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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1877-12-12 · N° 50. (12.12.1877) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
8 (1877)
Issue
N° 50. (12.12.1877)
Date
1877-12-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 50. 1877. 8. Jahrgang. ür die religiösen und socialen Mereffen des Zudenthums. Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem allwöchentlich erscheinenden „Jüd. Liter aturblatt" von Rabb. vr. M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchbandlungen vierteljährlich 3 Mark £50 Pf. Mit direkter Zusendung : in Deutschland IS Mk. (7 fl.); nach dem Auslände: 15 Mk. (18 FrcS.) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" » 25 Ps. deS „LiteraturbiattS" ä 15 Pf. Leramwocrlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Ä. Treneufels tu ©tettiu. -^- Magdeburg, 12. Deeember. Inserate für die „Wo ch en s ch r i f t" oder daS „Literatu r b l a t t" ä 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile, oder deren Raum, sind an die Annoncen-Expedition von Haasenstefn & Vogler in Magdeburg oder deren Filialen in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz einzufenden. — Größere Aufträge werden rabattirt. Beilagen, 2000 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Schuluud Unterrichtsfragen. Berichte und «orresponvenren: Deut sch lanv: Stettin. Berlin. Breslau. Hannover. Schweiz: St. Gallen. Frankreich: Paris. Italien: Turin. Palästina: Jerusalem. Vermischte und neneste Nachrichten r Berlin. Halle a. S. Hessen. Saarlouis. Darmstadt. Mainz. Elsaß-Lothringen. Wien. Wien Besanyon. London. Bukarest. Inserate. (Beilage.) Feuilleton» Der Schwan von Toledo. Schul- und Nnterrtchtsfragen, als Unterscheidungszeichen für die Parteien im Judenthvm. III.*) (Schluß). Wir wenden uns endlich noch zu einer speciellen Unterrichtsfrage. Was dürfen und sollen künftige Rabbiner lernen? „Den Talmud und den Talmud, weiter nichts!?" — Das „Rabbinerseminar für das orthodoxe Judenthum" zu Berlin hat denselben Lehr- und Studienplan wie die Breslauer Anstalt. Man verlangt von den ordentlichen Hörern volle Gymnasialbildung, unterweist die noch Unreifen in den Gymnasialfächern, verweist dann weiter auf den Besuch der Universität, lehrt und läßt lernen alte und neue Sprachen, Realien, auch Philosophie; man weiß, daß die Hörer Aristoteles und Epikur und Spinoza auch Schopenhauer und Hartmann lesen, ja studiren werden, und das Alles nicht bloß in unmöglichen Zeiten und an unnennbaren Ortrn. „Man weiß das, verbietet es nicht, wehrt dem nicht, man fordert es, man öffnet denjenigen, die sich verunreinigen wollen, noch gar die Pforte!" So werden, so müssen sich die Frommen z B. in Ungarn ausdrücken. Ihr wollt Fromme sein? Ihr wollt Euch Orthodoxe nennen? so schallt es nach Berlin herüber. Und wie könnten jene Männer in Ungarn anders sprechen und erklären!**) Die 205 Rabbiner, welche das Pester Seminar im Voraus in Acht und Bann gethan (wenn sie auch aus triftigen Gründen den Ausdruck vermieden haben), haben erklärt: ein Se- ') Im vor. Artikel S. 382» Alinea 3 Anfang lies Parallele st. Parole. — Ferner 5 Zeilen vorher: Von diesem wollten auch rc. rc. **) Wir wollen nicht dabei verweilen, daß auch die Bibelexegese, welche Grammatik, Geschichte und Kritik berücksichtigt, den Frommen höchlich mißfallen muß. Wochen- Deeember. 1877.! Tebetli. 1 5638. Katender. Mittwoch . . . 12 6 Donnerstag . . 13 7 Freitag .... 14 8 Sonnabend . . 15 .. (9 iW'1 (Ende 111.81M.) Sonntag . . . 16 10 Fasttag. Montag.... 17 11 Dienstag . . . 18 12 —.1 s1 1 Mi.ii-.-i—— ——————— miuar kann unter keinen Umständen etwas anderes sein als ein Haus des Unheils. — Das Organ des vr. Hildesheimer protestirt gegen diese Erklärung — wir wären begierig zu hören, wie es von feinem Standpunkt aus jene Männer widerlege n will. Es macht eine große Zahl gelehrter und orthodoxer ungarischer Rabbiner namhaft, welche jene Erklärung der 205 nicht unterzeichnet haben; daraus folgt noch nicht, daß sie alle sich zu einer entgegengesetzten Ansicht bekennen. Wie dem aber auch sei, mögen wir irren, mögen jene 205 auch auf ihrem Standpunkt Unrecht haben; auf keinen Fall kann Jemand behaupten, daß die 205 (welche ein ungarischer Dichter in trefflichem Hebräisch und ziemlich gutem Deutsch als die wahren alleinigen Stützen u. Hüter derLehre besungen hat) Unwissende, Narren oder Heterodoxe seien. Und so haben wir wieder eine Probe von zwei diametral-entgegengesetzten Ansichten innerhalb des Lagers der „Streng-Orthodoxen", und zwar nicht in einer halachischen Spezial frage, welche zwei Gelehrte verschiedentlich entscheiden mögen, ohne irgendwie auf verschiedenem Standpunkte zu stehen, sondern tu einer Prinzipien frage. Die 205 erklären auch die Zöglinge des Berliner Seminars für unfähig, ein Rabbinat in einer orthodoxen Gemeinde zu bekleiden. Will man noch mehr, kann man noch weiter auseinandergehen? In Berlin > sagt man: die Zeit erfordert gebieterisch das Aneignen der modernen Cultur auch für den künftigen Rabbiner — die Ungarn wollen von Zeiterfordernissen ein fürallemal nichts hören; dort sagt man: der junge Mann kann Wissenschaft treiben und fromm bleiben, wir selber liefern dafür die Beweise — die Ungarn sagen: eure Bürgen bedürfen der Bürgen, und wie dürft ihr, ohne ein Verbrechen zu begehen, junge Leute in die Gefahr stürzen, daß sie die Thora bei Seite legen und mit Fremden buhlen? — Wer uns

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