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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1878-01-23 · N° 4. (23.1.1878) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
9 (1878)
Issue
N° 4. (23.1.1878)
Date
1878-01-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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tut die religiösen ^Lnd soeialm Interessen des Judenthums. Jahrgang M 4. 1878 Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem allwöchentlich erscheinenden „Jüd. Literaturblatt" von Rabb. vr. M. Rah me r bei allen Postämtern u. Buchhandlungen vierteljährlich S Mark 50 Pf. Mit directer Zusendung : in Deutschland 12 Mt. (7 fl.): nach dem Auslande: 15 Mk. (18 Frcs.) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" n 25 Pf. des „Lireraturblatts" » 15 Ps. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dt. 2. Treuenfels in Stettin. Magdeburg, 23 Januar. Inserate für die „Wo ch en f ch r i f t", die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pf.. ( für daS „Literaturblatt" ä 20 Pf..) sind durch fämmtliche Annoncen-Expeditionen oder direct an die Expedition der Israelitischen W o ch e n s ch rift in Magdeburg" einzusenden. — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilagen. 2500 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel Der Mensch und seine Bedeutung in der Bibel vom naturwissenschaftlichen Standpunkte betrachtet. Berichte und borrespoudenzen: Deutschland: Berlin. Hamburg. Hannover. Cassel. Frankreich: Paris Schweden: Stockholm. — Palästina: Jerusalem. Türket. — Nordamerika: Newyork. vermischte und neueste Nachrichten: Magdeburg. Hamburg. Breslau. Königsberg. Ulm. Mainz. Wien. Paris. Constantinopel. Marocco. euilletou r So rächt sich ein Jude. nserate. Wochen- Januar. 1878. Scliwat. 5638. Kalender. Mittwoch . . . 23 19 Donnerstag . . 24 20 Freitag .... 25 21 Sonnabend . . 26 22 Sonntag . . . 27 23 ‘HiV (Ende 8 U. 17 M.) Montag.... 28 24 Dienstag . . . 29 25 Der Mensch und seine Bedeutung in der Bibel vom naturwissenschaftlichen Standpunkte betrachtet von Martin Kornfeld in Posen. (Zweiter Artikel. — Siehe Nr. 46 v. I.) Indem uns die Bibel im Voraus damit bekannt machtdaß der Mensch lediglich zum Zwecke der unumschränkten Herr' schaft über das gesammte Thierreich geschaffen wurde, hat sie uns zugleich auf den fundamentalen Unterschied zwischen Mensch und Thier hingewiesen. Ohne Rücksicht auf den äußeren oder inneren Bau des Körpers und seiner Theile, etwa der Schä« delform, der Gehirniubstanz, der aufrechten Haltung, der 2 oder 4 Hände rc. markirt sich der Mensch als Beherrscher der Thiere durch eine ihm bei der Erschaffung ertheilte, gottähnliche Machtvollkommenheit, für die wir in der gesammten Thierwelt keine Analogie finden?) Auf die Frage: Wo fängt der Mensch an und wo hört er auf? Gehört der Affe vielleicht schon zum Menschengeschlecht, oder sind Neger, Papuas rc. noch thierische Gebilde? Dürfte die Antwort im biblischen Sinne nicht auf Schwierigkeiten stoßen durch die Wahrnehmung, daß die Affen nicht die Thiere zu ihren Zwecken benutzen, während die untergeordneten Menschenstümme immerhin die Thierwelt sich unterthan zu machen bestrebt sind. Während für das Pflanzen- und Thierreich verschiedene Urtypen geschaffen sind (Männchen und Weibchen), welche bei ihrer Fortpflanzung nicht aus der Art schlagen sollten, wird das Menschengeschlecht nur auf einen Urtypus beschränkt, daher der Beisatz „nach seiner Art" bei der Erschaffung des Menschen keine Anwendung finden konnte. Es *) Vgl. hierüber unsere früheren Aufsätze in diesem Blatte: Naturwissenschaft und bibl. Schöpfungslehren. (Nr.11 und 12 v. I.) sind dieser Schilderung der Bibel von der Entstehung des Men schen vml^ einem Paar die verschiedenartigsten Angriffe von Selten der Gelehrtenwelt nicht erspart worden. Im Gegen/ satz zur bekannten Darwinschen Hypothese, welcher eine einfache Urzelle genügt, um alle organischen Gebilde, inclusive Mensch, daraus entwickeln zu lassen, halten anbere Naturforscher ein Menschenpaar für unzureichend, um alle menschlichen Varietäten sowohl in ihrer Quantität als Qualität davon abstammen zu lasten. So behauptet Burmeister u. A.:*) „Wenn also in der Zeit unserer historischen Wahrnehmungen noch nie ein Jude mit markirter Individualität den Typus eines ächten Deutschen angenommen hat, so lange er auch Deutschland bewohnte, vorausgesetzt, daß er reinen jü dischen Stammes blieb: wenn ferner niemals Europäer, die nach Afrika oder Amerika auswanderten, dort im Laufe von Jahrhunderten zu Negern oder Karaiben wurden; warum sollten die Nachkommen Adams, die doch sicher einen gewissen eigenthümlichen Familientypus besitzen mußten, sich zu Negern, Papuas, Karaiben, Malayen oder Mongolen umgeändert haben? Ein Grund dafür kann nicht nachgewiesen werden, und daher bestreiten wir die Nichtigkeit der Annahme." Bei der Wahrnehmung der typischen Beharrlichkeit der Juden wird die Differenz der Lebensweise derselben außer Acht gelassen. Da die Juden bisher (mit geringen Ausnahmen) ihre Nahrungsmittel dem mosaischen Speisegesetz gemäß nur auf gewisse Thierclassen beschränkten, und auf viele Speisen verzichteten, deren Genuß wohl einen größeren Alkohol consum erforderten (z. B. Austern, Krebse rc.), so dürfte zweifellos trotz gleicher klimatischer Einflüsse sowohl der Charakter als der Gesichtsausdruck rc. abweichend geblieben sein. Es ist *) Hermann Burmeister, Professor der Zoologie, Geschichte der Schöpfung. 2. Auflage. Seite 544.

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