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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1878-08-14 · N° 33. (14.8.1878) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
9 (1878)
Issue
N° 33. (14.8.1878)
Date
1878-08-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 33. 1878. ses-littsche Wochtn-Zchrist ~ für die religiösen und socialen Interessen des Judeuthums. «riibeint frlxn MI < tw (, ch v.fofttt lammt d«m allwSchcntli-b JJflb. 8H«t aturblatt* von Üabb. Dr. W. >«hMkr bei allen Postämtern u. etuchband« lungen »terteliShrlich tf Warf 50 Pf. Mit birerter Zusendung. in Ve»ts.biand i2 Mi. (7 fl.); nach bem »ubland«' 15 Mk <18 Hrc«.) >t hr l i di. Beiaiikwoctlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner 1)r. 3L Lreueufrls in Stettin. Inserate für die ,W o ch e n s ch r i f t", die dreigespaltene Petitteile oder deren Raum 35 Pf., (für ba< „Stteraturblatt'i 20 P f.,) sind durch fLmmtliche Annoncen-chrpeditionen oder direct an die Expedition der Israelitischen Wochenschrift >n Magdeburg" einzusenden. — Bet Wiederholungen Rabatt. Einzelnummern der .Wochenschrift" » 25 Ps. de» .Literaturblatt»" 4 1» Pf. Magdeburg, FA. August. Beilagen, 2500 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: kettende Artikel r Ein Wort an Herrn Prof. Du Bois-Repmond in Berlin -- Unsere Eantoren. verlebte und Sorresponvenzen: Dcutfchlano: Berlin. Colberg. Stuttgart. Bon der Elbe. Oesterreich: Budapest. Rumänien: Bukarest. Amerika: St. Lotus. vermischte und neueste «achrichten t Berlin. Bielefeld. Dessau. Thorn. Leipzig Fürth. London. Bosnien. Papa. Jassy. Marokko. San Francisco. Feuilleton: Bankier und Handelsjude. Inserate. C^iit Wort an Herrn H>rvf. Du BoiS-Aeymond in Berlin?) Hochgeehrter Herr Professor! Al» Eie vor einigen Jahren in jenem bewunderungswürdigen Vortrage die Grenzen des menschlichen Nalurerkennenmit kundiger Hand adzustccken versuchten und über jene dem menschlichen Erkennen versagten Gebiete das freimüthige ^Ignorabimus0) riefen, da fand dieser Ruf tausendfachen Widerhall in den Herzen aller Denkenden; dies Wort befestigte das Vertrauen des Laien zu dem besonnenen Naturforscher und rief dem durch die Errungenschaften seiner Wissenschaft zur Ueberhebung Versuchten ein warnendes: Halt! zu. Aber anher jenem, der ganzen Menschheit unzugäng- ') Da« nachfolgende Schreiben an Herrn Prof. Du B.,R. im Juni der Redaktion der „Gegenwart", welche bekanntlich gleichzeitig die Redaktion von „Nord und Süd" ist, zur Veröffentlich unter der Rubrik „Offene Briefe und Antworten" angeboren, ist dem Berf. erst unterm 14. Juli zurückgesandt worden, angeblich, weil e« gegen da« redaktionelle Prmjip de« Blatte« verstoße, gegen Journalartlkel zu polemistren. Wenn die» Princip ein allgemein angenommene« wäre, so wäre man „Journalartikeln" gegenüber wehrlos. Glücklicherweise ist dem nicht so. Uebrigen» ist die Arbeit de« Herrn Prof nicht blo« ein Journalartikel, sondern auch eine Red«, die öffentlich gehalten worden ist. — Der Berf.. der erst vor wenigen Tagen von einer Ferienreise au« dem Auslande zurückgekehrt ist, steht sich daher vor dem unangenehmen Dilemma, seine Bedenken gegen die Auffassungen de» Herrn Prof, ganz zurückzu« halten, oder mit denselben erst ziemlich spät vor die Oeffentlichkeit zu treten. Die in den letzten Tagen immer höher gehenden Wogen der Judenhetzeret haben ihn dazu bestimmt, da» letztere vorzuziehen. *) D. h. „wir werden nicht wiffen"; e« giebt Dinge im Gebiet« fc« Wiffenschast, Probleme, deren Lösung dem Menschengeist nie gelingen wird. Wachen- . August. 1 1878. Aw. 5638. Kalender. Mittwoch - . . 14 15 Chamischo Ossor. Donnerstag . . | 15 16 Freitag .... 16 17 Sonnabend . . 17 18 spr (Ende: 8 U. 4 Di.) Perek. 4. Sonntag . . . 18 19 Montag .... 19 20 Dienstag . . . | 20 2L lichem Gebiet des ^Ignorabiuius“ giebt es für jeden einzelnen Menscken noch ein anderes, das ich mit Ihrer Erlaubniß mit einer kleinen Modificalion der von Ihnen gebrauchten Be nennung, das Gebiet des ,Ignoramu8*') nennen möchte. Das Terrain des Ignoramus (Nichtwissens) ist in der Regel, gemäß der Schwäche und Beschränktheit des menschlichen Geistes, der nicht alles Wissenswerthe gleichzeitig zu beherrschen vermag, für die Angehörigen der verschiedenen Berufsarten verschieden, bleibt aber auch für den umfassendsten Geist immer noch groß genug. Dieses Gebiet des Ignoramus ist in einer Beziehung für den besonnenen Mann noch viel mehr ein noli ine tangere, als das des Ignorabimus, insofern über dieses Letztere bei der gleichmäßigen Unwissenheit aller Menschen Ahnungen und Phantasien jedem freistehen, über jenes hingegen nur der sprechen sollte, für den es eben kein Ignoramus ist. Und doch sind, geehrter Herr Prof., diese Betrachtungen in mir erweckt worden durch einenzPassus Ihres im Juniheft der Monatsschrift „Nord und Süd" veröffentlichten Vortrages über Nationalgefühl. Sie charaklerisiren in demselben das semitische Völlegefühl mit folgenden Worten: „Die Juden sind sich das auserwählte Volk GotteS Ihrer Meinung nach im Besitze des allein wahren Glauben-, der Kennlniß deS mächtigsten Gottes und der allein ihm gefälligen Opfer und heiligen Gebräuche verabscheuen sie alle übrigen Völker als Götzendiener, gegen welche jede Gewaltthat ihnen nicht nur erlaubt deucht, sondern sogar durch Priestermund auS» drücklich befohlen wird. Ohne Slaatsleben, ohne Kunst und Wissenschaft, gehen sie aus in einer auf beson» ’J D. h. „wir wiffen nicht."

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