Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 8 (1877)
- Issue
- N° 42. (17.10.1877)
- Date
- 1877-10-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 42. 1877. 8. Jahrgang. für die religiösen und foeialm Interessen des Judenthums. Erscheint jede» Mittivvch u. kostet sammt dem allwöchentlich erscheinende« „Jüd. Liter aturblatl" von Nabd. Oe. M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark 50 Pf. Mit direkter Zusendung: in Deutschland 12 Mk. (*7 fl ); nach dem AuSlande: 15 Mk. (18 Frcs.) jährlich. Ei»»clnuininern der „Wochenschrift" » 25 Pf. deS „Lireruturbiatt;" ä 15 Pf. Peiaimvocttichcr Ncdakleur und Herausgeber Rabbiner vr. Lreueufrls in Stettin. -- Magdeburg, 17. Oktober. Inserate fiir die „W o ch e n s ch r i f t" oder das „Literaturblatt" » 2 0 Pf. für die dreigesvaltene Petitzeile, oder deren Raum, find an d>e Annoncen-Expedition von Haasenstein & Bögler in Magdeburg oder deren Filialen rn Deutschland, Oesterreich und der Schweiz einzusendcn. — Größere Aufträge werden rabattirt. Beilagen, 2000 Stiick, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: In Sachen der Alliance Jsr. Universelle. Berichte und Vorrefpoudeuren: Deutschland: Berlin. Aus Schlesien. Beuthen, Ob.»Schl. Aus Bayern. Oesterreich-Uugarn: Von der Donau. Aus Mähren Böhmen. Aus Ungarn. Budapest. Türkei: Bukarest. Vermischte und neueste Nachrichten! Stettin. Berlin. Pommern. Stadthagen. Heilbronn. Krakau. Kiew. London. Marocko Süd-Afrika. Fleuilleton r Spindler's Jude. Inserate. Wachen- Dekoder. 1877. iCheschwan. 5638. Kalender. Berlin. Mittwoch . . . 17 1° l. Aus Donnerstag . . 18 11 I Freitag .... 19 12 | l. Aus London. Sonnabend . . Sonntag . . . 20 21 13! 14 | TfS (Ende 5 U. 82 M.) Montag.... 22 15 - | Dienstag . . . 23 16 | In Sachen der Alliance Jsr. Universelle. Der September-Bericht der Alliance Israel. Univ. enthält am Schlüsse Nachstehendes: „Eine Nectification. Verschiedene Correspondenten lenken die Aufmerksamkeit des C.-Comite's auf einen neulich von einem Localcomite der Alliance veröffentlichten Aufruf zu Gunsten der Abgebrannten von Wilkomir (Rußland). Dieselben machen mit Recht bemerklich, daß diese Veröffentlichung dem Zwecke der Alliance absolut widerspricht; nach den Statuten hat Letztere den Zweck, denjenigen, welche in ihrer Eigenschaft als Israeliten leiden, beizustehen oder zu ihrem moralischen Fortschritt beizutragen- Die Alliance konnte wohl im Jahre 1867 bei dem allgemeinen Unglück, das die Israeliten in Westrußland getroffen hatte, sowie gegenwärtig zu Gunsten der Israeliten in der Türkei von der Strenge ihres Prinzips abgehen; aber diese Intervention rechtfertigt sich von selbst sowohl durch die Ausdehnung der Calamität, als auch durch die absolute Nothwendiakeit einer gemeinsamen Action, als auch endlich durch den ganz speciellen Gebrauch, den die Alliance von einem Theile der Sammlungen zu Zwecken des geistigen und moralischen Fortschritts der unterstützten Familien macht." Dem gegenüber sendet uns Herr vr. Rülf zum Abdruck folgende Gegenerklärung. Jederzeit, wenn der Unterzeichnete im Namen seines Comite's zu Gunsten der russischen Glaubensgenossen in irgend einer Nothluge die Beihülfe der übrigen Glaubensgenossen aufgerufen, hat er in einer oder der andern Form den Widerspruch des Cenlral-Comite's der Alliance Israel. Univ. zu erfahren gehabt. Auch dieses Mal bei Gelegenheit der ( Sammlung für die abgebrannte Stadt Wilkomir macht sich derselbe Widerspruch in einer „Nectification" am Schluffe des September-Monatsberichts geltend. Wenn behauptet wird, daß unser Aufruf dem Zwecke der Alliance absolut widerspricht, so, beruht daS auf einer thatsächlichen und beklagenswerthen Verkennung der Verhältniffe. Wenn eine deutsche oder französische Stadt von einem gleichen Unglück betroffen würde und 6000 Menschen ihres Obdaches, ihrer sämmtlichen Habe vollkomnien crsatzlos verlustig gingen, so würde sich die ganze Nation, 40 Millionen Menschen, zu ihrer Unterstützung bereit finden lassen — im „heiligen Rußland" wird man um einer jüdischen Stadt willen nicht Hand noch Fuß regen. Weshalb also haben die Unglücklichen zu leiden? „In ihrer Eigenschaft als Israeliten." Das Central Comite hält sein Augenmerk stets nach dem Süden gerichtet, wir naturgemäß nach dem Norden, wo die Hälfte der Gtaubensgenoffen der ganzen Welt in dem ärmlichsten und hülflosesten Zustand wohnen und in ihrer Eigenschaft als Israeliten übergenug Leiden und Chikanen zu ertragen haben. „Wer das Elend schauen will mit der Geisel seines Grinuiles", der weilde hierher den Blick. Was weiß der Südländer vom Elend bei seiner Bedürfnißlostgkeit, bei seiner milden, überreichen Natur; hier aber im Norden, auf arms eligstem, unergiebigstem Bodem und in einem rauyen, die Bedürftigkeit des Menschen ins Ungemeffene steigernde Klima, ist jedes Leiden hundertfach empfindlicher. Auch be züglich der inlellectuellen Bildung und Einigung — nicht „des moralischen Fortschritts", denn wir deutsche und französische -Juden könnten uns glücklich preisen, wenn wir den russischen Glaubensgenossen in moralischer Beziehung uns vergleichen könnten, — wäre hier das weiteste und ergiebigste Feld für die Wirksamkeit der Alliance. Doch sei dem wie ihm wolle, das Central-Comite