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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-01-07 · N° 2 (7.1.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 2 (7.1.1880)
Date
1880-01-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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jk2. iss«. ^^Israelitische Jahrgang Wochen-Zchrist für die religiösen und socialen Interessen des Zudenthums. Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden „Jüdischen Literaturblatt" bei allen Post ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich 8 fl.; nach dem A u s l a n d e: 16 Mk. (20 Frcs. 8 Rub. 4 Dollars) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" & 25 Pf., deS „Literaturblatts" k 15 Pf. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. M. Wahmer in Magdeburgs Magdeburg, 7. Januar. Inserate für die „D o ch e n s ch r i f t", die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 35 Pf., (für das „Literaturblatt" ä 20 Pf.,) sind durch fämmtliche Annoncen-Expeditionen oder direct an die Expedition der Israelitischen Wochenschrift in Magdeburg einzusenden. — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilagen, 2 6 0 0 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Paulus Cassel wider Heinrich v. Treitschke. (Schluß.) — Mein letztes Wort an Prof, von Treitschke. Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Berlin. Hamburg. Aus Ostpreußen. Bad Ems. Rotenburg. Stuttgart. Oesterreich: Wien. England: London. London. Vermischte und neueste Nachrichten r Magdeburg. Berlin. Ber. lin. Berlin. Charlottenburg. Liegnitz. Glogau. Meisenheim. Aus Baden. Brody. Paris. Paris. Paris. Jerusalem. Jerusalem. Rumänien. Bukarest. Inserate. Feuilleton r Rabbi und Vagabond, oder: Schuld und Sühne. Wochen- Januar 1880. Teiwes 5640. Kalender. Mittwoch . . . 7 23 Donnerstag . . 8 24 Freitag .... 9 * ' 25 Sonnabend . . 10 26 tnKl (E. 4 XL 51 M.) Sonntag.... 11 27 Montag .... 12 28 Dienstag . . . 13 29 Paulus Caffel wider Heinrich v. Treitschke. (Schluß.) Knapp und scharf, klar und treffend sind seine Sätze und dabei ist sein Herz von echter Liebe erfüllt, von einer Humanität, die nicht nur einige norddeutsche Pastoren, wie Cassel meint, sondern recht viele Geistliche vermissen laffen; denn warum hat sich so besonders gegen Herrn Stöcker kein anderer konservativer Pfarrer als gerade Cassel erhoben? Hier einige pergnante Stelle«: In Bezug auf die an den Juden getadelte Empfindlichkeit sagt unser Autor, ein Historiker müsse wissen, wie nervös Völker und Geschlechter sind, die eben erst zur Freiheit gekommen, sodann S. 6: „Ich habe aus meinen geschichtlichen Studien gelernt, daß das Heil von den Juden kommt, wie Jesus sagt, nicht, daß die Juden unser Unglück sind, wie Treitschke sagt" S. 7. „Ein echter Historiker sollte wissen, daß der Ueberschwang nationaler Reizung über den echten Kosmopolitismus des Evangeliums (in dem er freilich nicht deutlicher gelehrt wird, nicht deutlicher gelehrt werden kann, als in den Propheten des alten Testaments) der Grund des Uebels ist." S. 9. „Gerade wie man im Jahre 1858 die Juden befreite, weil es liberal hieß, klopft man jetzt auf die Juden, um der Fortschrittspartei weh zu thun." „Nichts weniger versteht das moderne Bewußtsein zwischen Rhein und Riemen als Freiheit. Jedeni bei uns paßt die Freiheit nur, so lange sie ihm selbst paßt. Sonst scheut man weder heimliche noch offene Gewalt. Das „Haut ihm" ist in viele höhere politische Sprachen übersetzt worden." S. 10. „Die Juden waren bisher gepreßt und eingeengt; man wollte sie erlösen; aber als sie sich bewegten, so mißfiel es. Wären sie roh und bornirt gewesen, man hätte sie mit Füßen getreten; nun waren sie intelligent und energisch — so nannte man sie zudringlich Hätten jüdische Eltern ihre Kinder nicht entwickeln lassen, würde man .sie ein verkommenes GMlecht großer Ahnen genannt haben; aber schickten sie stk'unter großen Opfern aus die Schulen, so beklagte man sich, sie wollten nicht arbeiten, nur lernen, als ob das nicht auch Arbeit wäre. „Lasker hätte sitzen können auf welcher Seite immer, er wäre der Jude geblieben." Ueber Börne sagt er S. 14: „es gehört das eingefleischte Vorurtheil gegen alle Juden dazu, um in Börne einen überall edlen und tiefen Geist nicht zu erkennen." Auch die „hosenverkaufenden Jünglinge" läßt Cassel Herrn Treitschke nicht durchgehen. Er redet von der Pflicht, dieses Drängen zum Lichte, welches die polnischen Juden bekunden, zu begünstigen, sodann sagt er: Worin soll denn der Spott liegen über die „hosenverkaufenden" Juden; sollen denn Hosen nicht verkauft werden? Die Geschäfte am Mühlendamm sind social notwendiger, als die Leckereien bei Borchardt, über welche nicht gespottet wird." S. 17. „Es ist wahrlich kein Vergnügen in diesen Tagen ein Leihhaus zu haben oder Geld auszuleihen. Die Lust des Germanen, nicht zu zahlen, ist oft viel stärker als die Neigung (der Juden), die Zinsen zu erhalten." Dies sind einige spitze Sätze, die es beweisen, daß das von ihm citirte Wort eines jüdischen Vaters, „seitdem mein Junge ein Doctor geworden ist, ist er ein Chamor", auf ihn nicht paßt. Sie sollen nur den Reiz erwecken, die Broschüre, die in dem Nachweise gipfelt, daß der Semitismus das Beste sei an der germanischen Bildung, ganz kennen zu lernen. Sie ist auch ein Muster deutschen Stils. 2. (Interessant ist es auch, wie Paulus Cass l die Gelegenheit beim Schopfe erfaßt, um dem ihm doch nahe verwandten Selig Cassel indirekt etwas Verbindliches zu sagen. Er hebt im Gegensätze zur Grätz'schen Geschichte, welche oft leidenschaftlich gegen die Kirche werde, die Darstellung der jü-

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