Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 11 (1880)
- Issue
- N° 13. (24.3.1880)
- Date
- 1880-03-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 13. 1880. W Israelitische Wochen-Zchrift für die religiösen «nd socialen Interessen des Iudenthums. Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden „AüdischenLiteratnrblatl" bei allen Post ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich S Mark. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich 8 st.; nach dem Aus lande: 16 Mk. («oFrcS. 8 Rub. 4 Dollars) jährlich. Einzelnummern der »Wochenschrift" i *5 Pf., des „LiteraturblattS" i 15 Pf. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. W. Ftahmer in Magdeburg.! Magdeburg, 24* März. Inserate für die „Wochenschrif t“, wie für daS „I üdischeLiteraturblatt". di« dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pf., sind durch fämmtliche Annoncen-Expeditionen oder direct an die Expedition der Israelitischen Wochenschrift in Magdeburg einzusenden. — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilagen, >600 Stück, werden mit ir Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Eine Mahnung zur rechten Zeit. — Die Debatte über die Theilung des jüd. Schulfonds im Ungar. Abgeordnetenhause. Berichte und Correspondenze« rDeutschland: Magdeburg. Bonn. Thorn. Aus Pommern. Stettin. Glogau. Solingen. Birnbaum. Oesterreich-Ungarn: Pest. Krakau. Frankreich: Paris. Paris. Paris. Holland: Amsterdam. England: London vermischte nnd neueste Nachrichten: Magdeburg. Berlin. Würzburg. Altona. Triest. Rumänien. Galatz. Rustschuk. Paris. London. London. Constantinopel. Tunis. Algier. Herat. Rußland. Jerusalem. Jerusalem. Feuilleton: Cr6mieux' Geburt. — Das Mitternachtslied. . Inserate. Mit di efer Rr. schließt das erste Quartal dieses Jahrganges. Wir erinnern unsere geehrten Abonnenten, ihr Abonnement mit 3 mark, beim Postamt schleunigst erneuern zu wollen, damit die Zusendung keine Unterbrechung erleide. Bei Bestellungen nach dem 1. April berechnet die Postanstalt Iv Pf. Aufschlag. Die Expedition. Wochen- Marz 1880. Nissan 5640. Kalender. Mittwoch . . . 24 12 Donnerstag . . 25 13 Freitag .... 26 14 Erew Pessach. Sonnabend . . 27 15 Peiiaeh (7 U. 4 M.) 1. Tag. Sonntag.... 28 16 »» 2. Tag. Montag .... 29 17 » 3. * Dienstag . . . 30 18 4- « ... 31 19 »> 5. » Donnerstag . . Apr. 1 20 6. „ Freitag .... 2 21 7. , Sonnabend . . 3 22 (7 U. 15 M.) 8. „ Sonntag.... 4 23 Montag .... * 5 24 Dienstag . . - 6 | 25 DeS Peffach-Festes wegen erscheint nächste Woche keine Nr., dafür am 7. April eine Doppelnummer. Eine Mahnung zur rechten Zeit. Der Ausschuß des Deutsch-Jsr. Gemeindebundes hat — wie bereits in vor. Nr. angedeutet — in einem Circular an die Vorstände und Deligirten auf einen Uebelstand aufmerksam gemacht, an dessen Beseitigung Hand zu legen Aufgabe und Pflicht aller derer ist, denen die Hebung der socialen Stellung der Juden am Herzen liegt. Es ist der mehrerwähnte Uebelstand, daß unsere unbemittelten Glaubensgenossen ihre Söhne lieber dem Handel, als dem Gewerbstande zuführen. „Insbesondere, führt das betr.. Circular aus, ist es in manchen Gegenden auf dem Lande gebräuchlich, die jungen Leute, sobald sie die Schule verlassen haben, zu „Handelsleuten" zu erziehen, — wenn überhaupt da von einer Erziehung noch die Rede sein kann. Nicht selten giebt die Handlungsweise dieser Leute den Vorurtheilen gegen das Judenthum Nahrung, wenn dieselben unter dem weiten Deckmantel des Handels unehrenhafte Geschäfte treiben. Solche Mißstände waren in früherer Zeit erklärlich, heute aber, wo uns alle bürgerlichen Erwerbszweige offen stehen, jst eS eine Ehrenpflicht für uns, das bestehende Vorurtheil, als ob die Neigung zum Handel eine Eigent hü mlichkeit unseres Stammes sei, so viel als möglich dadurch zu bekämpfen, daß wir namentlich unbemittelte Eltern u. s. w. veranlaffen, ihre Söhne resp. Mündel dem Handwerkerstand zuzuführen Es scheint jetzt auch im wohlverstandenen Interesse derselben zu liegen, seitdem die neue Gesetzgebung den Hausirhandel und den Erwerb durch Mander läger fast lahm gelegt, oder doch sehr erschwert hat. Außerdem nimmt jetzt der Handwerkerstand eine ehren^ vollere gesellschaftliche Stellung ein; denn gefördert von den Sympathieen des Volkes, von dem regen, lebendigen Streben deutschen Geistes, wirkt jetzt unser Handwerkerstand mit aller Energie dahin, das Kleingewerbe zu heben, dem Handwerker eine bessere Berufsvorbildüng zu geben, ihm künstlerischen Geschmack einzuflößen und ihn so aus den engen Schranken der Alltäglichkeit auf höhere Gesichtspunkte hinzuleiten. So empfängt „des Handwerks goldener Boden" neue Kräftigung und trägt eine sichere, wenn auch manchmal bescheidene Existenz, während der Handel zwar dem Streben nach Reichthum günstigere Aussichten bietet, in sehr vielen Fällen aber, wenn es an der genügenden Berufsvorbildung oder an ausreichendem Betriebskapital fehlt, auch zu gewagten, unsicheren und selbst unehrenhaften Geschäften zu verleiten droht.