Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1874
- Issue
- 44 (3.11.1874)
- Date
- 1874-11-03
- Page
- Seite 354 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9588641-9578923-9579316--875-9579324- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sein wird; oder soll ich dies Geld meiner Mutter gleich senden — wie würden Sie als guter Freund mir rathen?" Ein warmer Strahl drang aus dem Auge des Mannes. ,/Ja, wenn Sie so fragen, das ist ein Anderes. Nun denn, guter Freund" —und er legte lächelnd seine Hand auf meine Schulter — ״gehen Sie nach Hause und holen Sie sich Ihre Entlassung. Das wird Ihnen ja nicht schwer werden. Die in B.denken in Beziehung auf Juden ja: Geben ist seliger als Nehmen; und sie geben lieber 100 Juden die Entlassung als sie einen aufnehmen. Ich kenne das!" Ich dankte und wandte mich zum Gehen. Unter der Thüre rief mich der Herr. nochmals zurück; der warme Strahl war noch in seinem Gesichte, j ״Wenn es Ihnen möglich ist, so kommen Sie den nächsten Montag wieder, heute in 8 Tagen; hören Sie, heute in acht Tagen. Vergessen Sie nicht daran, mein Haus wird Ihnen offen sein. Ich bitte, denken Sie daran!" — Und er verließ mich. (Schluß folgt.) Mortara. So sicher eine hölzerne Katz' eine hölzerne Maus frißt. So sicher bin ich jetzt ein guter Christ. Testament eines getauften Rabbinen. Es betet in brauner Kutt' Kirie Ellison Misersr Ein Bologneser Jud' Als ob ein Christ er wär'. Er predigt in Notre-Dam' > Der verscholl'ne Judenknab'! Mortara war sein Nam' Wir — wähnten ihn längst im Grab. Er predigt von Lieb' und Glaub' Vom Bologneser Kinderraub' Von Vater und Mutter lieb Vom kirchenstaatlichen Dieb. Er predigt von der untersten Hüll' ' Von Bismarck, des Teufels Gesell' — In der Kutt', der Proselyt', Und daß er geboren als Jüd' — Und über Höll und Paradeis Da rinnen die Thränen heiß, Vom orientalischen Blut. — Amen, die Predigt war gut. Salskotten. B. Blumenkohl. Erklärung. Auf Wunsch des Herausgebers d. Bl., Herrn I. Klingenstein, erklären wir, daß der Artikel ״Meine Empfindungen bei der Synagogenweihe in Nürnberg (von einem Ungenannten)" in Nr. 43 ohne dessen Wissen ausgenommen worden ist. Der mit Führung der Redactionsgeschäste hier am Platze von uns Beauftragte glaubte obigen Artikel, welcher der ״Nürnberger Presse" entnommen ist, aufnehmen zu können, ohne die Redaction dadurch einer Jndentificirung mit allen darin ausgesprochenen Ansichten auszusetzen. Leipzig, den 2. November 1874. Heinrich Fischer & Comp. Verlagshandlung. Nachruf! Di׳. Mraham Geiger unser Rabbiner und Lehrer ist tobt.! Diese Kunde hat in den weitesten Kreisen gerechten Schmerz erregt. Wohl durfte an seiner Bahre ein Redners von ihm sagen: ״Ein Stern ist untergegangen, eine Krone gesunken, ein! Schwert gebrochen, ein ^otjerpricfter | gestorben." Der Verlust trifft am empfindlichsten unsre Gemeinde, in welcher! der Dahingeschiedene in den letzten fünf Jahren in noch jugendlicher Kraft gelehrt und gewirkt hat. Die Tiefe und Vielseitigkeit seines Wissens, gepaart mit einer ungewöhnlichen Veredtsamkeit, der heilige Ernst | in dem Streben nach Wahrheit, ver- Kunden mit dem Muth der Meinung,! die Festigkeit in den Grundsätzen und die Milde in der Ausführung, werden noch lange über sein Leben hinaus nachwirken. Mit tiefer Verehrung und innigster Liebe wird stets des heimgegangenen Meisters und Lehrers irt j unsrer Gemeinde gedacht werden. Berlin, den 29. October 1874. Der Vorftanü üer jüü. Gememäe. Einzigeg Faekorgan! Allgemeine Leipziger Schul-Zeichenstiste ״ ״ Farben ״ ff Zeichenpapier ״ ״ Zeichenetnis jA* empfiehlt Organ! C. Mating Sammler, Leipzig, ‘ ן Petersstraße, Hotel de Russie. die Interessen der gesammten _ Rauchwaaren-Jndustrie. Im Verein mit Fachmännern herausgegeben von Preis vierteljährlich 1 Thlr. Diese seit Anfang d. I. im Ver-! läge des Unterzeichneten im Umfang von! 8 Seiten wöchentlich erscheinende Zeit- Schrift ist die einzige, welche die vielsei- Ligen Interessen des Kürschnergewerbes nach allen Seiten hin vertritt. Außer Kuabeu-Pensiouat. Israelitische Schüler, welche die hiesigen vorzüglichen Lehranstalten —Hanj delsschule, Gymnasien, Realschule rc. — besuchen sollen, finden bei dem Unterzeichneten gute Pension. Gewissenhafte Beaufsichtigung bei den Schnlarbeiten und religiöse Erziehung. Auf Wunsch wird der Unterricht im Hebräischen, in der Religionslehre und tm Clavierspiel von mir ertheilt. Aufnähme am 1. October l. Jahres. Fachartikel«, -,cschri-bm von b-währtm unddCant°r^d-?"'israelit>!Lm berichte aller großen Handelsplätze, bespricht die ins Leben zu rufenden genossenschaftlichen Vereinigungen im Kürschnerei-Gewerbe und enthält naturwissenschaftliche und geschichtliche Aufsätze. Mit Monat Juli d. I. hat das dritte Religionsgemeinde Leipzig. Weststraße 41, II. Etage. Für Lehrer Oesterreicher in Diersburg wurden durch Lehrer I. Heß in Friedberg fl. 30. 35. gesammelt und gingen demselben direkt zu. Die in unserem vorigen Berichte in Quartal begonnen und lade hiermit zum i diesem Betreff angezeigte Sammlung war Abonnement ergebenst ein. j vom Lehrer S. Goldtschmidt in Franken- I Leipzig. Gustav Schulze.! berg. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: I. Klingenstein in Ingelheim. - Verlag und Druck von Heinrich Fischer L Co. m Leipzig.