Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1878-09-25 · N° 39. (25.9.1878) · p. Seite 309

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
9 (1878)
Issue
N° 39. (25.9.1878)
Date
1878-09-25
Page
Seite 309 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5369809-9583355-9583205--3759-9583212
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Chancery Lane zum Gebrauche den bekehrten Juden. Ob sie vielfach gebraucht worden, ob viel oder wenig Juoen damals die Taufe angenommen haben, ist nicht bekannt, «ner rn dieser nämlichen Kapelle präsidirt jetzt ein Jude einem hohen Gerichtshof. L. Jerusalem, im August. (Or.-Corr.) Vorige Woche war Hr. Dr. Herzberg, Direclor der Ackerbau Schule Mckwe Jißroel, welche die Alliance zu Jaffa errichtet und erhält, mit feiner Frau hier. Sein Besuch inachte ob seiner aufrichtig religiösen Gesinnung auf Alle, die ihn kennen lernten, den besten ©inMucf, uuö t>i6 biSbev 'Änfttiuö flenommen, ifytc Kinder in die Schule nach Jaffa zu schicken, wollen es jetzt mit größter Bereitwilligkeit thun, da sie die Ueberzeugung gewonnen haben, daß der Besuch einer unter Leitung des Dr. Herzberg stehenden Schule ihren Kindern nur von größtem Vortheile fein könne Auch in die Lemel'sche Schule, welche bisher nur von sephardrschen Kindern besucht war, haben nunmehr mehrere Aschkeuasim sich entschlossen, ihre Kinder hinzusch-.ckm; dieselben lernen da die deutsche und arabische Sprache, und sonstige Elementar- und Nea'.gegenstände während dreier Stunden täglich. Es zeigt sich bei vielen Kindern eine große Begabung, und sollen einige derselben — auf Befürwortung des preuß. Consuls Baron von Munchhausen — nach Europa zu weiterer Ausbildung gesandt werden, um dann nach ihrer Rückkehr belehrend auf die Andern zu wirken. Feuilleton. B. Aus der Pariser Weltausstellung. Jüdische SeheitsWürdigkeiten. (Fortsetzung.) Weniger ängstlich war man trotz des ausdrücklichen rabbinischen Verbots in der Darstellung von Engelgestalten. Waren ja Chernbim schon in der ältesten Zeit zur Ausschmückung des Heiligthums verwendet worden! Unter den ausgestellten Gegenständen befUöet sich ein C h an u ka - Le uch t er, der das äußerste Maß von Harmlosigkeit gegenüber dem Verbot bildlicher Darstellung enthielt Er zeigt, daß im Zeitalter der Renaissance das eiudringende Heidenthuui auch die Juden nicht unberührt gelassen hat. Ein Mebusenhaupt von zwei Delphinen umgeben, Centauren, weiche Nymphen entführen, ist bas Nicht eine ganz seltsame Art von Toleranz? Jndeß ist hierbei, wie gleichfalls das Vorwort zum Katalog richtig bemerkt, christlicher Einfluß nicht zu verkennen. Die Engel mit pausbäckigem Kinbesgesicht sind keine jüdische Vorstellung; wo Engel in der Bibel auftrelen, da sind es Männer, die eine göttliche Boljchast bringen; zur Ze't der Makkabäer waren es zwar schon Jünglinge, die dem syrischen Eindringling den Eintritt in das Heiligthum verwehrten, aber erst die christliche Vorstellung von der absoluten Schuld des Menschen fand in de» uttichuldsvollen Kindergestchtern die Typen für die Vertreter absoluter Sündenlosigkeit, die Engel. — Wie weit reichte überhaupt der Einfluß christlicher Meister auf die jüdische Kunst? Ueber diese Frage giebt das lesenswertste Vorwort des Katalogs meiner Ansicht nach treffende Andeutungen. Die mittelalterlichen Gewerkschaften und Zünfte werden wohl schwerlich einem Juden Zutritt zu ihrem Verbände gestattet haben; indeß konnte dieser in seinem Ghetto wohl ungestört der Ausbildung seines Talents und seines schon aus dem Orient mitgebrachten Geschmacks.au Schmucksachen aller Art obliegen. Jedoch ist nachweislich auch christliche Arbeit nicht abgewiesen worden. Besonders ist der Einfluß italienischer Meister nicht zu verkennen, und wenn wir die ziemlich stereotypen Formen für die Ge würzbüchschen, welche zum Scgensspruch beim Sabbattausgang verwendet werden, betrachten, so werden wir uns nicht verhehlen können, daß in diesen Thürmen und Thürmchen deutliche Repräsentanten des mittelalierlichen Baustyls, des romanischen, des gothischen und der Renaiffance wiederzuerkennen sind. Uebrigens haben wir über die Verwendung christlicher Arbeit zu jüdisch-religiösen Zwecken bestimmte Nachrichten, und der Freundlichkeit des ebenso gelehrten, wie unermüdlich forschenden Secretairs der Alliance Jsraelite, Herrn Isidore Loeb, verdankt das genannte Vorwort ein interessantes Actenstück, das uns Aufschluß hierüber giebt. Es enthält einen lateinisch geschriebenen Contract zwischen dem Gemeindevorstand von Arles und einem christlichen Goldarbeiter, dessen Hauptpunkte folgende sind: „Am 34. März 1439 bestellten die Juden Massip, Durone, Bonsenchor v. Argentieres, Bonjahes von Beauscaire und Boniuc Bonfllds, Vorsteher der Synagoge der Juden von Arles, bei Meister Robin Asard, Silberarbeiter von Avignon, eine Krone für die Gesetzesrolle, oder, wie es damals hieß, für die Rolle der Juden. Meister Robin verpflichtete sich zur Anfertigung einer silbernen sechs Krone, der sogenannten Atara, deren Ausführung bis ins kleinste Detail vorgeschrieben, aus dem von den Juden zu liefernden Metall. Diese Arbeit wird Meister Robin in dem Hause des Bonjuhes Carcassonne aus Arles ausfühten, wo ihm ein Zimmer zur Verfügung gestellt werden wird. Die Arbeit muß am Sonnabend und den anderen jüdischen Festtagen ausgesetzt werden." — Der Preis für die ganze Arbeit beträgt 50 Florins d'Arles, von denen 30 bei Beginn nnd 30 nach Beendigung der Arbeit ausgezahlt werden sollen. Ich erlasse den Lesern eine eingehendere Schilderung der Krone, wie sie von Meister Robin gemäß dem vor einem Notar aufgenommenen Acleustück gewiß auch angefertigt worden ist. Der obige Auszug aus demselben genügt für meinen Zweck; ich will ja auch die Leser meines Berichts nicht mit gelehrten Bemerkungen, deren oben vielleicht schon zu viel gefallen sind, ermüden und wende mich nun immer an der Hand des vortrefflichen Katalogs zu einer kurzen Besprechung der wichtigsten von den ausgestellten jüdischen Sehenswürdigkeiten. OOOOOOOOOOOOOOOOOOGOoOOOOOOOOOOOOOOOOOOO | Jmüsch-theologisches Seminar in Breslau. § I O Die Vorlesungen des Wintersemesters beginnen am 24. October, O ~ O die Aufnahmeprüfungen finden am 22 und 23. statt. [1465 O O Dl*» h* IiSlZS4-l*llS^ Director. § 00000000000000000000O0000000000000000000 G. Singer, Triest i | empfiehlt und versendet sämmtlicheSorten ” Imbb D'O'nns bei bekannter reeller prompter Bedienung zu den möglichst billigsten Preisen. | I Höhere -WM I Ür l__ JErffiirt. Pensionat und Erzichungs-Jnstitut. Die Anstalt ist znr Ausstellung gültiger Zeugnisse für den einjährig freiwilligen Militairdienst berechtigt. — Das Wintersemester beginnt am 13. Oktober c. Ausführlichen Prospekt durch den Direktor DZ*. Wahl» Der Haushalt wird streng nach jüdischem Ritual geführt. [1445! am Eine perfekte israelitische Köchin wird bei hohem Gehalt gesucht. Näheres durch die Agentin Friederike Cahn, Magdeburg [1467 Frau Therese Gronau's erste Erziehungs-Anstalt für Töchter mos. Glaubens in Berlin, im herrlichen Thiergarten, Moltkestr. 4. I gelegen, nimmt noch Zöglinge jeden Alters unter mäßigsten Bedingungen auf. [1456

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.