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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-02-11 · N° 7. (11.2.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 7. (11.2.1880)
Date
1880-02-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 7. Israelitische Jahrgang H. für die religiösen und socialen Interessen des Zudeuthums. Erscheint jeden Mittwoch u. koflet sammt dem wöchentlich erscheinenden „Jüdischen Literaturblait" bei allen P o st ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 3 lYlarlr. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich 8 fl.; nach dem Aus lande: 16 Mk. (SO Frcs. 8 Rub. 4 Dollars) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" ä 25 Pf., des „Literaturblatts" k 15 Pf. Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber Rabbiner Dr. M. Wahmer in Magdeburg. ---A--- Magdeburg, 11. Februar. Inserate für die „W o ch e n s ch r i f t", die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 35 Pf., (für das „Literaturblatt" k 20 Pf.,) sind durch fämmtliche Annoncen-Expeditionen oder direct an die Expedition der Israelitische« Wochenschrift in Magdeburg einzusen» den — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilagen, 2 6 0 0 Stück, werden mit 1» Marl berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Die Judenfrage unter der Lupe. — Ein Schmerzensschrei aus Rumänien. Berichte und Covrefpondenzenr Deutschland: Berlin. Breslau. Hannover. Hamburg. Rheinhessen. Saalfeld. Oesterreich: Wien. Krakau. England: London. Vermischte nnd neueste Nachrichten: Berlin. Leobschütz. Laupheim. Aus Böhmen. Altbrody. Paris. Paris. Paris. Warschau. Feuilleton r Rabbi und Vagabond, oder: Schuld und Sühne. Inserate. Die Judenfrage unter der Lupe. I. Von Max Weinberg, Magdeburg. Wenn Gerüchte in der Luft schwirren, daß an einem Bauwerk, welches wir bewohnen, irgend etwas nicht in Ordnung sei, ohne daß man uns auzugeben weiß, wo es eigentlich fehlt, da tastet und hämmert und klopft und rüttelt man an allen Pfosten und Enden, um festzustellen, wo der wunde Fleck steckt und wo die bessernde Hand, oder, wenn es sein muß, die Axt anzulegen sei. Nun, wenn man gewisse Gerüchte und Prophezeihungen aufs Wort nehmen wollte, so müßte der alte vieltausendjährige Bau des Judenthums jetzt nicht nur durch und durch morsch und faul sein, sondern es wäre geradezu ein historisches Unrecht des lieben Herrgotts, dieses Aergerniß der Herren Stöcker, Marr, Treitschke rc. nicht längst aus dem Wege geräumt zu haben. So arg steht es nun glücklicherweise nicht um uns, und die zuversichtliche Hoffnung, daß dieser Bau, der die Jahrtausende mit ihren Hamans, Leiningen, Torquemada's und sonstigen Judenfeinden und falschen Glaubenseiferern überdauert, werde auch wohl die Marr, Stöcker und Treitschke überleben, hat immerhin noch nicht ihre alte Kraft verloren. Dennoch war es wohl zu natürlich, daß, seitdem im Reiche der Denker zur Schmach des deutschen Namens die seit den letzten Decennien auf Straßen und Bierbänken fast gänzlich verstummten Hepp-Hepprufe in den Salons und vom Katheder wieder ausgenommen und mit leidenschaftlichster Gehässigkeit in die Menge geworfen wurden, inmitten der Judenschaft, d. h. desjenigen Theils, dem seinJudenthnm wirklich stetsRichtschnurseinesThuns und Denkens gewesen, (nicht also die Börsenjobber und Commerzräthe mit nur jüdischen Vor- und Familiennamen, die in gewissen Kreisen, wo man nur von der „goldenen Inter¬ Wochen- Februar 1880. Schewat 5640. Kalender. Mittwoch . . . 11 29 Donnerstag . . 12 30 iRosch Chodesch. Freitag .... 13 1 JAdar. Sonnabend . . 14 2 nenn (®- ® u. 48 M.) Sonntag.... 15 3 Montag .... 10 4 Dienstag . . . 17 5 nationale^ spricht, gern für das Judenthum ausgegeben werden möchten, auch nicht die Wucherer und Betrüger aller Art, die man unter dem Collectivbegriff Blutsauger und „Halsabschneider" zusamnlengesaßt und welche man von anderer Seite dem Volk als das eigentliche echte Judenthum in den literarischen Handel einzuschmuggeln sucht), ein emsiges Hämmern und Klopfen hörbar wurde, um ehrlich zu untersuchen, nicht ob auch die Grundpfeiler gesund und die Säulen noch gefeit für die Jahrtausende, — darüber bedurfte und bedarf es keiner Untersuchung —- wohl aber wollte man erkunden, ob nicht der zerstörende Zahn der Zeit und andere feindliche Elemente hier und da ihre Rechte geltend gemacht, ob nicht dieser und jener Stein ein wenig gelockert und der Ausbesserung bedürftig geworden; ob also nicht doch mancherorten etwas geschehen könne und müsse, um das angeschlagene Geschrei auf n a t u rgemäßem Wege verstummen zu machen? Da wähnt denn nun der Eine, es müsse vor Allem der Hauptbeschuldigung, der des Wuchers, energisch entgegengetreten und der letzte Wucherer aus unserer Mitte ausgerottet werden, denn wenn auch der zum Ueberdruß geführte und feindlicherseits geflissentlich ignorirte Nachweis, daß eben gerade diese Pestbeule von den Ahnen derer, die uns jetzt dieserhalb vertilgen möchten, uns angesetzt und nach der bekannten Parole la bourse oü. la vie uns auf gewaltsamste Weise aufgezwungen sei, vollständig zu Recht bestehe und niemals widerlegt werden könne, so sei die Thatsache, daß viele Glaubensgenossen sich diesem schändlichen Laster ergeben, doch immerhin tiefbetrübend und schmerzlich genug, um unsere heilende Gegenanstrengung herauszufordern und den ehrlichen Versuch zu machen dem natürlichen Proceß, der zu ihrer allmählichen Abnahme führt, nach Kräften zu Hülfe zu kommen. Und da heißt es denn weiter: Wir müssen sie deshalb ausschließen aus der Gesell-

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