Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1874-09-15 · 37 (15.9.1874) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
37 (15.9.1874)
Date
1874-09-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9588641-9578923-9579255--807-9579256
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 37. Leipzig, Len 15. September.1874. 3nf«ra,e sind an Heinrich Fischer & Co. in Leipzig zu senden. Preis der 3 gesp. Zeile 2 Sgr. jieftelkungen nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich 17l/-2 Lgr. Herausgegeben von I. Kkingenstein in Jngelheün Inhalt: Leitartikel: Einige Aufgaben des Judenthums in der Gegenwart. II. Correspondenzen: Aus Bayern, Mittelfranken, Frankfurt a. M., Karlsruhe, Rimbach. Rundschau: Berlin, Breslau, Metz, Wien, Lemberg, Paris, Neufchatel. Unterrichts- und Erziehungswesen: Jahresbericht der höheren Schulen zu Würzburg. Feuilleton: Ein englischer Romanjude. (Fortsetzung.) , Anfrage an Bayern. Anzeigen. sich auf einen Jsolirschemel stellte, nicht haltbar niar und schließlich aus dem Judenthum hinaus führen mußte, auch wenn er es nicht gewollt hatte. Aber seine Predigten: ״Das Bild der Versöhnung", ״Die Mitschuld", ״Die prophetische Sendung des Versöhnungstages" sind doch Perlen in unserer Predigtliteratur. Und wenn Er — Holdheim — sagt und zugesteht, daß er glaube, was man erzählt: ״daß selbst der, der längst aus dem Judenthume ausgeschieden, an diesem Tage ein Erzittern der Seele verspüre", so ist das bei ihm keine hohle Phrase und klingt aus dem Munde eines Holdheim ganz anders, als aus dem eines ״Anderen", — obwohl gerade er im Hinblick auf eine talmudische Reminiscenz ein ״Acher", d. i. ein ״Anderer" genannt worden ist. Die Bedeutung des Versöhnungstages für den Einzelnen zu begründen, kann nicht Aufgabe unseres heutigen Schreibens sein. Mas er aber für die Gesammtheit, für das an diesem Tage in seinen Gotteshäusern geeinigte Israel in der Einige Aufgaben äe8 Iuäentkums in äer Gegenwart. Festbriese an die geehrten Leser der ״Volkszeitung". II. Zum Versöhnungstage. Die jüdische Saison! So nennen Sie, verehrter Leser,! Gegenwart werden sollte und könnte, das zu besprechen, dürfte die gegenwärtige Zeit— und zwar ganz mit Recht. Da kom-!doch nicht unnütz sein. Und darum haben wir — Holdmen Alle, um bei dem lieben Gott ״eine Karte abzugeben".! heim's Erwähnung gethan. Manche mißmuthig und übelgelaunt, weil sie sich denn doch Es ist eine ernste und wichtige Frage: Ist keine Einigeinmal im Jahre unter die Juden mischen, sich als Juden ung und Versöhnung möglich auch zwischen den in Heerdeclariren müssen; Viele, wie sie sagen, aus ״äußeren" Rück-! lagern getheilten Juden der Gegenwart? Wir sagen absichtlich: sichten; Einige mit Widerstreben und aus alter Gewohnheit,! Heerlager; denn nachdem man die jüdischen Gemeinden zu doch ״furchtbar zitternd" Pin Ol' לפני — vor dem Gerichtsl zerreißen gedenkt, nachdem man die Absicht zugesteht, diese tag; man könnte sagen!7מפני חמת המציק, ואיד■ חמת המצי —j kleinsten Kreise, in welchen das Leben des Judenthums pulsirt ״vor dem Zorn des Bedrängers; und wo ist der Zorn des! und zur That wird, in Atome aufzulösen und zu zerbröckeln, Bedrängers?" Die Meisten fasten — und am Abend raison-!kann von Richtungen nicht mehr die Rede sein. ״Richniren sie über das Fasten und Kasteien und daß man den ganzen! Lungen" bedeutet ein Auseinandergehen in einem oder mehreren Tag über im Gotteshause bleiben mußte. טי בקש ואת מידכם oder auch vielen Punkten, die sich jedoch schließlich in einem דמם חצדי Wer verlangte denn das von Euch, daß Ihr meine Vorhöfe betretet? Es ist nur eine geringe Schaar wahrhaft Auserwählter, die mit Andacht kommen; denen diese Zeit ein Herzensbedürsniß ist; — und man darf sie nicht . unter den sogenannten Frommen, den Schreiern, Singern und Vielbetern, nicht unter denjenigen suchen, die sich mit dem Heiligenschein umgeben. Nur Wenige erkennen die Bedeutung dieser Tage und insbesondere dieses Tages für das Menschenleben und freuen sich desselben, weil er ist ein ״Athemholen Endzweck finden, ihre Zusammengehörigkeit im letzten Ziele und in ihrer Grundlage, ihrem Ausgangspunkte in ernstlichster Weisedocumentiren; selbst Parteien müssen beurkunden, daß sie das Gleiche anstreben, auf verschiedenen Wegen gleiche Ziele verfolgen. Aber, wie man jetzt den Kampf zu gestalten strebt, kann nur von ״Heerlagern" die Rede sein, die sich einander gegenüberstehen und die, wenn es möglich oder nur denkbar wäre, den Sieg durch einen ״dreißigjährigen Krieg" auf Tod und Leben auch durch den totalen Untergang des der Seele" und erkennen auch seinen Werth für das Gesammt-! gegenüberstehenden Heerlagers sich verschaffen und besiegeln judenthum der Gegenwart.!möchten. Daß dieser Wille bei den Heerführern auf der einen Wenn wir die Reihe der gedruckten Predigten über-! Seite vorhanden, werden sie selbst nicht leugnen. Ist ja ״das blicken, die die Bedeutung des Versöhnungstages in erhabenen ׳ Gesetz", daß ihnen als unantastbar gilt, auf ihrer Seite. Zügen geschildert haben, so fällt uns vor Allem — Hold-!״Wer den Sabbath entweihet, soll getödtet werden." — heim auf! Ja, Holdheim — im Tempel der Reformge-! Wo ist bei solche,» Kriege der Einigungspunkt zu suchen, noffenschaft zu Berlin! Wir können nimmermehr seinen Stand-! worin allein liegt das Mittel zur Versöhnung? Gibt es Punkt billigen; wir wissen, daß seine extreme Richtung, die!ein Heilmittel für die tiefe Spaltung in Israel?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.