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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1878-12-18 · N° 51. (18.12.1878) · p. Seite 407

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
9 (1878)
Issue
N° 51. (18.12.1878)
Date
1878-12-18
Page
Seite 407 (sequence 7)
Language
German
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— 407 — zu befragen, die sämmtl'chen Pijutim zum Geichem-Gebete gestrichen. Auf seine Weisung öffnete der Schammes die heilige Lade und der Vorbeter schickte sich an, den letzten Pijut zu singen, darob entstand großer Lärm; der Zank wurde noch am Simchath Thora fortgesetzt und das Schlimmste bei der Sache ist auch hier wieder, daß die Streitigkeiten vor die Staatsbehörde gebracht wurden. (Himeliz) London. DaS „Ninetenth Century,, veröffentlicht einen historischen Artikel über die Internationale, worin nachstehende ganz unverantwortliche Behauptung zu lesen ist: „Seltsamerweise ist es gerade der deutsche Jude, in dem sich der heftigste TypuS des SocialiSmus darstellt. Die klebrigen, welche daS teutonische Element bilden, sind verhältnißmäßig sanft, die eifrigsten Führer der Internationale sind Juden gewesen. Juden und Andere, die zu der englischen Section gehören, baden entschieden jede direkte oder indirekte Belheiligung an den Verbrechen Hödel's und Nobiling's in Abrede gestellt." — Der Verfasser dieser sinnlosen Sätze hat natürlich an Las falle und Karl Marx gedacht, aber Laffalle halte nichts mit der Internationale zu thun; im Gegentheil, Fürst Bismarck hat ihm neulich in der größesten Oeffentlichkeit das Zeugniß nationaler Gesinnung ausgestellt, und dieses Zeugniß ist gewichtiger als das Gerede von ein Paar Hundert Goldwin Smith's und anderer Artikelschreiber. WaS aber Karl Marx betrifft, so ist er allerdings Hauplchef der Internationale, aber ihn mit Hövel und Nobiling in Verbindung zu bringen, fehlt es doch an jedem Beweis oder auch nur Anhalt. Die beiden Mordgesellen selbst aber sind ebenso wie Moncasi und Passamente Christen — von HauS aus. Christ war auch Bakunin, der eigentliche Apostel der politischen Mord- und gewaltthätigsten Umsturz-Theorien. Doch die angeführte Behauptung ist zu bodenlos, als daß noch ein Wort darüber zu verlieren wäre. Excentrische Köpfe giebt'S in allen Religionen und ist keine dafür verantwortlich zu machen. Aus Bosnien wird dem „Wien. Jsr." geschrieben, daß bei Verthesiung von 53 Medaillen an die Tapfersten der General an die Soldaten folgende Ansprache hielt: Das Regiment (Aroidi) wird .sich zweifellos sehr geehrt fühlen, in seinen Reihen den Tapfersten der ganzen Armee zu besitzen, — die große goldene Tapferkeitsmedaille ist dem OtfizierS-Stellverlreler Gustav Morgenstern zugewiesen worden." Nachdem der General selbst den Orden dem Hrn. Morgenstern an die Brust geheftet, empfing der so Ausgezeichnete von allen Seiten Gratulationen. Derselbe erhielt auch eine. große silberne Gedenkmünze nebst einem Begleitschreiben vom Obercommando in Serajewo, unterschrieben vom Feldzeugmeister PhilippowicS und Feldmarschall-Lieutenant Stubenrauch. — (M. hatte in der Schlacht am 7. October Erstaunliches geleistet.) Aus Rumänien. Als die rum. Armee am 29. Nov. ihren Einzug in Tultscha (Dobrubscha) hielt, überreichte der Vorstand der isr. Gemeinde dem commandirenden General AngeleScu Brod und Salz unb richtete an denselben in französischer Sprache Worte der Ergebenheit. Bukarest. Unser Glaubensgenoffe Ronutti Roman wurde zum Translator im Ministerium des Aeußern ernannt und hat im Tempel vor dem Rabbiner Dr. Beck den Amtseid geleistet. (Es beginnt allmälich selbst in Rumänien zu tagen!) Serbien. Ungarische Blätter berichten, daß die Serben in Rtsch die Gräber von Juden und Muhamedanern geschändet, die Leichen herausgerissen und verstümmelt haben. Die serbische Regierung habe Kenntniß von dem Verbrechen, es sei aber noch keine Untersuchung angeordnet. Man glaubt, daß diese Scheußlichkeiten verübt seien, um die Juden und Muhamedaner zu ängstigen und dahin zu bringen, das Land zu verlassen. Adrianopel. Bei Ankunft des Generals Totleben sind einige Zöglinge der Talmud«Thora und der Alliance-Schule ihm entgegen gegangen, und ein Schüler der letzteren hat ihm eine französische Adresse vorgelesen. Als H. Cazör ihm einige Tage später in Begleitung des H. Grsßrabbiners einen Besuch machte, sagte der General zu ihm: „Rach dem, waS ich gesehen habe, ist die israelitische Gemeinde hier weiter vorgeschritten, als die anderen; einer Ihrer Zöglinge hat mir eine Adresse vorgelesen, die so schön verfaßt gewesen und so schön vorgelragen wurde, daß ich wirklich ganz entzückt davon war." — Der H. Großrabbiner von Adrianopel, sowie die anderen israelitischen Mitglieder der Verwaltungsräthe sind von der russischen Regierung decorirt worden. (Aus dem Novemberbülletin der All.) Jerusalem. Die jüngste Nr. des „Habazeleth" vom 5. December meldet, daß zur großen Freude der Bevölkerung der laugersehnte und vielerstehle Regen eingetroffen. Die Theuerung der Lebensmittel wird nunmehr bald Nachlassen. Aus Afghanistan. Wie man dem indischen Blatte „Patrika" aus Dschellalabad am Kabulflusse unterm 5. Oktober meldet, hat der Emir von Afghanistan jetzt die Verordnung erlassen, daß die in seinen: Reiche wohnenden „Haili" (Armenier) und „Jehudijeh" (Juden), die vom Militärdienste gänzlich frei sind, von nun an eine „Harbieh" (KriegSsteuer) entrichten müssen, um so ebenfalls an den Lasten der Landesvertheidigung theilzunehmen. Wir theilen hier zugleich einige Details über die Juden Afghanistans mit. Die Muttersprache der in diesem Lande wohnenden Israeliten — die Anzahl derselben kennt man nicht — ist das Persische, daS überhaupt die Umgangssprache der höheren Klassen Afghanistans ist, da dieses Land bekanntlich früher einen Bestandtheil deS persischen Reiches bildete. Die größten jüdischen Gemeinden befinden sich in Kabul, Kandahar, Ghizni, Herat und Balkh. In ersterer Stadt befinden sich auch die Ruinen einer Synagoge und behaupten die dortigen Juden, daß dieselbe noch unter der Regierung des babylonischen Königs Rebuchaduezar erbaut wurde, um welche Zeit schon eine jüdische Gemeinde in Kabul exisiirt haben soll. Ihr RituS unterscheidet sich beteulend von dem ihrer abendländischen Glaubensgenossen. Sie b»ziehen ihre Religionsbücher zumeist au- Teheran oder Maslat. Arber Mustk-Spielwerke. Die Kunstindustrie hat während jeder Zeitperiode einen Artikel aufzuweisen. der als besonderer Liebling sich rasch die allgemeine Gunst erwirbt. Seit mehr als einem Jahrzehent zählen zu solchen die Mnslk- Spielwerke, deren Beliebtheit im steten Wachsen ist. Fast in jeder comfortablen. ja nur halbwegs anständigen Haushaltung findet man ein Erzeugniß dieser Kunstindustrie vor. Ein solch' Spielwerk oder Spiel« dose ist ein prächtiges und stets unterhaltende- Ding, immer dazu da, uns und unfern Gästen Vergnügen und Zerstreuung zu gewähren, in «Mt* samen und sorgenvollen Stunden bre üble Laune zu verbannen, unsere Grillen zu vertreiben. Niemand, dessen Mittel es immer nur gestatten, sollte anstehen, ein Spielwerk ooer eine Spieldose sich anzuschaffen und bei einem beabsichtigten Geschenke in erster Reihe seine Wahl dafür zu treffen. Und erst zu einem Weihnachtsgeschenke! Da gibt es gewiß nichts Paffenderes, nichts das dem Empsänger eine größere Freude zu verursachen vermöchte. Tonangebend, und diese Branche der Kunstindustrie geradezu beherrschend, ist das weltberühmte Haus I. H. Heller in Bern, welches viele Hunderte der geschicktesten Arbeiter beschäftigt, das Vollendetste in diesem Genre produzirt, und durch die Verdienstmedaille wiederholt ausgezeichnet wurde. Die Heller'schen Werke unterscheiden sich vortheilhast von allen anderen durch ihre Tonfülle, Reichhaltigkeit und geschickte Wahl der Melodien, sowie durch ihre harmonische Vollendung. Als Kennzeichen trägt jedes seiner Werke die Marke der Airma, (alle andern als Heller'sche angepriesenen sind fremoe) an welch' letztere man sich bei Bestellungen, auch wenn es sich nur um eine kleine Spieldose handelt, am besten stets direkt wenden wolle. Ganz besonders sind die Heller' schen Spielwerke — die im Inseratenteil unseres Blattes von diesem Hause direkt dem verehrlichen Publikum empfohlen werden — für Hotels, Caf«s und Restaurants geeignet und zu empfehlen. In denjenigen Etablissements, in welchen sie nun eingeführt sind, hat sich für die Herren Wirthe ihre Rentabilität eklatant erwiesen. Wir ertheilen daher jedem Wtrthe, dem es um eine erprobte Anziehungskraft seiner Gäste zu thun ist, den wohlgemeinten Rath: die Ausgabe für die Anschaffung sich nicht reuen zu lassen, ebenso wie wir za üveranS geeigneten Weihnachtsgeschenken die Heller'schen Spielwerke NNd Spieldosen nochmals nachdrücklichst empfehlen. Jllustrirte Preiscourante werden auf Verlangen Jedem franco zu gesendet. [1554

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