Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 9 (1878)
- Issue
- N° 25. (19.6.1878)
- Date
- 1878-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Inserate sind der Weschkennignng wegen direct an die Expedition der „Isr. Wochenschrift" in Magdeburg;u senden. Zum 1. August cr. suchen wir einen Elementar-Lehrer, der gleichzeitig den Vorbeterdienst mit wahrnehmen muß. Der Gehalt beträgt für beide Functionen zusammen Mk. 1200 außer Emolumenten. Neflectanten wollen sich gefl. unter Einsendung ihrer QulificationsZeugnisse bei dem Unterzeichneten Vorstande sobald als möglich melden. [1350 Neustadt Gödens in Ostfriesland, Prov. Hannover, den 3. Juni 1878. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde: D. Cohen. 1302] Ein Cantor, Schächter und geprüfter Religionslehrer, der zugleich auch die Befähigung zum Unterricht im Deutschen besitzt, wird hier zum sofortigen Antritt gesucht. Neflectirende wollen ihre Zeugnisse baldigst an den Unterzeichneten Vorstand einreichen. Das Gehalt beträgt 9—1200 Mk, je nach Leistungsfähigkeit. Reisekosten werden nicht erstattet. Tütz (R.-Bez. Marienwerder), 12. Juni 1878. Der Vorstand. Pincsohn. ß Ein jüdisches Mädchen für die Küche, welches in guten, frommen Häusern gedient bat, wird zum 1. Juli oder 1. August gesucht. — Schriftliche oder persönliche Meldung mit Zeugniffen bei Frau Grunewald, Stettin, Zimmerplatz 2. [1339 Paris, den 31. Mai 1878. An unsere tlieuren Israeliten aller Orten! Geliebte Brüder! Hoch einen Beweis Eurer Theilnahme für unsere Brüder im. Orient, an denen sich der Religionshass so grausam und grässlich gekühlt hat. Die ganze Welt hallte wieder von dem Schmerzens- und Verzweiflungsschrei unserer Israeliten von Sagara, von Kasanlik, von fast ganz Bulgarien, dieser Unglücklichen, welche hilfs- und trostlos vor der blutigen Insurrection fliehen mussten und nur in wenigen Städten des Reiches einen Zufluchtsort fanden, der sie aufnehmen, der sie retten konnte, wo sie aber zu Tausenden in Elend ankamen und bei aller herzlichen und rührenden: Gastfreundschaft, die man ihnen bot, doch die schwersten Leiden zu tragen hatten. ‘ Da richtete die israelitische Alliance einen Aufruf an Eure Barmherzigkeit, theure Brüder, sie entwarf dieses herzzerreissende Bild, und von allen Seiten strömten die Opfergaben. Die Israeliten von Marocco , Russland, Amerika, von verschiedenen Gegenden Africas und Asiens vereinigten sich bei diesem heiligen Werke mit den Israeliten von ganz Europa; Präsidenten von Comites, Rabbinen, Cultusbeamten, Gemeinden, Vereine, alle haben geantwortet, alle haben ihre fromB|n Spenden gesandt. Aber die traurige Lage unserer Brüder ist noch immer hart und erfüllt uns mit Besorgniss. Alle Versuche, sie in ihre Heimath zurückzubringen, sind gescheitert; die heimischen Bevölkerungen haben sich ihrer Häuser und Besitztümer bemächtigt, sie antworteten auf die legitimsten Reclamationen mit dem glühendsten Hasse, und da keine Macht intervenirt, um unsere Israeliten zurückzubringen, und keine Autorität, ulk sie zu schützen, so dauern noch alle Gefahren fort und alle Bedrängnisse steigern sic]?-. Freunde! Unsere Hilfsmittel erschöpfen sich, und wir haben in Diesem Augenblicke von unseren teuren Flüchtlingen noch 4000 in Constantinopel, 4000 ® Adjn’anopel, mehr als 2000 in anderen Städten zerstreut, die um das Allernothwendigste *9b$n. Sie am Rande des halb offenen Abgrundes zu verlassen, ist ein grausamer Gedärme, der Jeden von uns bis in die Tiefe seines israelitischen Herzens aufregt. Wohlan! Theure Freunde, noch einen brüderlichen Act, noch einen Theilnahnm! Geben wir Brot diesen Unglücklichen, welche leiden, uns vor, sie in iAe Heimath zurückzuführen, sobald der Orient 4acificirt sein wir* ' Ihr Alle, geliebte Bruder, die Ihr diese zweite Bitte der israelitischen Alliance vernehmen werdet, öffnet Eure Herzen dem heiligen Mitleid, dass die Stimme Israels uns von einem Ende dieser irdischen Welt bis zum anderen er wieder!. Bieten wir so grossen Leiden alle unsere Tröstungen dar, erfüllen wir gegen diese Unglücklichen, die uns anrufen, unser menschliches und brüderliches Werk bis zu dem Tage, wo Der, von welchem alle unsere Geschicke abhängen, ihre nationale und vollständige Wiederherstellung gebieten wird. Das Central-Comite der Alliance Isr. Universelle. Grossrabbiner L. Isidor, Senator Ad. Ehrenpräsident. Präsident^. Joseph Derenbourg, 8. H. Goldschmidt, N. Leven, Lehmann, Vizepräsidenten. General-SecreÄ,' .aBatzmeister-Delegirter. Die Redaction dieses Blattes ist bereit, milde GaÄi zu "'diesem Hilfswerke in Enmfaner zu nehmen und der Centralstelle in Paris zukomm^.zivlassen. | Heiraths-Gesuch. Ein junger Kaufmann, mos, tüchtig in seinem Fach, aus achtbarer und religiöser Familie, mit einigem Vermögen, wünscht die Bekanntschaft einer jungen, gebildeten Dame, möglichst mit Vermögen, Behufs Verheirathung zu machen, und wäre es erwünscht, wenn selbiger gleich in ein Geschäft hineinkommen könnte. Junge Damen oder Wittwen, welche obigen Anforderungen genügen, wollen ihre Adresse vertrauensvoll unter M. G. 78 an das Post-Amt Nr. 22, Berlin, Schönhauserstr., postlagernd einsenden. Strengste Discretion wird selbstredend bewahrt. Hotel Sekwed Bad Kis§ingen. Großer Speisesaal, Garten u. Zimmer, fem und mäßige Preise. [1346 „Wiener Jüdischer Kikeriki/' Unter diesem Titel erscheint in Wien eine humoristische Zeitschrift in hebräischen Lettern und deutscher Sprache. Die erschienenen Nummern dieses Witzblattes sind reckt schön ausgestattet und lassen an Heiterkeit nichts zu wünschen übrig. Diese Zeitschrift, einzig in ihrer Art, erscheint am 1. und 15. eines jeden Monats. (Preis 4 M. jährlich.) [1348 ist der Titel einer ausserondentlich schönen Erzählung von 8. Kohn, Verfasser des „Gabriel“, welche jetzt in der IIS" «Jüd. Presse“ in Berlin veröffentlicht wird. Die „Jüd. Presse“ kostet vierteljährlich 3 Mk., für Cultusbeamte 1.50, monatliches Literaturblatt gratis. Neu Jüd. Presse“ bis 1. Juli unentgeltlich. Beschuldigungen, Anklagen u. drgl. eine sofortige Widerlegung finden. Preis des Blattes (incl. Porto) für Russland: 6 Rubel; für Oesterreich: 10 Gulden; für Deutschland: 20 Mk. für das ganze Jahr, (u. entsprechend für das Halb- oder Vierteljahr.) Unser Hauptagent für Russland und das Ausland ist Ilr. J. Michalewski .in Wilna, für Polen der Buchhändler El. Jizch. Spiro in Warschau (St. Jurski 22.) Directe Bestellungen sind zu machen bei der Bedaction des „Hanieliz“ in St Petersb urg, Liteinij Prospect Nr. 3 5. Indische Presse, Berlin, vierteljährl. 3 M., f. Cultusbeamte M. 1,50, sehr zu empfehlen. (1238 Berichtigung. Einer kindischen Mißdeutung willen berichtigen wir einen sonst leicht erkennbaren Druckfehler in Nr. 23. S. 180,b, unter Pari s steht: „einen isr. Cassationshof,Kammerpräsidenten" — statt des Komma sollten Bindest r i chuMtwerden. Voilä tout. eintretende Abonnenten erhalten die, Seebad llwdroj Grand Restaurant bestens empfohlen. T. Cohn. [1347 Avis! Vom 1. Juli an erscheint in St. Petersburg die hebr. Wochenschrift: Hameliz. Herausgegeben von Alexander Zederbaum u. Dr. A. J. Goldenblum. Dieses Blatt bringt ausser den allgemein politischen Nachrichten und Regierungserlassen, insbesondere alle die Juden betreffenden Mittheilungen, theils in Originalartikeln, theils in Auszügen aus den verschiedenen jüd. Zeitschriften, auch geschichtliche und biographische Abhandlungen, sowie belletristische Erzählungen. In besonderer Rubrik sollen alle gegen Juden und Judenthum auftauchenden Verlag der Expedition der „Israelitischen Wochenschrift« in Magdeburg. Druck von C. Scharnke in Barby.