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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1878-01-30 · N° 5. (30.1.1878) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
9 (1878)
Issue
N° 5. (30.1.1878)
Date
1878-01-30
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Inserate sind der Beschkeunignng wegen direct an die Expedition der „Isr. Wochenschrift" in Wagdevnrg zn senden. Die Predigerstelle in unserer Gemeinde soll bald besetzt werden. Reflectanten, welche nicht Doctoren zu sein brauchen, wollen sich unter Einreichung ihrer Qualificationszengnisse und Personalien bei dem Unterzeichneten melden. Neuenkirchen, Neg.-Bez. Minden, 6. Januar 1878. [1194 Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Simon Porta. Die hiesige Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle, verbunden mit einem jährlichen fixirlen Gehalte von *750 Mark und circa 1300 Mark Nebeneinkünften ist zum 1. April d. I. vacant. Qualificirte Bewerber, die verheirathet sind, wollen uns ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen bis spätestens den 20. Februar franco einsenden. — Den bei der engeren Wahl Herberufenen werden jedoch die Reisekosten nicht vergütigt. Spandau, den 13. Januar 1878. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde 1190]_A. Hirfchfeld. In diesiger Gemeinde ist die Stelle eines Neligionslehrers, Vorbeters und Schächters zum Mai zu besetzen, fester jährlicher Gehalt 4 50 Mark und den Ertrag der Schechita, freie anständig möblirte Wohnung, Heizung, Aufwartung, Mittag und Abendtisch. Hierauf Reflectirende wollen ihre Zeugnisse an den Vorstand der israel. Genieinde in Plan in Mecklenburg baldigst einsenden._[1195 In einer anständigen Familie in Magdeburg finden zwei Kinder unter gut. Bedingungen liebevolle Aufnahme. Schularbeiten können beaufsichtigt werden. Herr Oberstabsarzt Dr. Rosenthal Hierselbst Breiteweg Nr. 26, wird die Güte haben, nähere Auskunft zu erlheilen. [1192 Für ein junges Mädchen aus guter Familie, das in allen häuslichen Arbeiten orientirt ist, auch eine gute Schulbildung besitzt, wird eine Stellung in einer achtbaren jüdischen Familie zur Stütze der Hausfrau gesucht; es wird weniger aus hohes Saiair, wie auf gute Behandlung gesehen. Offerten unter Litera, 8. 1765 befördert die Annoncen-Expeditiou von E. Schlotte in Bremen. [1171 Beim Unlerzeichneten findet ein m der Küche nnd Hausarbeit erfahrenes Mädchen bei gutem Lohn dauernde Stelle. Eintritt am 1. April d. I. Lippstadt, Westphalen. [1193 I. Hammerschlag. Israeli ti 86 h 68 Töchter-Pensionat. In unserem Unterrichts- und Erziehungs-Institut (Dresden, Porticus Nr. 3) können noch einige Zöglinge aufgenommen werden. Prospect u. Referenzen auf Wunsch. [1165 Dr. J. II. Jacobson und Frau.!! Kunstvolle Stickereien!! für Cultus rc. in Gold, Silber nnd Seide rc., sowie Fahnen für Vereine rc., Kunststopfereien jeder Art fertige ich kunstvoll, elegant und billig. Referenzen zu Diensten. Ertheil. d. Privatunterricht in allen weibl. Handarb. Frau Rosalie Reiter, erste Industrie-Lehrerin d. Industrieschule Breslau, Unterbär 1. [1196 1183] In einer höchst respectablen, gebildeten u. relig. Familie (kinderlos) finden einige junge Mädchen liebevolle Aufnahme u. gewiffenhafte Erziehung. Nähere Auskunft durch Hrn. Rabbiner Dr. Treuenfels in Stettin. Das 120 Seiten /«r r 4,4 I starke Buch: WlUJl unb Rheumatismus,! eine leicht verständliche, vielfach bewährte Anleitung zur Selbstbehandlung dieser schmerzhaften Leiden wird gegen Einsendung von 30 Pfg. in Briefmarken franco versandt von Richter's Verlags - Anstalt in Leipzig« — Die beigedruckten Atteste beiweisen die außerordentlichen Heilerfolge der jdarin empfohlenen Kur. [1175 In meinem Verlage erschien soeben: Neue (1143 ®0nfiriiitt0it0-$eliBii für den Warmizrva. Nach allen Wochenabschnitten geordnet von Rabbiner Ehrentheil. Verfasser derj„Aharonsstab" Buch d. Weiheu.s.w Preis Mar! 2. 25 Pf. In kindlich gemütbvoller Sprache gibt der Verfasser für jeden Wochenabschnitt eine dem Knabenalter entsprechende Rede. Vielfaches Verlangen nach einem solchenZWerke war die Veranlassung zur Herausgabe desselben. Bei der anerkannten hervorragenden Kanzelberedtsamkeit des Verfassers bedarf es gewiß keiner weiteren Empfehlung, wie auch die Ausstattung eine in jeder Hinsicht vortreffliche ist. Frankfurt a. M. I. Kauffmann. - ... Damit jeder Kranke, bevor er eine Kur unternimmt, oder die Hoffnung auf Genesung schwinden läßt, sich ohne Kosten von den durch Dr. Airv's Heiimethod« erzielten üderraschenden cheiluiilieii überzeugen kann, sendet Richter's Verlags-Anstalt in Leipzig auf Francs-Verlangen gern Jedem einen „Attest-Auszug" (190. Ausl.) gratis und franco. — Versäume Niemand, sich diesen mit vielen Krankenberichten versehenen „Auszug" kommen zu lassen. — Von dem illustrirten Originalwerke: Dr. Riry's Naturheilmelhode erschien di« 100. Ausl., Jubel-Ausgabe, Preis l Mk., zu beziehen durch alle Buchhandlungen ....... D4E* Warnung! Um nicht durch ähnlich betitelte Bücher irre geführt zu werden, verlange man ausdrückliL vr. Airy's Originalwerk, herausgeqeben von Richter's Verlags-Anstalt in Leipzig. [1122 /Äute junge gebildete Dame (Isr.), welche auch musikalisch ist, sucht Stellung als Repräsentantin oder Gesellschafterin in einem feinen Hause. Reflectanten belieben sich an Hrn. Rabbiner Dr. Treuenfels, Stettin, zu wenden. Briefkasten der Redaction. Hrn. 14. in Puszta Kalan (Siebenb.) Als Antwort a.tf Ihre Anfrage und für den Herrn, der einen Einwand gegen die Wahrheit der Torah erhoben hat, diene Folgendes. — Während noch heute Gesetze oft für den gemeinen Mann unverständlich abgefaßt werden und nur von dem Studirten recht ausgelegt werden können, sollten die Gesetze der Torah für Jeden verständlich und anwendbar sein. Das 11. Kap. des 3. B. Mos. konnte daher nicht tiefe und auf gründlicher Forschung beruhende Raturkenntniß vorauszusetzen, sondern mußte sich an das halten, was vor Augen liegt, was jeder erkennen, prüfen und beurtheilen kann. Daher liegt z. B dem ganzen Kapitel eine Eintheilung zu Grunde, wonach die Thiere in Land-, Wasser- und Luft- (fliegende) Thiere zerfallen. Die Zoologie klassificirt anders, aber sie geht von künstlichen, oft verborgenen Kennzeichen aus, ihre Eintheilung wechselt, die heutigen Lehrbücher haben eine ganz andere, als die, welche vor etwa 30 Jahren in Gebrauch war. Die Bibel will nicht Naturgeschichte lehren, sondern Jedem verständlich sein, sie geht daher von einer Eintheilung aus, über die Niemand in Zweifel und Ungewißheit sein kann. Aehnlich verhält es sich mit den Zeichen der reinen Thiere und den im 11. Kap. namhaft gemachten vier Ausnahmen. Diese Ausnahmen sind allerdings nun scheinbare. Die Naturkunde lehrt: Alle Wiederkäuer sind Zweihufer und umgekehrt, uno alle Nicht-Zweihufer sind Nicht-Wiederkäuer uno umgekehrt. Das wußten auch schon die Talmuoisten uno sagen es deutlich Chulin 59,a. Aber die Torah durfte solche später den Forschern klar gewordene Erkenntniß nicht voraussetze n. Das Schwein, lehren die Naturforscher, ist nicht wiederkäuend, und ist kein Zweihufer, obgleich es dem Anschein nach zwei Hufe hac. Aber das sieht man nicht, der Augenschein zeigt zwei Hufe, wenn also die Bibel das Schwein nicht, des Augenscheins wegen, als Ausnahme aufgeführt hätte, so würde es tausend Jahre lang für rein gegolten haben, denn das Nichtwiederkäuen ist ja nicht so leicht zu erkennen, wie die augenfällige Hufbildung. Der Hase dagegen wurde lange Zeit von Vielen für einen Wiederkäuer gehalten, das genügt, um es richtig zu finden, daß die Bibel ihn als'Ausnahme aufzählt, denn daß seine Pfötchen auch nüt zweihufigen A e h n l i ch k e i t haben, ist ja augenfällig. Ich will hier nur christliche Gelehrte citiren. Michaelis Mos. Recht IV. §. 204 sagt: „Ob der Hase wieoerkäuct oder nicht, ist so unentschieden, daß man selten, wenn man zwei Forftoerständige fragt, einerlei Antwort bekommt." Rosenmüller Scholia: „Manche lüugnen, daß der Hase wieder - käue, weil seine Magenbildung anders sei als die der Wiederkäuer. Aber das ist wenigstens gewiß, daß der Hase eine dem Wiederkäuer sehr ähnliche Bewegung macht." — So schrieben die Gelehrten noch zu Ende des vor. Jahrh. Konnte nun Moses bei seinen Zeitgenossen die richtige Naturkunde der heutigen Zeit voraussetzen, durfte er jeden Juden für einen Cuoier halten?*) Er mußte sagen: „Der Hase mag wohl wiederkäuen, aber er ist kein Zweihufer, darum unrein." — Daß die Bestimmunien des 3. B. M. 11 durchaus materiell correkt und unanfechtbar sind, und daß es nur diese vier scheinbaren Ausnahmen gibt, wie schon der Talmud bemerkt, bleibt immer ein Zeichen göttlicher Autorität der Schrift. Die Correspondenzen Wolfenbüttel, Pasewalk, Krakau, Stockholm in nächst. Nr. *) Die heutige Zoologie rechnet den Hasen zu den Nagern. Wird aber wohl ein Ungelehrter ihn für einen Verwandten der Ratten halten?! Richtig ist, wahr ist auch, daß die Ratten Hauptträger der Trichinen sind, und die Hasen sollen auch der Trichinose verdächtig sein, wie ich gelesen habe. . Verlag der Expedition der „Israelitischen Wochenschrift* in Magdeburg. Druck von C. Scharnke in Barbp.

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