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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-03-10 · N° 11. (10.3.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 11. (10.3.1880)
Date
1880-03-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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m uh pi Israelitische wwm** ochen-Schrist für die religiösen und socialen Interessen des Iudenthnms. . Erscheint jeden Mittwoch kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden »Jüdischen Literaturblatt" bei allen P o st ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 3 Mark. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich , st.; nach dem Ausland«: 16 Mk. (20 FrcS. 8 Rub. < Dollar«) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" » »5 Pf., de» „Literaturblatts" k 15 Pf. Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber Rabbiner Dr. M. Wahmer in Magdeburg. Magdeburg, 10. Marz. Inserate für die „W o ch e n s ch r i f t", die breigespaltene Petitzeile oder deren Raum 85 Pf., (für da» „Literaturblatt" » 20 Pf.,) sind durch sämmtliche Annoncen-Expeditionen oder direct an die Expedition der Israelitischen Wochenschrift in Magdeburg einzusenden. — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilagen, % ( 0 0 Stück, werden mit 1» Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel r Stöcker und Littr6. — Antwort des Central- Comit6's auf unfern Vorschlag in Nr. 8. Berichte und Eorrespondenzenr Deutschland: Magdeburg- Aus dem Elsaß. Posen. Breslau. Schmieheim. Oesterreich: Wien. Aus Mähren. Proßnitz. Frankreich: Paris. Palästina: Jerusalem. vermischte und neueste Nachrichten r Magdeburg. Berlin. Gotha. Buttenhausen. Brandenburg. Ems. Brünn. Mielitz. Paris. Venedig. Algier. Rumänien. Konstantinopel. Jerusalem. Ueuilletou r Rabbi und Vagabond, oder: Schuld und Sühne. Inserate. Wochen- Narr 1880. Adar 5640. Kalender. Mittwoch . . . 10 27 Donnerstag . . 11 28 Freitag .... 12 29 Sonnabend . . 13 1 Nissan (6 U. 88 St.) Sonntag.... 14 2 P. Hachodesch u. Montag .... 15 3 Dienstag . . . 16 4 Stöcker und Littrv . „Ich habe auch nicht allein von der Rasse der Juden gesprochen, wenn ich auch weiß, daß alle Jahrtausend einmal über die Bühne der Weltgeschichte der Kampf zwischen Semiten und Ariern geht, zwischen den Puniern und Römern zuerst, zwischen dem Islam und der Christenheit zum zweiten Male, meine Herren, jedes Mal in diesen welthistorischen Kämpfen sind die Semiten die Angreifer gewesen und nach schwerem Ringen ist es den Jndogermanen immer gelungen, sie zurückzuweisen. Heute stehen wir in einer neuen Phase dieses welthistorischen Kampfes, das Schlachtfeld ist ein anderes, die Heerschaaren auch, heute ist es das moderne Judenthum, welches unter uns lebt, das in der That einen Kampf gegen unsere moderne Kultur führt." So sprach in seiner berüchtigten Rede am 11. Februar in der Abendsitzung des preußischen Abgeordnetenhauses der Hofprediger Stöcker. Und Hänel erwidert ihm: „^Stöcker^j hält dafür, daß die Bewegung, deren Urheber er ist, für die er verantwortlich ist, — er hält dafür, daß diese Bewegung innerhalb einer großen historischen Entwickelung liege. Und wie begründet er das? Er sagt, die Weltgeschichte lehre uns, daß immer, ich weiß nicht, von 500 zu 500 oder von 1000 zu 1000 Jahren die Semiten in einem starken Kriege sich befinden gegenüber den Ariern. Meine Herren, er exemplificirt dabei auf die Römer und auf die Punier, ich glaube auch auf die Türkenkriege, die seit dem 15. oder 16. Jahrhundert in Europa hin und wieder gewüthet haben. Ja, um Gotteswillen, wo ist da ein Verständniß hierfür? Will er die Juden, die in unserer Mitte leben, die in unserem Lande geboren sind, will er die in eine historische Reihe setzen mit dschingiskanischen Horden oder mit den Türken Osmans oder mit den Puniern in Karthago? Meiste Herren, das ist ja nicht mehr faßbar." Die Herren haben sich diesmal wirklich nicht verstanden. Denn oaß Stöcker nicht die Thatsachen meinen konnte, die Prof. Hänel zur Erzeugung großer Heiterkeit herbeibrachte, geht schon aus einer einfachen Rechnung hervor. Von den punischen bis zu den Türkenkriegen sind nämlich nahe an die zweitausend Jahre verflossen, da hätte aber das Gesetz des Hrn. Stöcker gleich bei der ersten Anwendung ein Loch und es hätte ein Jahrtausend gegeben, in dem die Semiten zur Abwechslung einmal in Ruhe geblieben wären. Nein, das kann der Herr Hofprediger nicht gemeint haben. Und Dschingiskan ein Semite! Diese Beleidigung eines so gewaltigen Recken! Nein, für die Türkenkriege lehnen wir die Verantwortung ab, denn wenn der Islam die Nationalität bestimmt, dann sind die Semiten am Ende auch noch in Gefahr, Hrn. Stöcker in die Gesellschaft zu bekommen, da doch auch das Christenthum eine semitische Gründung sein soll. Hr. Hänel hat eben aus dem Stegreif gesprochen. Wer die sibyllinischen Worte des berufenen Predigers im Zusammenhang seiner Rede gedruckt vor sich sieht, auf den machen sie einen Eindruck wie eine heiße Quelle in einem kalten Gemäßer. Man braucht kein großer Kritiker zu sein, um die tönenden Redensarten sofort als etwas Fremdes, Entlehntes herauszufühlen. Woher auf einmal in dürrer Haide die brennende Blume, im Sande Stöcker'fcher Beredtsamkeit der Aufstrahl eines Gedankens, mitten in der kahlen Gewöhnlichkeit der ungewohnte Ton? Wohl gehört keine besondere Wifienschaft dazu, um auf diese Betrachtung zu verfallen, aber Hr. Stöcker hat uns so wenig verwöhnt, daß wir bei der geringsten ungewöhnlichen Wendung nach der Quelle fragen. Und so ganz gewöhnlich kann seine Wendung diesmal denn doch nicht genannt werden, wenn selbst ein Professor der Geschichte nicht gewußt hat, was denn wohl der zweite Zu«

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