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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1878-04-17 · N° 16 u. 17 (17.4.1878) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
9 (1878)
Issue
N° 16 u. 17 (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JI216ii.17.1878. Jahrgang IX, Wochen-Zchrist für die religiösen und soeialm Interessen des Judenthums. n Erscheint jeden Mittwoch ».kostet sammt dein allwöchentlich erscheinenden „Jüd. Literaturblatt" von Rabb. vr. M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark £50 Pf. Mit direkter Zusendung : in Deutschlano 12 Mk. <? fl.): nach dem Auslande: 15 Mk. (18 Frcs.) jährlich. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. A. Treueufels in Stettin. -- Inserate für die „Wochen schrif t", die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 23 Pf.. (für das „L i t e r a t u r b l a t t" » 2 <> P f.,) sind durch sämmtliche Annoncen « Expeditionen oder d t re c t an die Expedition der Israelitischen Wochenschrift in Magdeburg" einzusenden. — Bei Wiederholungen Rabatt. Einzelnummern der „Wochenschrift" » 25 Pf. d«S „Literaturblatts" a 15 Ps. Magdeburg, 17 April. Beilagen, 2500 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Des Festes wegen erscheint WT** nächste Woche keine Nr.; dafür diesmal eine Doppelnnmmer. Die Expedition. Inhalt: Leitende Artikel: Gehörst Du zu uns oder zu unseren Feinden? — Die Juden vor dem Tribunale der Wissenschaft. Berichte und Correspondenzen: Deutschland: Stettin. Berlin. Frankfurt a. 3Ji. Düsseldorf. Halberstadt. Oesterreich: Lemberg. Brünn. Fran kreich: Paris. Inhalt der Beilage: Vermischte und neueste Nachrichten: Berlin. Berlin. Hamburg. Osterode. Meisenheim. Wien. Eibenschütz. Turin. Paris. Je» rusalem. Bombay. Feuilleton: Täuschungen. Inserate. Wachen- April. 1878. Nissan 5638. Kalender. 1 Mittwoch . . . 17 14 1 Eruw Tawschilin. Donnerstag . . 18 15 Peagaeh. 1. Tag. Freiwg .... 19 16 „ » 2. „ Sonnabend . . 20 17 (Ende 7Ü.47M.') Sonntag . . . 21 18 » » 4. Tag. Montag.... 22 19 5. „ Dienstag . . . 23 20 » » 6. * Mittwoch . . . 24 21 » » 7- * Donnerstag . . 25 22 ff ft 8. » Freitag . . . . - 26 23 - Sonnabend . . 27 24 na (Ende8u.IM.) Sonntag.... 28 25 Montag .... 29 26 Dienstag . . 30 27 Gehörst du zu uns oder zu unfern Feinden? (Zum Peßachfeste.) (Josua 5,13.) In der Haftarah des ersten Festtages richtet Josua an den Unbekannten, der ihm plötzlich gegenüdersteht, die in der Ueberschrift genannte Frage. Er irrt freilich in dem gegebenen Falle, es ist auch durchaus nicht immer nothwendig, daß Jemand unser Feind sein müsse, wenn er nicht ganz für uns, ganz unser ist; aber Josua war doch zu seiner Voraussetzung wohl berechtigt, denn er stand im Lager vor einer feindlichen Stadt und der Fremde hatte ein gezogenes Schwert in der Hand. Freund oder Feind, — an ein Drittes war da kaum zu denken. Aber lassen wir die geschichtliche Beziehung bei Seite; das Wort Josua's gehört zu jenen „geflügelten Worten", die einmal, wenn auch gelegentlich ausgesprochen, nicht wieder vergessen werden, auf die Nachwelt kommen, der Geschichte angehören. Für die Geschichte Israels ist das Wort von besonderer Bedeutung. Jahrtausende hindurch ist es nicht anders gewesen: wer nicht zu uns gehörte, der war Israels Feind- Von Pharao an, ja von Laban her, wie die Hagadah meint, ist diese feindselige Gesinnung immer an den Tag getreten; „in jedem Zeitalter ist man aufgestanden uns zu vernichten". Von Amalek wieder sagt der Midrasch: yurbl M1DD JW „er nahm andere Kleidung und Sprache an, um die Feindschaft zu verbergen und doch zur Geltung zu bringen; auch das ist charakteristisch so geblieben, die Feindseligkeit hat immer anvere Gestalt angenommen und anderer Redewendungen sich bedient, und ist doch stets die gleiche geblieben. Da giebt es eine zahlreiche Schaar von solchen, die sich „Freunde Israels" nennen, sie wollen sich unserer erbarmen, aus Liebe uns von unserm Glauben abtrünnig machen, sie wenden, wie einst Haman, zehntausend Silbertalente auf, um — nur eine Judenssele zu „retten." Durch Humanitätsanstalten wollen sie die Unsrigen einfangen, sie bauen Krankenhäuser, Asyle, gründen Schulen, bieten Brod, Obdach, Unterricht — Alles, um Israel allmählich zu vernichten. Da sind Andere, die uns „Wohlwollen". Sie gönnen uns bürgerliche Rechte und Ehrensiellen, haben uns redlich beigestanden im Ringen um unsere Befreiung, und dennoch sind sie Gegner — unserer Religion. Das Judenthum ist ihnen ein Greuel, die heilige Schrift, der Talmud, unser Religionsgesetz, alles was uns zu Juden macht und als Juden erhält, ist ihnen zuwider, wird von ihnen mit Unglimpf überschüttet. Sie haben gehofft, die Emanzipation wurde bewirken, daß wir aufhörten zu sein; sie haben sich getäuscht und sind ungehalten. Giebt es aber nicht auch Neutrale, Parteilose? Sehen wir auf die Gebiete, die vorzugsweise der Feindseligkeit, den religiösen Gegensätzen entrückt sein sollten, auf die religiös neutralen Fächer: Kunst, Wissenschaft,

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