen. Aus London berichtet die „Köln. Ztg." daß nicht weniger als 11 Juden diesmal als Bewerber um Unterhaussitze auftreten, und daß, obwohl sich unter ihnen bloß 3 Conservative, dagegen 7 Liberale und sogar 1 Homeruler befinden, im Lande bisher nicht die geringste Besorgniß aufgetaucht ist, 24. März 1880.!!♦ Jahrgang. oaß das britische Staalsgebäude durch ein wachsendes Uebergewicht der Semiten irgendwie in seinen Grundfesten bedroht ist. Constantinopel. Ein Ball (pars und masqu6) zu Gun» fien der isr. Schulen von Galata unter der Patronage von Madame Fournier, der Frau des franz. Gesandten, hat einen glänzenden Verlauf und Erfolg gehabt. (Arch. isr.) Tunis. Hier zeigte sich die Trauer um Crsmleux in hervorragender Weise. Vom 11. Februar Mittag an, wo die Trauerkunde eingetroffen, lasen die Schüler der Allianceschule 3 Tage hindurch Psalmen. Am Tage der Beerdigung betelen etwa 10 Rabbiner für das Seelenheil des großen Tobten. Am 16. fand die vom Bezirkskomits veranstaltete große Gedächtnißseier statt. Nach der Haschkaba und dem Kaddisch kamen Gesänge und Reden. Anwesend waren der französische Gesandte und sein Personal, der Kommandant eines franz. Kriegsschiffes mit seinem Stabe, die Generalconsuln, die Spitzen der protestantischen und griechischen Geistlichkeit, Beamte, Journalisten, Notabeln und fast die ganze israel. Gemeinde. Während der Ceremonie waren die Läden und Cafss geschlossen, Algier. Der Director der hiesigen jüd. Gemeindeschule, Herr Falk, hat die goldene Medaille (Legat Goddet) erhalten, von welcher in ganz Frankreich nur 20 vertheilt werden. Der Decorirte ist 32 Jahre Lehrer, davon 28 in Algier, wo er seit 1870, da Elsaß keine jüd. Lehrer mehr liefert, auch Lehrer heranbildet. sArch. isrJ In Herat (Persien) leiden die Juden durch den Krieg mit England. Es ist von dem neuen Khan eine Contribution im Betrage von 25000 Frcs. eingefordert worden, zu deren Bezahlung sie ihre Häuser verkaufen müffen. Rußland. Grätz' „Geschichte der Juden" wird in P etersburg in's Russische übersetzt; vr. Harkavy hat die Redaktion des Ganzen übernommen. Wahrscheinlich wird er auch einen Supplementband, „Die Juden in Rußland", hinzufügen. (Hazephira) Jerusalem. Das Begräbniß des am 21. Januar verstorbenen Chacham Baschi, R. Abraham Aschkenas i war ein sehr feierliches. Eine Ehrenwache des Pascha, die Caroffen und Dragomanen der Consuln gaben ihm das Geleite. Voran gingen die jüd. Schüler Jerusalems mit Wachskerzen und Gesänge intonirend; die Bahre wurde, als Zeichen der Ehre, niedrig getragen, auf ihr der Leichnam in seinen Todtenkleidern und dem Talith. 3000 bis 4000 Personen begleiteten den Züg. — In seinem Reisebericht streitet Jacob Obermeyer (Hamag. Nr. fi) gegen die Ansicht, daß Ursa das Ur Kasdim sei, da Haran */a Tagereise südlich davon liegt. Es ist das alte Edessa. Kula, welches Nachmanides mit Ur indentificirt, liegt im Gebirge Sandag-ar, 6 Tagereisen von Haran und 3 Tagereisen ron Mofful. Jerusalem. Aus der ganzen Gemeinde der „Aschkenasim" lernen nur 3 Kinder je 1 Stunde täglich Arabisch, von dem „Sefardim" etwa 30. So hat der Bann gewirkt, den die 275 (Pljn) dagegen geschleudert haben. (Habaz) Feuilletons) Cr^mieux' Geburt. Crsmieux' Vater war zu Nimes in Südfrankreich als Kaufmann ansässig und genoß in Folge seiner Tüchtigkeit und *) Im nächsten Quartal bringen wir zwei sehr interessante historische Erzählungen zum Abdruck, die eine größere aus der Entstehungszeit des Chassidismus, die andere aus der spanischen Verfolgungszeit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.