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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1877-11-14 · N° 46. (14.11.1877) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
8 (1877)
Issue
N° 46. (14.11.1877)
Date
1877-11-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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8. Jahrgang. m 46. 1877^ Isksslitischr Wochen Schrift für die religiösen und soeialen Interessen des Iudeuthums. Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem allwöchentlich erscheinenden „Jüd. Literaturblatt" von Rabb. l»r. M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark SO Ps. Mit direkter Zusendung : in Deutschland 12 Mk. (7 fl.); nach dem Ausland«: 15 Mk. (18 ftreS.) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" ä 25 Pf. deS „LiteraturblattS" » 15 Pf. VeraimvorUicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. 3t. Treuenfels in Stettin. Magdeburg, 14. November. Inserate für die „Wo chens ch rist" oder das„Literaturblatt" ä 20 Pf. für die dreigesvaltene Petitzeile, oder deren Raum, sind an die Annoncen-Expedition von Haasenstein & Bögler in Magdeburg oder deren Filialen tn Deutschland, Oesterreich und der Schweiz «inzusenden. — Größer« Aufträge werden rabattirt. Beilagen, 2000 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Der Mensch und seine Bedeutung in der Bibel vom naturwissenschaftlichen Standpunkte betrachtet. Berichte und Torrespondenren- Deutschland: Cassel. Frankfurt a. M. Von der preußisch-polnischen Grenze. Hoof .(Kurhessen). Colmar (Elsaß). Oesterreich-Ungarn: Brüx (Böhmen). Pest. Großbritannien: London. vermischte und neueste Nachrichten r Magdeburg. Frankfurt a. M- Stuttgart. Rom. Armenien. Jerusalem. Panama. Teuilletou r Der Schwan von Toledo. Inserate. Wvchen- November. 1877. Lisslevv. 5638. Kalender. Mittwoch . . . 14 8 Donnerstag. . 15 9 Freitag .... 16 10 Sonnabend . . 17 11 (Ende 4 U. 46 M.) Sonntag . . . 13 12 Montag.... 19 13 Dienstag . . . 20 14 Der Mensch und seine Bedeutung in der Bibel vom naturwissenschaftlichen Standpunkte betrachtet von Martin Kornfeld in Posen. Thut Nichts hinzu und nehmt Nichts davon zu den Worten, die ich zu Euch spreche. 5. B. M. Cap. 4, V. 2. So schroff und streng abgeschloffen der Mosaismus durch obigen Ausspruch erscheinen mag, indem die weitere Fortbildung und die Modulationsfähigkeit hierdurch abgeschnitten wird, so ist es andererseits das Charakteristische für die höchste Vollkommenheit auf allen Gebieten menschlichen Schaffens (sei es ein ausgesprochener Gedanke, ein Kunstprodukt, ein Bauwerk rc.), wenn das Gesammte weder einen Zuwachs noch eine Abnahme in seinen einzelnen Theilen verträgt. Es gilt dieser Umstand als Kriterium für die Qualität eines jeden Gegenstandes, welcher mangelhaft erscheint, wenn dessen Theile ergänzt ober beseitigt werden könnten, ohne denselben zu schädigen. Bei der Auffaffung des Menschen ist oben citirler Ausspruch leider nicht mit der nöthigen Pietät behandelt worden, da andernfalls der Mensch ebensowenig von der einen Parlhei zum Halbgott erhöht, als von der andern zum höhern Affen erniedrigt werden konnte. Diese Wahrnehmung ist um so mehr befremdlich, da mit größter Klarheit sowohl der Zweck des Menschen, sein Anfang und Ende, durch einen einheitlichen Gedanken in den fünf Büchern Mosis derartig fixirt ist, daß jede Abweichung von diesem Standpunkte die wesentliche Abschwächung der mosaischen Lehren zur Folge haben muß. Der Zweck der Ge sam mlschöpfung wird uns in der Genesis ebensowenig offenbart, wie der Zweck der e i nz e l n e n Schöpfungsobjecte. Durch Gottes Wort, durch den kategorischen Imperativ tritt Alles ins Leben ohne das „Wozu und Warum" zu erörtern und nur bei den Lichtträgern oder dem Gestirn und dem Mensch Sn findet eine Ausnahme statt. Von vornherein wird uns der Zweck für diese zwei Arten der Gebilde mitgetheilt, indem uns deren Functionen noch vor Erschaffung derselben angegeben werden. (B. I. Cap. 1. V. 14. 26.) Der Grund hierfür scheint uns leicht erklärlich. Die Himntelskörper und der Mensch gehören zu den hervorragendsten Schöpfungsobjecten, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können, und die Menschheit war von jeher geneigt, diese für die Gottheit selbst zu betrachten und anzubeten. Von der „Sonne" bemerkt Secchi*): „Mehrere Völker des Alterthums beteten die Eo«»e an: ein Jrrthum, der den Menschen sicher weniger ««iedrigt, als manche andere religiöse Verirrung. Deua dieses Gestirn erscheint dem Menschen als daS vollkommenste Bild der Gottheit, als das Mittel, dessen sich der Schöpfer bedient, um die Wohlthaten der physischen Weltordnung den Erdbewohnern mitzutheilen" — während Menschenvergölterung noch bis heutigen Tages mit großer Vorliebe betrieben wird. Die mosaische Schöpfungslehre belehrt uns eines Besseren, inbeni sie uns mit den Functionen vertraut macht, welche diesen zwei Arten der Objecte anheimgegeben sind, wodurch der Gedanke an die Anbetung derselben nicht aufkommen kann, d. h, es ist ausnahmsweise bei Sonne, Mond, und Sternen nnd beim Mensch der Zweck ihrer Schöpfung namhaft gemacht. *) P. A. Secchi, Direktor der Sternwarte zu Rom Einleitung zu dein berühmten Werke „Die Sonne" von D. Scheller übersetzt (Braunschweig 1872).

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