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Israelitische Schulzeitung · 1882-02-01 · 2 (2.1882) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Schulzeitung
Volume
1 (1882). Bestand LBI
Issue
2 (2.1882)
Date
1882-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M S. (X t Magdeburg, Februar 1882. Jahrg. I. » j pädagogische Rätter für Schule und Haus. Unter Mitwirkung jüdischer Schulmänner herausgegeben von vr. M. Hahmer, unb Dr. Th. Zroner, Rabbiner in Magdeburg Landrabbiner in Studtlengsfeld. Die „JKraelitifche SchulzettungE erscheint als pädagogische Beilage zur „Israelitischen Wochenschrift" vorläufig in monatlichen Zwischenräumen und für die Abonnenten der »Wochenschrift" gratis. — Man kann auf dieselbe auch dtforrderabonniren, aber nur -irect bei der „Exped. der Jsr. Wochenschrift" in Magdeburg, oder bei Herrn Robert Friese in Leipzig. Das Abonnement beträgt pro Quartal TO Pf. Inserate, die gespaltene Zeile 20 Pf., für jüd. Cultusbeamte 10 Pf. — Einzelne Nummern versendet ve Expedition a 10 Pfg. franco. Zur Religionslehrerfrage.*) Von B. Jacobsohn. Die vom Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes herausgegebene Broschüre über „die Einordnung des jüdischen Religionsunterrichts in die Volksschule" (Leipzig 1873) enthält mit großer Sachkenntniß dargelegte Ansichten von Autoritäten auf dem Gebiete des jüdischen Schulwesens über die Stellung der jüdischen Religionsschule zu den Staats- Anstalten, und Alle stimmen darin überein, daß dieser jüngern Schwester des jüdischen Schulwesens die staatliche Anerkennung nicht vorenthalten werden dürfe, vielmehr aus die Gleichstellung derselben nüt allen öffentlichen Unterrichtsinstituten hinzuarbeiten ist. Auch wollen ja die vom Herrn Advokaten E. Lehmann aufgestellten Thesen im Großen und Ganzen nichts Anderes bezwecken, als die Lösung der juridischen Seite der Frage. Diese muß allerdings von vornherein seststehen, bevor man an den innern Ausbau der jüdischen Religionsschule gehen will. Ohne Kamps wird wohl die Erreichung dieses Zieles nach so vielen gemachten bittern Erfahrungen nicht möglich sein; aber um so energischer müssen die gerechten Ansprüche an den Staat erhoben werden und der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund" als würdigste Vertretung des deutschen Judenthums der Gegenwart und der Träger der schönsten Ideen zur Veredelung derselben ist sich auch in dieser Beziehung seiner hohen Aufgabe lebendig bewußt. Nach dieser Seite der Religionsunterrichtsfrage, abstrahire ich daher von eigenen Ansichten und Vorschlägen. Hingegen erlaube ich mir, in Folgendem die R e l i g i o n s - lehrerfrage schärfer in's Auge zu fassen: Nimmt man an, daß die Lösung der Rechtsfrage auf allzugroße Schwierigkeiten nicht stoßen wird, so wird es eine weitere Aufgabe des Gemeindebundes sein, sich mit einem neuen Reorganisationsplan zu beschäftigen, um all' die Mängel so viel als thunlich beseitigen zu helfen, an welchen unsere gegenwärtigen Religionsschulen leiden. Der Zweck der jüdischen Religionsschule ist, ihre Zöglinge mit den religiösenL ehren des Judenthums, seiner *) Auszug aus einem Elaborat an den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund vom Jahre 1873. Geschichte, der Liturgie u. s. w. bekannt zu machen, sie zu sittlichen und religiösen Menschen heranzubilden. Die für den Religionsunterricht allgemein festgesetzte Zeit ist, wie bekannt — und leider in den obwaltenden Umständen liegt — auf das allerkleinste Maß beschränkt. Aus diesem Grunde erscheint es dringend geboten, tüchtige Lehrkräfte für die Schulen zu beschaffen. Wie steht es aber gegenwärtig mit den Männern, in deren Hand der Unterricht in der Religion liegt? Die größeren Gemeinden haben die Wichtigkeit der Lehrersrage zum Theil erkannt und keine Mittel gescheut, um pädagogisch gebildete, tüchtige Männer für ihre Institute zu gewinnen. Die mittleren und kleinen Gemeinden aber, denen die materiellen Mittel in nicht ausreichendein Maße zu Gebote stehen, sind in dieser Beziehung übel daran. Die meisten von ihnen haben keinen Rabbiner, ja nicht einmal Elementarlehrer. Wer sorgt für den angemessenen Unterricht in der Religion? — Antw.: Der Cantor und Schächter. Von der pädagogischen Bildung dieser Herren, von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, zu sprechen, wäre unlohnend und unerquicklich. Genug, sie sind Nothbehelfe und leisten eben nur das Nothdürftigste. Die Art und Weise ihres Unterrichts ist charakteristisch. Da ihnen meist das Cheder als Original vorschwebt, so kann man sich leicht denken, welcher Geist in diesen Schulen waltet. Und ganz natürlich ist die Folge davon, daß die Schüler weder Achtung vor diesen Lehren und solchen Schulen haben, noch wird von Ersteren das gelernt, was dem Bekenner unserer Religion unter allen Umständen noth thut. Der schädlichste Jndifferentismus wird gewissermaßen dadurch erzogen. Selbst der ^doetor in talmudicis“ (der Morenu) genügt noch nicht, um den Religionsunterricht in gehöriger Weise und mit Erfolg gebeü zu können, weil ihm meist jedwede pädagogische Durchbildung abgeht. Da bewirbt sich ein junger Theologe um eine vacante Prediger- und Lehrerstelle. Obgleich er zu den „abgefallenen Trauben vom Weinberge des Herrn" wie weiland der Seminardirector vr. Z. Frankel eine gewisse Gattung nannte, gehört, er besitzt Zeugnisse von sogenannten rabbinischen Autoritäten (vulgo polnischen Rebbes), er wird angestellt und bildet dann den Mit-

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