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Jüdische Volkszeitung · 1874-09-15 · 37 (15.9.1874) · p. Seite 298

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
37 (15.9.1874)
Date
1874-09-15
Page
Seite 298 (sequence 8)
Language
German
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298 ־/ Greis bietet ein höheres Miethgeld, er beschwört den Eigenthümer, ihn nicht von der Schwelle zu jagen, wo er zwanzig Jahre geweilt. ״Als diese Haare noch braun waren, durchreiste ich den Orient; ich weilte in Madwas und Benares, in Bagdad, Jspahan, Mekka und Bassora und fand keine Ruhe. Als mein Haar grau zu werden begann, handelte ich in Petersbürg und Nom, Paris und Wien, Lissabon und anderen Städten des Abendlandes, und fand -keine Ruhe. Ich kam nach dieser kleinen Stadt, wo ich am allerwenigsten mein Zelt fürs Leben aufzuschlagen gedachte, allein hier gab der Gott meiner Väter mir mein Weib, und hier nahm er sie wieder von mir . . . Zwei Kinder wurden mir geboren und starben mir hinweg, in dem Hause, das Sie angekauft — auch meine Lea starb hier; und zuweilen höre ich in einsamen Stunden ihre Stimme und ihre Schritte. In einem anderen Hause würde ich sie niemals hören — ich wäre dann völlig allein. Haben Sie Mitleid mit einem einsamen alten Manne; reißen Sie mich nicht von den Schatten meiner Todten hinweg." Allein Meadows ist unerbittlich; und die Geschichte seiner Feindschaft ist bald gesagt: — ״Was habe ich gethan," fragt Levi, ״um Ihre Feindschaft zu verdienen?" ״Verleihet Ihr nicht Gelder?" ist die schneidende Antwort" Es ist also der alte Shylock-Conflict, nur umgekehrt; wie ja auch das Shakespeare'sche Shylock-Verhältniß in der Wirklichkeit umgekehrt bestand*). *) Es ist wichtig, daß der wahre Sachverhalt, woraus Shakespeare sein Drama geschöpft, bei jedem möglichen Anlasse wiederholt werde. — Der römische Jude Simson Ceneda hatte mit dem Römer Der Christ ist Shylock und der Jude ist Antonio, der eine Geldmann tritt dem andern auf den Kopf; Rom hat nicht Platz für zwei Cäsare, und — man sieht, die großen Leidenschaften der Weltgeschichte finden ihr Echo in den kleinen Leidenschaften des Geldmarktes — Farnborough ist nicht groß genug für John Meadows und Isaak Levi. Vergebens deutet der alte Mann auf die vergeltende Hand, die sich unaufhaltbar durch die Geschichte unseres Geschlechts bewegt, vergebens erinnert er, ein warnender Prophet, an die ehrwürdigen Gestalten der Bibel und an das Epos der Geschichte, in ihrer Verkörperung der großen Nemesislehre. (Fortsetzung folgt.) Anfrage an Lagern. Ist es wahr, daß das Maximilanäum in München nur Christen aufnimmt und Juden die großen Vergünstigungen dieses Instituts absolut verweigert? Gefällige Auskunft wird dankbar angenommen von der Redaction der ״Jüdischen Volkszeitung'^ in Ober-Ingelheim. Secchi 1587 eine Wette gemacht und ein Pfund seines Fleisches gegen 1000 Scudi gesetzt. Der Jude verlor und der Christ bestand auf das Fleisch seines Gegners. Die Sache kam vor den Papst Sixtus V., welcher Beide zu schwerer Geldbuße verurtheilte. — Die Einzelheiten dieses Handels sind in neuerer Zeit öfters mitgetheilt worden. Wir bitten sie nachzulesen in 1866, Nr. 8 d. Allg. Zeitung des Judenth., reproducirt nach A. Muhr's Aufsatz in Nr. 71, 1838 derselb. Zeitung. Der Hergang wird auch im fünften Jahrgang (Seite 388—395 und 424—433) von Stein s Volkslehrer ausführlich mitgetheilt. Als Quelle diente Gregorio Lati, Geschichte Sixtus V. im 11. Bache. Lehr-Ansial! mi Pensionat für Knaben von _ Üt ^«fnticßg. Das nene Schuljahr beginnt am 1. Oktober. Gründlicher Unterricht; strenge Beaufsichtigung der Zöglinge; angenehmes Familienleben; gesunde Localitüten. Näheres durch den Director Gombrich. tersclmle — Pensionat Bingen a. Bliein. Beginn des Wintersemesters am 2. November C. Beste Referenzen. — Prospecte gratis und franco. — Eintritt kann jederzeit erfolgen. (II. 62363.) Geschw. Äobernheim. Inserat. Ein geprüfter Elementarlehrer, Vor-beter und Schächter sucht eine Stelle. Gefällige Franco-Offerten besorgt die Red. d. Bl. (Wir können den Mann sehr empfehlen. Es ist auffallend, daß es demselben bisher nicht gelungen ist, bei dem großen Lehrermangel eine entsprechende auskönnnliche Stelle zu erhalten, die er durchaus verdient. Er ist verheirathet. Redaction.) Die Buchhandlung von Oscar Leiner in Leipzig sucht broschirte saubere Exemplare des neunten Bandes der Grätz'fcheit Geschichte ver Inden nnd erbittet franco billigste Offerten. EriMMMgMlitter sn . , Prrr Uiirmh-Hem mit eingedruckten Sprüchen — in 20 verschiedenen Ausgaben — Arm lies Blattes mit Rpriiäen 4 8gr. ״ ״ ,, o^ne Sprüle 32/3 Zgr- Prospecte gratis und franco zu beziehen von S. Blumenau in Bielefeld. Pirpierkartten in den schönsten Mustern ausgeschlagen, zur Verzierung der Schränke, Spinden rc. empfiehlt C. Mating Sammler, Leipzig Hainstraße 16. Ein i8raekitiscüe8 Müäetien sucht Stelle zur Stütze der Hausfrau und wird mehr auf gute Behandlung als auf hohes Salair gesehen. Antritt könnte per 1. October l. I. erfolgen. Gef. Offerten Dir. J. N. No. 12 poste restante Duisburg. Bis zum 10. September hatten wir für Herrn Lehrer Oesterreicher empfangen: W- Loewi in Berlin fl. 3. 30.; Lehrer Levi in Ottweiler fl. 3. 30.; Ungenannt F. L. fl. 2; Ungenannt, Poststempel Großkarben fl. 2.; Lehrer Friedberg in Coblenz fl. 3. 30. fl. 15. 30. Wir sind recht gerne bereit, weitere Gaben in Empfang zu nehmen und zu befördern; müssen aber aus verschiedenen, theilweise nab.eliegenden Gründen ferner Quittungen in dieser Zeitschrift unterlassen. Es können übrigens Gaben auch an Herrn Lehrer Stern in Offenburg gesendet werden.» Ober-Ingelheim, 10. Sept. 1874. Redaktion V. Jüd. Volksztg. H^uSgeb« undverantwortlicherRedacteur: I KIin,-nst-in m - V-rlaz mdDru«°°»H-in-ich Fi!ch--LL°.

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