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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1877-10-24 · N° 43. (24.10.1877) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
8 (1877)
Issue
N° 43. (24.10.1877)
Date
1877-10-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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43 1877. 8. Jahrgangs die religiösen und Interessen des Zudenthums. I Erscheint jeden Mittwoch ».kostet sammt dem allwöchentlich erscheinenden „Jüd. Liter aturblatt" von Rabä 1>r. M. > R ah me r bei allen Postämtern u. Bnchbandlungen vierteljährlich I Mark (50 Pf. Mit dir.cter Znsendnng: in Deutschland 12 Mk. 17 fl.); nach dem Auslande: 15 Mk. (18 Frcs.) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" a 25 Pf. deS „Liiecaturbiatt;" ä 15 Pf. Beramworllicher Liedakreur und Herausgeber Siabbincr Dr. Treucufels in Stettin. -^ ■ - - Magdeburg, 24. Oktober. Inserate für die „W o ch e n s ch r i f t" oder das „Literaturblatt" ä 20 Pf. für die dreigefpaltene Petitzeile, vder deren Raum, sind an die Annoncen-Erpedition von Haasenstein >8: Vogler in Magdeburg oder deren Filialen in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz einzusenden. — Größere Aufträge werden rabattirt. Beilagen, 2000 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Die Eröffnungsfeier der ungarischen Landes-Rabbinerschule zu Budapest. Berichte und Correspondenzen: Deutschland: Magdeburg. Strasburg. Celle. Alzey. Oesterreich-Ungarn: Triest. Aus Galizien. Schweden: Stockholm. Vermischte und neueste Nachrichten r Berlin. Cöln. Bernburg. Leipzig. Wien. Pest. Pest. Padua. Feuilleton r Ganz wie Bumsel. Inserate. Wochen- October. 1877. jCheschwan.j Kalender. | 5638. 1 Mittwoch . . . 24 17 | Donnerstag . . 25 18 > Freitag .... 26 19! Sonnabend . . 27 20 , (Ende 5 U. 18 M.) Sonntag . . . 28 2L j Montag.... 29 22 | Dienstag ... 30 23 | Die Eröffnungsfeier der ungarischen Larrdes-Rabbinerfchule zu Budapest.*) Die Eröffnung der ungarischen Rabbincrschule, mit der eine Lehrerpräparandie verbunden sein wird, und die Einweihung des dafür bestimmten neuen und prachtvollen Gebäudes hat am 4. October, dem Namenstage des Kaisers, stattgefnnden. Ohne auf die, im Allgemeinen bekannte, lange Vorgeschichte dieses Seminars zurückblicken zu wollen, kann man nicht umhin zu gestehen, daß durch Beharrlichkeit Großes erreicht, oder doch durch das Erreichte Großes angebahnt ist. Die feindseligen Elemente, sowohl Diejenigen, welche von Bildung überhaupt nichts hören wollen, wie Diejenigen, wrlche zwischen zeiolischem, aber echtem, selbstbewußtem Chasidismus und den nicht zu negirenden Ansprüchen der Neuzeit und der allgemeinen Cultur hin und her schwanken, auf zwei Zweigen Hüpfen, bald „streng orthodox" sein wollen, und dann wieder von classischer Bildung und Wissenschafilichkeit reden — diese beiden Elemente, welche der ungarischen Rabbinerschule, ehe sie ins Leben treten konnte, den Krieg bis aus's Messer erklärt hatten, werden jetzt mit einem fait accompli zu rechnen haben. Das Weitere wird die Zukunft lehren. — Im Allgemeinen zeichnete sich die Eröffnungsfeier durch den oifiziellen Charakter aus, den sie ebenso an sich trug, wie die Schule selbst, ungleich ihren Schwesteranstalten in Deutschland, eine vom Staat begründete und getragene ist, wenn auch der Fonds, wie bekannt, von jüdischem Gelde herstanimt. Nun mögen wir noch so viel gutes *) Wir stellen hier aus niehreren Correspondenzen und Zeitungsartikeln Dasjenige kurz zusammen, was auch für nicht-ungarische, )nit den dortigen Personalverhältnissen nicht bekannte Leser am weiften Interesse bieten dürste. und bAschfigtes Selbstgefühl als Juden besitzen, so können Mr immer nicht umhin, auf die gute Meinung, Anerkennung und Werths.l,ätznng unserer christlichen Mitbürger hohen Werth zu legen, und sonach ist es von großem Werth und eine Verherrlichung unserer Religion, daß die höchsten Würdenträger des Staats (der Ministerpräsident, der Cultusminister u. s. w ) officiell anwesend waren, daß ebenso der Rector magnificus und die Dekane der Universität, die Spitzen der Stadtbehörden und zahlreiche Mitglieder der Geistes-Aristokratie des Landes an der Feier Theil nahmen, und daß diese allgemein den günstigsten Eindruck gemacht hat. Die Anstalt ist also mit allem wünschenswerthen Eclat, mit vielen Eljsn, unter größtmöglicher öffentlicher, allgemeiner und hoher Aufmerksamkeit ins Leben getreten; sie wird darin einen Sporn finden, den bei ihrer Gründung erweckten und ausgesprochenen Erwartungen zu entsprechen. Daß von auswärts (Berlin, Breslau, Wien u. s. w.) angesehene Gäste gu der Feierlichkeit eingetroffen waren, ist hier bereits erwähnt. Aus Ungarn selbst waren Vorsteher, Rabbiner, Rotabilitäten erschienen, etwa 120 Gemeinden waren dirrch Delegirte vertreten. Das Wesentlichste der Feier bestand naturgemäß in den dabei gehaltenen Reden, und diese wurden größtentheils in ungarischer Sprache gesprochen. Sie werden demnächst zusammengestellt (ohne Zweifel doch in deutscher Sprache) im Druck erscheinen. Vor der Hand sind wir ans ganz kurze Inhaltsangaben angewiesen. (Rur die Rede des Dr. Kohn ist im „Hon" vollständig abgedruckt und liegt in Uebersetzung im „Ung. Jsr." vor.) Es verlas also zuerst Herr M. Schweiger eine kurze Geschichte der Entstehung des Seminars, und dann der Secretair der Landeskanzlei die Stiftungsurkunde. Diese wurde sodann von den Ministern und anderen anwesenden No-

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