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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-02-18 · N° 8. (18.2.1880) · p. Seite 74

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 8. (18.2.1880)
Date
1880-02-18
Page
Seite 74 (sequence 10)
Language
German
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— 7L — der Oberst des Regimentes, der, den wir soeben gesehen, selbst der schwierigen gefährlichen Mission unterzogen, die Lage deS Feindes zu erforschen. Allein, nur in Begleitung seines treuen Hundes, verließ er das Lager und immer höher und höher stieg er die schneeumhüllten Felsen hinan. Nach langer Anstrengung hatte er ein Plateau erreicht, rings ein geschlosien von Felsen und den Blicken deS Feindes verborgen. Und so steht er jetzt einsam um Mitternacht hoch oben in den gewaltigen Regionen des Gebirgsriesen, und unter seinen Füßen ist alles so ruhig, so schweigsam, und kein Laut dringt zu ihm empor. Hell und freundlich nickten ihm die silbernen Sterne am dunklen Rachthimmel zu, und ein Gefühl der Sehnsucht zog durch seine Brust und zauberte Thränen in die Augen des jungen Kriegers. Er, der Tapfersten und Muthigsten einer, der in der letzten Schlacht erst vom Feldherrn zum Obersten ernannt wurde, weinte, denn er gedachte der lieben Heimath. Und wie er so hoch oben in der sternenhellen Nacht dasteht, gedenkt er seiner Eltern, seiner armen Eltern, die ihn wahrscheinlich als todt beweinen und betrauern, in stiller Wehmuth; konnte er ihnen doch bislang aus diesen verkehrlosen Steppen keine Nachricht senden. Und vielleicht war es auch so besser. Wer weiß, ob ihn nicht in einem der nächsten Gefechte der Säbelhieb eines Tscherkeffen für immer verstum» men machte. Auf Polens Schlachtfeld, unter tiefem Schnee vergraben, schwer verwundet, wurde er nur durch den Scharfsinn seines Hundes vom sicheren Tode gerettet, der ihn «m bewußtlosen Zustand bis zu seinem im Vormarsche befindlichen Regimente brachte. Und dann nach wochenlangem Krankenlager erhielt er Ordre mit seinem Regimente nach dem Kaukasus abzugehen, und abermals war ihm die Möglichkeit genommen, seinen Eltern Nachricht zukommen zu lassen. Wie er so sinnend jetzt dasteht, dringt ein dumpfes Geräusch zu ihm empor, und vorsichtig, leise nähert sich der junge Oberst jener Stelle, von der aus er einen freien Ueberblick über das Tscherkeffen-Lager erlangt. Dort unten sieht er den Feind beim röthlichen Lichte der Fackeln sich rüsten, sieht die blanken Waffen und die dunklen Massen der Streiter' „Die Gefahr ist nahe," sagte er, und schleunigst will er jetzt nach dem Lager der Russen zu seinen Soldaten zurückkehren und sie vorbereiten auf den Angriff des Feindes. Doch sich umwendend sieht er kaum zwei Schritte vor sich die riesige Gestalt eines Tscherkeffenkriegers stehen, der dort als Wache aufgestellt ist. Er lehnt sich auf seinen Eisenspeer und schläft. Die Kälte hat ihn übermannt. Lautlos, wie er gekommen, will der junge Oberst an ihm vorbei, doch plötzlich erwacht der Tscherkeffe, und schon haben beide Männer sich eng umschloffen und ringen mit einander. Wüthend war der Hund über den Tscherkeffen gefallen und riß ihm die Kleider und das Fleisch vom Leibe, doch dieser ließ nicht nach und die Kämpfer nähern sich immer mehr und mehr jener Stelle, die jäh nach abwärts führt und sie bemerken nicht mehr die Gefahr, sie sind nur darauf bedacht zu vernichten. Es war schrecklich, dieses Ringen auf der höchsten Spitze des Berges, einsam und verlassen, kein menschlicher Laut schlug an ihr Ohr, und nur das wüthende Knurren des Hundes und das Keuchen der Kämpfenden unterbrach die heilige Stille der Nacht. Plötzlich ertönte ein gellender Schrei und die Kämpfer waren hinabgestürzt in den finsteren, gähnenden Schlund. (Fortsetzung folgt.) Achawfl; Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland. Einnahmen im Monat Januar 1880. ». Mitglieder-Beiträge r Von Herren Btumenthal in Emden, Rabb. Dr. Wolfsohn in Stargard i. P., Rosenwald in Oestrich, Alexander in Heppenheim, Jondorf in Erlangen, Levy in Nürnberg, Münzesheimer in Worms, Welsch in Georgesgemünd, Bonnheim in Zwingenberg, Liepmannsohn in Horn, Gutkind in Zierenberg, Blach in Neichensachsen, Bachmann in Messelhausen, Müller in Frankershausen, Nathan in Worms, Ohnhaus in Wanzen, Rabb. Dr. Rülf in Memel, Leermester in Rommerskirchen, Ascher in Schlochau, Kleemann in Neustadt i. O., Wolfram in Ebelsbach, Nordhaus in Paderborn, Cahn hier, — je 6 Mark, b. Ehrenmitgltederbeiträge r Von Herrn Heß in Ellwangen 6 Mark. c. Eiukaufsgelder. Von Herrn A. Ascher in Schlochau 43 Mark. 2165) «L. Geschenke: Von Herren Schiff hier M. 30, L. Schiff hier M. 20, Jac. Schiff in New-Aork M. 30, L. D. L Cie. M. 13.33, Jul. Heymann in München M. 60, vr.Leoi in Gießen M. 11, S. Neustadt hier M. 30, Dr. Werner in Burgebrach M. 3, Königswerther u. Kaiser hier M. 4, Frau Emilie Löwenick hier M. 7, Gebr. Königswerther hier M. 40, Frau Rothbarth hier M. 20, den Kindern der sel. Frau Sichel M. 100, Frau Ellissen M. 10. e Freiwillige Jahresbeiträge. Von der Israelit. Gemeinde in Friedberg M. 20. f. Zinsen: Mark 633.33. Frankfurt a/M-, 5. Februar 1380. Namens der Verwaltung: Adolf Teblee. Eine Kindergärtnerin wünscht Stellung in einer jüdischen Familie. Dieselbe ist Kind achtbarer Eltern, willig, bescheiden und in allen weiblichen Handarbeiten erfahren. Sie würde also im Stande sein, außer ihren Functionen als Kindergärtnerin, der Hausfrau in manch anderer Beziehung helfend zur Seite zu stehen. (2170 Gest. Offerten: Expedition d. Bl. Eine jüdische Köchin mit guten Zeugnissen wird zum 2. April verlangt von L. Mehring, 2167) Stettin. 31 dev Zustand eine- Leidende» auch besorgnißerregend oder scheinbar hoffnungslos, so wird er aus dem Buche „Praktische Winke für Kranke" neue Hoffnung schöpfen u. volles Vertrauen zu einem Hcilprincip gewinnen, welches sich durch große Einfachheit, ganz besonders aber durch Nachweis b a r e W i r k s a m k e i t auszeichnet. Di« in dem Buche: Praktische Winke für Kr anke abgedruckten Briefe glücklich Geheilter beweisen, daß selbst solche Kranke noch die ersehnte Heilung fanden, welche anderweitig vergeblich Hilfe suchten. Obiges Buch kann daher a l l« n L e i d e n d e n wärmstens empfohlen werden, umsomehr als auf Wunsch die Cur brieflich und unentgeltlich durch einen praktischen ArF , geleitet wird. Die Mittel sind überall' J leicht zu beschaffen; ein Versuch fast kostenlos. Gegen Franco-Zusendnng von 20 Pf. zu beziehen durch Th. Hohcnleitner in Leipzig und Basel. 2001 PIDB bl! Vorzug!, rothe und weisse Weine von M. 1 20 p. Fl. an, „ alten Tresterbranntwein N M. 2 p. Literfl. [2106 incl. Fl. u. Verpackung; in Gebinden billiger, empfiehlt die Weinhandlung von Siegfr.Zickel, CölnaiRh. NB. Wlederverkäufern gewähre ich Rabatt. ksnsionat in Gr.-Glogau, In meinem Pensionat finden zum 1. April junge Mädchen auS achtbarer Familie liebevolle Pflege und Nachhülfe in allen Lehrgegenftänden. Die hiesige höhere Töchterschule bietet vorzügliche Gelegenheit zur Ausbildung. Referenzen Herr Rabbiner Dr. Rippner, Glogau, Herr Rab« biner Nr. Feilchenfeld, Posen, Herr Rabbiner Nr. Julie, Kurnik. Gr.-Gl ogau. [2164 Pauline Cohn, Lang-gr. sg. 2155] Eine junge alleinstehende Frau, in Küche, Haushalt und allen weiblichen Handarbeiten erfahren, sucht bei bescheidenen Ansprüchen in einer honnetenFamilie als Stütze oder bei einer einzelnen Dame als Gesellschafterin Stellung. Herr Rabbiner Dr. Rahnier in Magdebürg wird die Güte haben, nähere Auskunft zn ertheilen. Vera ti wörtlicher Redacteur Dr. Rahmer in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.

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