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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1877-01-18 · N° 3. (18.1.1877) · p. Seite 28

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
8 (1877)
Issue
N° 3. (18.1.1877)
Date
1877-01-18
Page
Seite 28 (sequence 10)
Language
German
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28 ten Familie nicht gelang, so wandte er sich ohne Weiteres an den hiesigen Gouverneur. Dieser ließ die ganze Familie, darunter einen Greis von über 80 Jahren, ins Gefängniß wer-! fen. Erst dem Einschreiten der europäischen Vertreter gelang es, die arme Judenfamilie vor Ztockschlägen und anderen Strafen zu bewahren und sie wieder der Freiheit zurückzugeben. — Die Christen dagegen erfreuen sich der größten Achtung von Seiten der maurischen Bevölkerung, und man darf den Berichten der spanischen Zeitungen — Spanien hat bekanntlich schon längst sein Augenmerk auf das von der Natur so sehr begünstigte Land Marokko gerichtet, — welche die marokkanische Bevölkerung als fanatisch und christenfeindlich schildern, keinen Glauben schenken. Der jetzige Kaiser Muley Hassan, ein junger, intelligenter, energischer Regent, i!t sogar ein großer Freund der Christen, und die marokkanische Regierung ist fortwährend bemüht, den Handel und Verkehr mit Europa, deren Förderer in der Hauptsache doch die Christen sind, zu heben, wovon die Regierung zu Gunsten und zur Benutzung der europäischen Kaufleute unternommenen Bauten von Häusern und Magazinen nach europäischem «Ltil ein beredtes Zeugniß ablegen. Auch sprechen die im Laufe dieses Jahres nach Paris, London und Rom entsendeten, mit reichen Geschenken versehenen Gesandtschaften deutlich für die friedlichen Bestrebungen der marokkanischen Regierung. (R.St.Z.) Palästina. Jerusalem. (Schluß). Auch „Habazeleth" giebt gleichzeitig von der Ruhe und Sicherheit Kunde, deren die Juden in Jerusalem sich erfreuen, aber um dem gegenüber bittere Klagen über den Zustand der zuHebro n wohnenden zu führen. Sie sind dort jeder Unbill und Nichtswürdigkeit ausgesetzt, einige darüber erzählte Geschichten, sind geradezu schauderhaft. Uits ist dabei aber eins ganz unbegreiflich. Es wohnen nach Angabe des Blattes 6—700 Juden in Hebron, Sefardim und Aschkenasim; letztere sind keine Eingeborene der Stadt, des Landes überhaupt, sie haben sich in Hebron niedergel affe n. Nun in Gottes Namen: war u m denn?! Freiwillig sich niederlassen und wohnen resp. bleiben, wo die abscheulichste Mißhandlung und Lebensgefahr auf Schritt und Tritt droht — nach der im Habaz. erörterten Lage der Dinge vorerst unabwendbar ist; was für ein Sinn liegt darin? In Armuth und von Alniosen leben können die Leute überall, muß es in Hebron sein? Wollen sie Palästina's Luft alhinen, muß es in Hebron sein? Wer sich in schauriger Winternackt halbnackt ins Freie setzt, ohne Noth, und nachher über Kälte klagt —-. Die Schritte, welche „Hab." zu Gunsten der Juden in Hebron zu thun empfiehlt, mögen sehr beachtenswerth sein, und es wüuscht gewiß jeder besten Erfolg. Unsre Verwunderung darüber, daß man sich in solche Noth und Gefahr begibt, bleibt gleichwohl dieselbe. — Von Berlin aus fordert Hr. l)r. Hildesheimer für das Comite für die Israel. Armenwohnungen (Zufluchtshäuser — möckte man den Ausdruck „Pilgerhäuser" verwenden!) in Jerusalem zu milden Gaben auf. Den Armen in Jerusalem freie oder billige Wohnungen zu verschaffen, ist ohne Zweifel eine große Wohlthat für die Armen selbst und indirekt auch für die Unbemittelten, weil dadurch die Mielhspreise erschwinglicher werden, und demnach, ebenso indirekt, auch gegen die Wucherer und Erpresser — verschiedener Confesfion. — Spenden zu diesem Zwecke sind an M. Altmann u. Co. Berlin, Spandauerbrücke 13 zu senden. Vermischte und neueste Nachrichten. Ad. Rosenthal) pro 1876, der in den Einnahmen mit 3155 M., in den Ausgaben mit 2442 M. abschließt, hat sich das Gesammtvermögeu des Vereins im letzten Jahre um ca. 650 M. vermehrt. Dasselbe beträgt jetzt 8212 M. 23 Pf. Es starben im Jahre 1876: 24 Personen. Frankfurt a/M., 12. Januar. (Or.-Corr.) Der Ausgleich mir den nicht Ausgetretenen ist nunmehr nach den Zusätzen zu dem Regulativ perfekt geworden, und liegt solches zur Genehmigung der Regierung in Wiesbaden vor. Heute ist wieder eine Frau von den Austrittlern gestorben, es ist noch ungewiß, ob sie auf dem Friedhof der Gemeinde beerdigt werde; wenn es geschieht, so ist es nur, um die Friedensliebe der Gemeinde dem fanatischen Treiben Hirsch's mit seinen 72 Jüngern gegenüber darzulegen. Die Namen der 72 Austrittler sind allen Vorständen der Gemeinde-Anstalten mitgetheilt worden. Italien Unter den in die italienische Kanrmer nicht Wiedergewählten gehört Hr. Finzi, ein Jude, aber ein seltsamer! Man warf ihm seine Religion während des Wahlkampfes vor. Er erwiderte, er sei wohl als Jude eingeschrieben, aber er habe sich weder nach Glauben, noch nach Lebenswandel je als Jude gefühlt. Er sei Freigeist und liebe alle Menschen; seine Kinder aber habe er katholisch erziehen lassen, „nicht aus Vorliebe für diesen Glauben, aber weil er es doch für nöthig halte, sie irgend einer Religionsgemeinschaft angehören zu laffen, und daher die der großen Mehrheit der Italiener vorgezogen habe, da er aus persönlicher Eefahrung wisse, wie hart es sei, eine sociale Sonderstellung zu tragen" — und trotzdem ist Jud' Finzi nicht gewählt. Amsterdam. In der Kammerverhandlung am 18. December brachte Hr. Godefroi (ehemals Justizminister) die unglückliche Lage seiner runiän. Glaubensgenossen zur Sprache und verlangte, daß mit jenem Laude kein Handelsvertrag geschloffen werden möge, der nicht allen in Rumänien wohnhaften Holländern, ohne Unterschied der Religion, gleiche Rechte gewährt. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten gab eine sehr zufriedenstellende und bündige Antwort, es werden nach dem neuem Vertrage mit Rumänien holländische Juden auf denselben Fuß gestellt werden, wie ihre christlichen Landsleute in dem Fürstenthum; er habe bereits früher Instructionen in dieser Beziehung ertheilt. London. Im Hofraume des Horsemongerlane-Gefängniffes wurde Dienstag früh, 2. Januar, Isaak Marks aus Seray (russ. Polen), der vor einiger! Monaten einen Glaubensgenossen, Namens Frederik Barnard, auf offener Straße erschaffen hatte, durch den Strang hingerichtet, nachdem ein von der Londoner jüdischen Gemeinde eingereichtes Gnadengesuch, das sich hauptsächlich darauf stützte, daß Marks an Geisteszerrüttung leide, voni Minister des Innern abschläglich beschieden worden. Der Delinquent schritt schlotternd und todtenblaß zum Schaffst, begleitet von zwei Rabbinern im Amtstalar, die hebräische Gebete murmelten. Da Marks von sehr leichter Statur war, brach ihm der jähe Fall nicht das Genick, und der Todeskampf dauerte niehrere Minuten. Kurz vor seinem Ende empfand er tiefe Reue über sein Verbrechen und bat seine geistlichen Beistände, der Famile des Ermordeten mitzutheilen, wie tief es ihm schmerze, sie ihres Ernährers beraubt zu haben. m Kiteudti Gemeinde. Strichle i Rddeutschl vesterrei Holland: vrmischt lin. tzresell Ktrüllrtor nch Assoc überreichte, seren Statt legenbeiten werben, ei gend eine terstuhiing mögen -lichen Men anerkannt, lich verf, rang die bi wahrend di i arbeitet um j ^tostopilc; lieber brz denen Nie li N geübt Zerdrückte ""-r Inden Thonip i but er >°gt aiii Magdeburg. Rach dem soeben ausgegebenen Rechnungs- Bericht der hies. isr. Beerdigungsgesellschaft (Vorsitzender Hr.

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