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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1877-08-08 · N° 32. (8.8.1877) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
8 (1877)
Issue
N° 32. (8.8.1877)
Date
1877-08-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 32. 1877. 8. Jahrgang Wochen-Schrift für die religiösen und soeialm Interessen des Iudenthnms. Erscheint jeden Mittwoch ».kostet sammt dem allwöchentlich erscheinenden »Jüd. Literaturblatt" von Rabb. I>r. M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchhandlung«» vierteljährlich S Mark SO Ps. Mit direkter Zusendung: in Deutschland 12 Mk. <7 fl.); nach dem Auslande: IS Mk. (18 ffrcS.) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" 4 25 Pf. deS „Literaturblatts" » 15 Pf. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. 1. Treucnfels in Stettin. -- Magdeburg, 8. August. Inserate für die „Wochenschrift" oder das „Literaturblatt" werden mit 2 0 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile, oder deren Raum, berechnet. Bei Wiederholungen Rabatt. Alle Annoncen-Expeditionen besorgen Aufträge. — Die Inserate sind bis Sonntag einzusenden direct an: Die Expedition der „Jsr. Wochenschrift" in Magdeburg. Inhalt: Leitende Artikel: Verderblicher Parteizwist. II. — Kritische Betrachtungen über den Entwurf der kirchlichen Austrittsgesetze im Großh. Hessen. Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Stettin. Stettin. Aus Hannover. Aus der Pr. Posen. Pr. Oldendorf. Von der Elbe. vermischte und neueste Nachrichtenr Colberg. Rawitsch. Stuttgart. Wien. Warschau. Paris. Rom. Rumänien. Nordamerika. Constantinopel. Inserate. Wochen- August. 1877. Aw. 5637. Mittwoch .. . 8 29 Donnerstag. . 9 30 Freitag .... 10 1 Sonnabend . . 11 2 Sonntag . . . 12 3 Montag.... 13 4 Dienstag . . . 14 5 Kalender. Rösch Chodesch 1. Ellul. „ 2. k- 6. (Sab.-Ende: 8U.16M.) Verderblicher Parteizwist. II.*) Parteihader ist, nach der Ansicht der großen Lehrer Israels, an der Zerstörung Jerusalems und des Tempels Schuld gewesen, d. h. wie wir nachgewiesen zu haben glauben, nicht das Bestehen verschiedener Ansichten und Strebungen, sondern die Unversöhnlichkeit und der Starrsinn, mit der die Anhänger der einzelnen Meinungen je die ihrige für die allein richtige hielten und danach mit Erbitterung die Gegner bekämpfte. Da es uns hier nicht auf eine nähere Erörterung der Verhältnisse in Jerusalems letzten Tagen ankommt, so lasten wir auch die Frage bei Seite, ob der Untergang des israelitischen Staates wirklich zu verhindern gewesen, ob bei der Uebermacht und bei der feindseligen Gesinnung der Römer irgend ein Widerstand oder eine Unterwerfung Rettung gebracht haben würde — wir wollen nur den Ausspruch der großen Weisen über die verderblichen und verwerflichen Folgen des Parteizwistes ins Licht stellen. Dabei ist es uns, wie wir schon angedeutet haben, um eine Anwendung dieser Mahnung und Warnung auf die Parteiungen im heutigen Israel zu thun. Nicht als ob eine direkte Vergleichung zwischen den heutigen und jenen ehemaligen Parteien im Einzelnen angestellt werden sollte oder könnte, aber der Parteizwist wird in jeder Gestalt von dem Verdikt über 22N riKDttf getroffen. Man halte daher nicht entgegen, daß es sich damals um staatliche Parteien gehandelt habe, heut um religiöse, denn eine solche Trennung von „Staat und Kirche" ist auf die damaligen Verhältniste gar nicht anwendbar, wie sich schon daraus ergiebt, daß alle ge¬ *) In l. sind folgende störende Fehler zu verbestern. Spalte * Z. 16 l. e«stg tief st. riesig tief. Sp. b Z. 19 l. ihr Einfluß war wohl groß, st. nicht groß. schichtlichen Denktage des alten jüdischen Staates, sowohl die „schwarzen" —- die Fast- und Trauertage — wie die „rothangsttrichenen" der alten Megillath-Taanis, insgesammt auf religiöse Momente sich bezogen und doch zugleich einen politisch-geschichtlichen Charakter tragen. Wenn es nun sehr nahe liegt, die Spitze der Vergleichung und der Beziehung auf die Gegenwart gegen diejenigen zu wenden, welche heute Lossagung und Trennung predigen, ja als Pflicht hinstellen, das Verharren im Verbände mit Andersgesinnten aber als Abfall und Verrath bezeichnen, so müsten wir noch einem Einwande begegnen. Matt wird uns sagen: „nach deiner eigenen Schilderung (im vorigen Artikel) haben die Parteien in Jerusalem zur Römerzeit insgesammt Religion und Vaterland geliebt, keine Fraktion hat das Heiligthum verunehren, die Lehre und das Gebot preisgeben, das Vaterland und seine Unabhängigkeit verrathen oder verkaufen wollen, darum hätten sie einander nicht in D3H fiMtP anfeinden dürfen — heut aber giebt es viele, die der Thora vollständig den Rücken wenden und das Judenthum wie die Religiösität überhaupt wistentlich untergraben." — Wir stellen Letzteres nicht in Abrede. Es würden demnach diese Personen, die nur dem Namen nach widerwillig noch Juden sind, jenen im ersten Artikel bezeichneten Herodäern und Römlingen gleichen, von denen wir gesagt haben, daß sie keine Partei im damaligen Judenthum bildeten und nicht zahlreich waren. Die heut mit ihnen zu Vergleichenden find zahlreich, auch das verkennen wir nicht; aber sie werfen sich schon selbst heraus (wie ja wohl Zunz gesagt hat), es ist nicht nöthig, daß man sich von ihnen mit Eklat trenne und — darum ist es unfern Eiferern auch nicht zu thun! Im Gegentheil, sie fließen oft von Liebe und Duldung gegen diese „irregeleiteten Brüder" über, sie sind um dieses Schei-

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