Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 8 (1877)
- Issue
- N° 45. (7.11.1877)
- Date
- 1877-11-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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¥o C fr* 45. 1877. 8. Jahrgang. für die religiösen und sociale« Interessen des Audenthums. Erscheint jeden Mittwdch ».kostet sammt dem allwöchentlich erscheinenden „Jüd. Literaturblatt" von Rabb. vr.M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchhandlungen vierteljährlich S Mark 30 Pf. Mit direkter Zusendung: in Deutschland 12 Mk. (7 fl.); nach dem Auslande: 15 Mk. 08 Frcs.) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" » 25 Ps. des „Lireraturblattr" a 15 Pf. Berantwoctlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. 3L Treueufels in Stettin. _— - Magdeburg, 7. November. Inserate für die „W o ch e n s ch r i f t" oder da? „L i t e r aturblatt" ä 20 P f. für die dreigespaltene Petitzeile, oder deren Raum, stnd an di« Annoncen-Erpedition von HaasensteinL Bögler in Magdeburg oder deren Filialen in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz einzusenden. — Größere Aufträge werden rabattirt. Beilagen, 2000 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Ueber die Abnahme des Studiums der jüd. Theologie in Deutschland. — Sitzungsbericht. Berichte und Correspondenreu: Deulschlanv: Dresden. Frankfurt a. M. Bernburg. Oesterreich: Triest. Groß-Kanischa. Niederlande: Brüssel. Palästina: Jerusalem. Bermischte und neueste Rachrichteu r Berlin. Aus Lothringen. Wien. Wien. Aus Ungarn. Aus Italien. Paris. London. Feuilleton r Der Schwan von Toledo. Inserate. Ueber die Abnahme des Studiums der jüd. Theologie in Deutschland von I. Friedman». ) (Schlu ß.) III. Bei den Ursachen der Mißstände, die der Verfasser (in der „Jüd. Pr.") s e i n e r Partei zuschreibt, hat er Vieles verschwiegen. Er bebt nur hervor, „daß viele hervorragende Familien, die sonst an der Spitze der jüdischen Bestrebungen stehen, nicht das Orfer bringen, einen ihrer Söhne dem Nabbinate zu widmen." Es ist aber noch unbegreiflicher, daß die Strengsronlwen keine Rabbiner mehr als S ch w i e g e r s ö h n e einsetzen. Denn das Erstere wäre wohl noch zu entschuldigen, indem viele Dinge erforderlich sind, um jüdischer Gelehrter werden zu können. Das Kind, welches diesem Studium zum „Opfer" gebracht werden soll, muß vor Allem bedeutende Talente, dann die Mittel, die Gelegenheit und auch Lust dazu haben. Es ist also heutzutage einem Vater, der im Zweifel darüber ist, ob es dem Sohne gelingen werde, das Ziel zu erreichen, nichts»» verdenken, wenn er sich dem Risico nicht aussetzen will und seinen Sohn lieber auf eine Bahn führt, wo er voraussichtlich eher zu seinen» Ziele kommen wird; und in der Thal findet sich selten ein Knabe, der ne- ) Um Mißverständnissen, vielleicht auch Reklamationen vorzubeugen, wollen wir bemerken, daß der Name Jriedmann von dem Herrn Verfge wählt ist. Wir fügen ebenfalls hinzu, daß dieser Herr in gar keiner persönlichen Beziehung zu dem Breslauer Seminar steht, oder je gestanden hat. Er ist schon ein bestrenommirter Lamdan gewesen, ehe man an ein Breslauer Seminar gedacht hat. (In diesem Leitartikel S. 342, a. Z. 8 ist das Fragezeichen hinter 1751 durch ein Versehen hineingerathen.) Red. Wochen- November. 1877. 1 jKisslew. I 5638. | Kalender. Mittwoch . . . 7 1 Rosch Chodesch 2. Donnerstag. . 8 2 Freitag .... 9 3 Sonnabend . . 10 4 nn^in (Ende 4 u. 57 M.) Sonntag ... 11 5 Montag.... 12 6 Dienstag . . . IS 7 ben oer Fähigkeit alle erforderlichen Mittel besitzt, um jüdischer Gelehrter zu werden. Aber warum, kann man hinzufügen, warum weigern sich solche Froinmen, „die an der Spitze der jüdischen Bestrebungen stehen" und auch vom Glücke begünstigt sind, einen Rabbiiler zum Schwiegersohn zu wählen? Es sind mir Beispiele bekannt, daß selbst solche Fromn»e, die kein Jota aus dem Schulchan Aruch weglafsen, auch nicht das am "1122 DT’ 2"l1), in dieser Beziehung ihre entschiedene Abneigung gegen das Rabbinerfach aussprachen. Exempla sunt odiosa. Ich könnte hinzufügen, man zog es vor eine Tochter einem entschieden Richtfrornmen anzuvertrauen, als einem talentvollen frommen jungen Manne, der nur den einen Fehler hatte, daß er — Rabbiner war. — Nun kommt 22H 1712 allerdings im Schulchan Aruch nicht vor; aber wie ganz anders wurde es früher in der Praxis gehalten, da die Reichsten keinen höheren Wunsch kannten, als einen miTVp „einznsetzen?" Was für ein Sporn zun» Studium »var und rväre das immer noch für einen jungen Mann. — Bis noch vor einigen Decennien hatte dieses Mittel große Wirkungen gehabt, indem viele junge Leute mit Eifer an das Studium gingen, die modernen Frommen aber denken anders, selbst solche, die Rabbiner ausbilden, und dadurch übertreten sieden schönen Hillel'schen Satz: „Was Du nicht willst, daß man Dir lhue, thne Du Andern nicht." IV. Noch ein größerer Uebelstand ist der geschwundene Sinn für (minn 1122) die Hochschätzung der Thora. Jedoch — 1^22N bv 21)12 'IX )b£nn bv — nicht über die Neologen können wir uns beschlveren, wenn sie die Thora nicht ehren. Da diese sür sie selbst kein Interesse hat, wie sollen sie sich für Thoralernenoe interessiren? Aber traurig ist es zu sehen, »venu Leute, die für jedes Pijutstückcheu mit