Israelitische Schulzeitung
- Journal
- Israelitische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1882). Bestand LBI
- Issue
- 12 (12.1882)
- Date
- 1882-12-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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48 — r - . ^itfotion und tiefes m lcv oU'unde und Verehrer ^-iselsten, auch in weiter -oerauern erregt und lviich<<zu erwecken. Denn Ehrmann rrttne die innigste ThpMst Miuf als vielseitiger und prvdncr.C!!tni ««SftflThatte sich als Berussmnnn sowohl in tri?' .ÄMeir als Seelsorger, wie später als Lehrer durch I-^oHnnZsvolle Pflichttreue jederzeit ausgezeichnet, wie ihn oenn auch der Tod inmitten der Ausführung feine«« Berufes — er war aus dem Wege zur Schule vorn Schlage gerührt worden — ein jähes Ende bereitete. Ehrmann ward 1817 in Muttersdorf im nordwestlichen Böhmen als Sohn des dortigen Rabbiners geboren, bei dem er seine nächste Vorbildung für den theologischen Berrrs, dcur er sich aus innerer Neigung gewidmet, erhielt. In Prag widmete er sich dann den elassischen, wie den jüdisch-wissenschaftlichen Studien, die dort in den 30er und 4Oer Jahren geblüht, mit aller Begeisterung und erhielt bald rrach seiner Ordination eine Anstellung in der kleinen Gemeinde Kuttenplein, von wo "er als Rabbiner nach Hohenems (Vorarlberg» berufen wurde, das er später mit?B.-Leipa vertauschte. Mitte der 00er Jahre übersiedelte er nach Prag, wo er sich der Herausgabe einer Wochenschrift „Das Abendland" für allgemeine jüdische und literarische Interessen widmete, bis er im Jahre 1807 hierher als Religionslehrer an den Mittelschulen berufen wurde. Hier gab er sich den anstrengenden Pflichten seines- Lehrberufes mit aller Aufopferung hin und setzte gleichzeitig seine literarischen Bestrebungen ununterbrochen fort, die sich auch vermöge der Tiefe seines Gemüthes und poetischen Veranlagung aus das schöngeistige Gebiet erstreckten. Ten 17. November- Nachmittags fand das Leichenbegängnis des plötzlich Verstorbenen unter einer anherordentlichen Betheilignng statt. Die Professoren und Schüler der Mittelschulen, an welchen er thätig war, gingen dem Zuge vorari. Der Sarg war vort vielen prachtvollen Kränzen mit Erinncrungsbändern überdeckt.. Nebst den Trauernden sahen wir in dem außerordentlich langen Zuge die Herren OberlandesgerichtSMth Wo l f, Gemeindeausschnßinitglied R o hr e r, den evang. Plärrer Do. T r a n t e n b e rg e r, mehrere kath. Geistliche rrnd sonstige Notabilitären. Rabbiner vr. Plaezek hielt dem Verblichenen einen ergreisendeil Nachruf nnb entwarf, indem er an den letzten Vortrag, den Ehr mann zwei Tage vor seinem Tode über den Propheten Elia gehalten („Und Elia gürtere seine Lenden und ging von dannen.") ein wahrheitsgetreues Lebensbild des Verewigten, dessen hervorstechendste Charaeterzüge, Wohlwollen und Scelengüte, Liebe zur Wissenschaft und Sinn für das Ideale, dessen Berusstreue eine so hohe gewesen ist, daß ihn der Tod mitten in seiner Berufsübung überraschte. Die Rede übte ans die zahlreichen Anwesenden eine ergreifende Wirkung. Mit E h r m a n n's Stellvertretung wurde Dr. Gotthard Deut s ch, Religionslchrer der Gemeinde, betraut. Feuilleton. Und bcu A'0lM)cmt hör' ich sprechen, Mächtig tönt es durch die Reihen: „Ruf! Laßt uns die Ketten brechen „lind da«? Vaterland befreien! „Sollen denn der Syrer Horden „Länger nnier Land verderben? „Säuglinge und Greife morden? „liegen lagt »ns oder — sterben t „Soll der Väter heil'gen Glauben, „Unsres Volke«:« höchste Güter, „Fürder der Tyrann nn«: rauben .-' „Auf, zum Kampfe, tapfre Brüder! „Zollen heidnische Altäre „Schänden unsres Tempels Hallen? „Nein! 8» unsres Gottes Ehre „Laßt uns siegen — oder fallen!" Und e«: hebt sich jede Rechte, Jubelnd wiederhallt's im Heere: „Füht' m't«:«, Inda, zum Gefechte! „Sieg und Tod, für Gotte«: Ehre!" lind wie Blihstrahl von den Bergen Sturzen sie sich löwenmnthig Aus de«? Antiochns Schergen, Und da«: Blachfeld färbt sich blutig. Und vor ihren wncht'gen Streichen Weicht die Söldnerschaar der «Syrer: Hunderte von Feinde«:leichen Birgt die Wahlstatt, auch den Fütsp'er. Siegeoboten tragen Knude Durch da«: Land in schnellem Lause, Und e«: wächst von Stund' zu Stunde, Inda'«: kleiner Heldenhanse. Und er fiihrt sie mnthig iveiter, Führet sie zu neuen Siegen,' Und dem Grimm der Gotte«:streiter Muß der stolze Feind erliegen. Jubetrns hör' -ich erklüigey, - Pank' und Harr nnd^Eymbel schallen Und Leviteuchöresingen' In" des heil'gen TeiNpels Halle». Denn Jerusalem,' 'die hehre Gottesstadt,. hat kühn befreiet Juda, und zu Gotte«? Ebre Auch den Tempel neu geweihet. Bald von' schnödem Oiötienwesen Ward da«: .Heiiigthnm gereinigt, Und das Gvtte«:wort verlesen, Da«:« auf's, mm' die Briider einigt. ■ Freudeniener auf den Höheir K-ünden'«: schnell durch alle Gauen: „Heil und Rettung lief; erstehen „Unser Gott, dent wir vertrauen. „Durch die Nacht führt', er zum Lichte „J«srael, da«:« ihn verehret: „Feinde«:« Tiicke wckTd zu nichte, „Seinem Uebermnth gewähret". l'lianukali. Chanukah, o sei willkommen! Hoher Ahnen Ruhmeszeuge! Helden sang werd' heut vernommen, Und die Trauerharfe schweige. ‘ Aus des Geistes schnellen Flügeln lieber Berge, über Meere Führst Du uns zu Modin's Hügeln, In de«:« Makkabäers Heere. Und'Du zeigest unsren Blicken, Wie die hohen Kraftgestalteu Schwerter schlimmen, Dolche zücken, Da ihr Banner Hie entfalten. Heil Euch tapfren Hekdenbrüdern, Matisjatm'«: edlen Söhnen! Ruhmvoll wird in unseren Liedern Euer Name stets ertönen. Daß er Kraft und Muth verleihe. Glaub' und Hoffnung unsrem Herzen, . Wenn am Fest der Tempelweihe Zünden nur die kleinen Kerzen. Chanukah! o sei willkommen! Hoher Ahnen Rnhmeszeuge! Lob- und Danklied werd' vernomureu^J Und die Trauerharse schweige. — » & A. P1juft — Detmold. Pcrantwvrtlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Berlag von Robert Friese, Leipzig.