Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1874
- Issue
- 41 (13.10.1874)
- Date
- 1874-10-13
- Page
- Seite 330 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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330 ständnisse der Propheten und selbst auch der Psalmen nicht die Rede sein kann. Der Umstand, daß die Schüler oft gleich nach der Consirmation die Religionsschule verlassen oder — was noch mehr zu bedauern ist — den Religionsunterricht nur als etwas Nebensächliches ansehen, ist das größte Gebrechen, worunter diese Anstalten leiden. Das religiöse Gewissen fordert den Lehrer auf, den Schülern das für's Leben erforderliche Material mitzugeben, er steht sich veranlaßt auch jene zu berücksichtigen, die bald austreten werden, er geräth in die peinliche Lage seinem pädagogischen Gewissen Zwang anzuthun und bei der Ausarbeitung der Lehrpläne für die einzelnen Classen auch das aufzunehmen, was einem reiferen Alter Vorbehalten sein soll, und die Folge davon ist, entweder wird der Unterricht überstürzt, daß er nicht fruchtbringend sein kann, oder das Vorgesetzte Lehrziel wird nicht erreicht. ״Alle Unterweisung der Jugend", sagt Kant, ״hat das Beschwerliche an sich, daß man genöthigt ist, mit der Einsicht den Jahren vorzueilen und ohne die Reife des Verstandes abzuwarten, solche Erkenntnisse ertheilen soll, die nach der natürlichen Ordnung nur von einer geübteren und versuchteren Vernunft konnten begriffen werden. Daher entspringen die ewigen Vorurtheile der Schulen, welche hartnäckiger und öfters abgeschmackter sind als die gemeine und! die srühkluge Geschwätzigkeit junger Denker, die blinder ist! als irgend ein anderer Eigendünkel und unheilbarer als die Unwissenheit." Wie treffend passen die Worte dieses großen Denkers auf unsere Religionsschulen' Mögen die Eltern dies wohl erwägen und dafür Sorge tragen, daß die Lehrer, denen sie die religiöse Erziehung ihrer Kinder anvertrauen, nicht gewaltsam in dieses .,Vorurtheil der Schulen" hineingedrängt werden. Mögen sie bedenken, daß auch auf dem religiösen Gebiets ״die ftühkluge Geschwätzigkeit" sich gar breit macht und dann einen immer größeren Umfang einzunehmen drohet. Der bloße Bestand der Religionsschulen kann das Gewissen der Eltern nicht beschwichtigen, es muß auch gestrebt werden, daß sie gedeihen und erfolgreich wirken. Wie die Religion in allen Tagen unseres Daseins mit ihren Forderungen an uns herantritt, so darf auch der Unterricht darin während der ganzen Bildungsperiode des Jünglings die Zeit der Vorbereitung für's Leben nicht unterlassen werden und gewiß, wo diese Ueberzeugung Eingang gefunden, wo auch den schon Herangereiften der Bibelunterricht ertheilt wird, da wird nimmer die Klage laut werden, daß das Wort der Schrift, aus dessen Gedankenschatz alle Culturvölker die edelsten Keime ihrer sittlichen Entwicklung gewonnen, in unserer Zeit bei so Manchem ״kaum mehr ist als eine tönende Schelle, deren Klang nur das äußere Ohr trifft, ohne auf das innere Geistesleben gestaltend einzuwirken." Der Dirigent Rabbiner Dr. I. Oppenheim. Einnahme äer Äeüawa im Aeptember 1874. I. Spenden. Von den Erben des verewigten Herrn Anselm Salomon Freiherrn von Rothschild in Wien zum Andenken an denselben, ihren sel. Vater st. 500. — Von Herrn S. Riester in Constanz 30 kr. — Von Herrn Haustein und Frau Sichel Gottespfennig fl. 1. 30. — Von Herrn Jac. Plaut in Leipzig 1 St. Kurhest. Thlr. 40-Loos.— Aus der Sammelbüchse in der Schule des Herrn > V. Simon in Illingen fl. 3. 30. — Von Frau M. Hirsch in Oberingelheim am Jahrzeittage ihrer sel. Mutter fl. 2. 20. — Von Frau Hch. Mayer in Oberingelheim am Jahrzeittage ihrer sel. Mutter fl. 1. — Durch Herrn Lehrer Maier in Tauberbischofsheim von Herrn Moses Sußmann bei Vermählung seiner Tochter fl. 3. — Herrn Jac, und Frau Bertha Uhlfelder in Weißendorf bei Wiedergenesung ihres schwer erkrankten Kindes Marie fl. 1. 48. — Durch Herrn S. Krämer in Nürnberg von Herrn Rosenbaum bei Verehrlichung seiner Tochter mit Herrn Fichtelberg fl. 50. — Von Herrn E. Wolf II. und Gg. Wolf in Alzey bei freudigen Familienereignissen fl. 25. — Legat des sel. Herrn B. I. Trier und der sel. Frau Deborah Trier geb. Pfungst in Darmstadt fl. 100. II. Ehrenmitglieder. Herren Theodor Haymann in Augsbürg, Siegm. S. Arnstein in Nürnberg, Ferd. Wiener in Pforzheim. Neue Mitgl. Herren Eman. Lehmann, H. L. Wallerstein, Eduard Bacher, Herrmann Metzger, Consul Nathaniel Adler, sämmtl. in Frankfurt a. M. Hch. Landauer in Augsburg, Salomon Strauß, A. S. Levy in Illingen, Ferd. Wolff, Hch. Blumenthal in Darmstadt. III. Mitglieder. Herren Riester in Constanz, Haas in Treis, Luß in Rauschenberg (pro 73 und 74), Müller in Frankershausen, Eisemann in Lichtenfels, Heinemann in Mittelsinn, Alexander in Obrigheim, Königshöfer in Welbhausen, Stein in Wallerstein, Schreiber in Weinheim, Rosenbusch, in Hemsbach, Rosenfelder in Unteraltertheim, Hofmann in Wenkheim. IV. Zinsen. Von fl. 4500 — 4x/2% Württ. Obligationen fl. 101. 15. Frankfurt a. M., I. Oktober 1874. Leopold Dann, d. Z. Cassier. המאסף (Der Sammler.) Neuerscheinende Zeitschrift. אשר יאסוף מדי חודש בחדשו מודעות ובשרת ספרים חדשים גם ישנים הנוגעים להליטעראטור עברית לתועלת לאוהבי חכמה ולשון בכלל ולמוכר׳ ספרים בפרט Bibliographische Monatsschrift zur Onentirung für den jüdischen Buchhandel. Herausgeber: CH. D. Lippe. Verlag und Eigenthum der Brüder Winter (vorm. Herzfeld und Bauer), Wien, Praterstraße Nr. 9. ganzj. für Oesterr. 2 fl., für's Auslandl Thlr. 15 Sgr. Zum sofortigen Antritt suchen wir einen geprüften Religionslehrer für etwa 40 Kinder. Gehalt 300 Thlr. und freie Wohnung. Frankirten Meldungen sind Zeugnisse beizufügen. Ortelsburg in Ostpreußen. Der Synagogen-Borstan-. Reisender gesucht gewandter Verkäufer, streng religiös, für die größten Plätze Nord- und Süddeutschlands. Die mit der Branche und Kundschaft 1 vertraut (Specialität in Gummizügen rc. für Schuhfabriken) erhalten den Vorzug. S. Mannsbach in Cöln. Verzeichnis; der Schüler und Schülerinnen der israelitischen Elementarschule zu Illingen, welche für den Verein ״Achawa" wöchentliche Beiträge bezahlt haben. Salmon Levy in Illingen, Alexander Mayer das., Salmon Alexander das., Alexander David das., Alexander Barth das., Salmon Barth das., Jakob Levy das., Abraham Simon in Merchweiler, Markus Weiler das., Lazar Levy in Dudweiler, Moritz Alexander in Dirmingen, Moritz Levy in Illingen, Adolph Levy das., Moritz August das., Wilhelmina Weiler das., Theresia Levy das., Amalia Levy das., Fani Levy das., Sara Levy das., Flora Mayer das., Herrmina Levy das., Jula Simon das., Regina Levy das., Fani Levy in Gannweiler, Henrietta Levy das., Paulina Schwarz das., Sara Lyon das., Bertha August das., Theresia Schwarz das., Jula Levy das. Dcutsch-jüd. Lehrerverein. Eingegangen: Lehrer Rothschild in Worms für sich und Mayer in Tauberbischofsheim, Dreifuß in Germsbach, Sommer in Freiburg nach Abzug seiner Auslagen 1 Thlr. 1 Sgr. 4 Pf., Lehrer H. Meyer in Salzkotten 10 Sgr., Lehrer I. Eckmann in Nienburg 10 Sgr. Summa 1 Thlr. 21 Sgr. 4 Pf. Rheda, den 25. Sept. 1874. Der Rendant A. Steinweg. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: I. Klingenstein inJngelheim. — Verlag und Druck von Heinrich Fischer & Co. tn Leipzig. Hierzu eine Beilage von F. E. C. Leuckart (Constantin Sander) in Leipzig.