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Jüdische Volkszeitung · 1874-12-29 · 52 (29.12.1874) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
52 (29.12.1874)
Date
1874-12-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Hoclmmlmß {iit! jmmk it§ |0rt8dmti^ in |emeinÄt und |dmt1!, |8«afl0ge m! Zestcllunsiea iiehincn alle Postanstalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljiihrlich!!1k Sjr. Herausgegeben von I. Mingenftein in Ingelheim. Aast sind an Heinrich Leipzig zu Preis der 3 gesp. No. 52. Leipzig, den 29. vrremiicr. ־18 Inhalt: An unsere Leser! — Leitartikel: Zeitfragen. — Noch eiu Wort ״über das Mitleid gegen die Thiere". — Correspondenzen. Ingelheim. Oldenburg, Aus Oesterreich. Aus Frankreich. — Rundschau: Berlin. Oels. Wim. Budapest. Ki:ew. — Literarisches. Briefkasten der Redaction. — Anzeigen. n unsere geehrten Neser! Mit dieser Nummer schließt der dritte Jahrgang dieser Zeitschrift. Wir werden auch im nächsten Jahre fortfahren, für die volle Entfaltung unseres Programms, für die Förderung des Lichts und der Wahrheit im Judenthume zu wirken. Unsere Zeitschrift ist die einzige, welche innerhalb des deutschen Judenthums der Sache des Fortschritts und der religiösen Reform entschieden, ganz und voll dient. Die besten Männer unserer Zeit haben uns ihre Mitwirkung zugesagt. Mögen daher auch alle unsere Gesinnungsgenossen, alle gebildeten und der fortschreitenden Richtung zugeneigten deutschen Juden auch ihrerseits ihre Pflicht thun und uns unterstützen in dem Kampfe gegen die Verfinsterung, in unserem Streben für die Verbreitung lichtvoller, zeitgemäßer Anschauungen, unter allen unseren Glaubensgenossen. Wir werden dadurch allein die gefährdete Gemeinde-Einheit zu erhalten im Stands sein. Insbesondere bitten wir die Herren Rabbinen, Lehrer und Gemeindevorstände, unserem Werke fördernd entgegen kommen zu wollen. Selbstverständlich werden wir der Sache der Schule und Lehrer, wie früher im ״Jsr. Lehrer" auch in diesem Blatte die eingehendste Sorgfalt widmen. AM- Die ״Jüdische Volkszeitung" ist durch jede Post und Buchhandlung zu beziehen, erscheint wöchentlich undkostet pro Quartal 2 Mark excl. Bestellgebühr. Ober-Ingelheim und Leipzig, im December 1874. Hei'lMsgeVer Mld BerlagshaitdllMg. Zeitfragen- Zum Jahresschluß. Auch der Herausgeber einer Zeitschrift möchte beim Abschluß des Jahres die Bilanz ziehen; wenn zwar die erzielten Erfolge auf den: eng umschlossenen Gebiete seiner Thätigkeit sich nicht durch Zahlen Nachweisen lassen, so möchte er doch an seine Leser und an sich selbst die berechtigte Frage richten: Was haben wir in diesem Iahte erreicht? Welche Aufgaben haben wir erfüllt und welche Ziele sind uns durch das geschichtliche Werden gesteckt worden? Es kann auf dem speciellen Gebiete, das wir zu bearbeiten verpflichtet find, weniger von Errungenschaften als von Anregungen die Rede sein. Die Weltgeschichte schreitet langsam vor und unmerklich fast sind die Fortschritte, die die großen Ideen der Menschheit in der so kurzen Frist eines Jahres machen können. Aber um so deutlicher treten gewisse Zielpunkte als Zeitfragen hervor. Diese Zeitfragen, insofern sie das Judenthum und seine Regenerirung und Förderung betreffen, zu discutiren, anzuregen und zu einem erfolgreichen Abschlüsse zu bringen, ist die Aufgabe dieser Zeitschrist, die eine Schrift ist ״der Zeit", das heißt eine Schrift RedactQ^ufgaben der gegenwärtigen Zeit, kann, ohn?sben, das dürfen wir ohne Unbescheidenheit behaupten, auch in diesem Jahre wieder unser redlich Theil an der Klärung dieser Zeitfragen gearbeitet. Sehr schnell ist der Bogen gelesen, den wir jede Woche bieten. Aber man wird darum doch nicht die schwierige uud mühevolle Geistesarbeit verkennen, die der Herausgeber aufzuwenden hat, wenn er seine Aufgabe redlich zu erfüllen bestrebt ist. Unmöglich aber ist es, — auch, wenn die übrigen, die eigentlichen Berufsarbeiten hier nicht berücksichtigt werden können, allein zu stehen, allein zu wachen und doch die Leser zu befriedige::. Wir bedürfen der Helfer und Mitarbeiter; und dazu ist Jeder berufen und verpflichtet, der die Bedeutung einer Zeitschrift erkennt und seiner Zeit zu dienen, an der Fortentwicklung des Judenthums und der Menschheit mitzuwirken im Stande ist. Indem wir die geeignete:: Männer bitten, uns in: Interesse der heiligen Sache auch für die Zukunft zur Seite zu stehen, wollen wir die Fragen scizziren, die eben innerhalb des Judenthums auf der Tagesordnung sind, die das ablaufende Jahr ungelöst dem künftigen und vielleicht noch rnanchen: folgenden als Erbe hinterläßt und auf die wir darum die Aufmerksamkeit unserer geehrten Mitarbeiter und Leser zu lenken uns erlauben, damit sie uns bei deren Bearbeitung helfen mögen. Die erste und wichtigste Frage, die innerhalb des Judenthums in der Gegenwart ihrer gesetzlichen Lösung harrt, ist die wegen Erhaltung der Gemeinde-Einheit. Wir

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