Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1874
- Issue
- 9 (3.3.1874)
- Date
- 1874-03-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdische Vollszeitrnig. Wochenschrift tilr Kestekkungen nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich 173/ג Ngr. in ^nmndr und Zrhul^ I^nngogr und Hoben. Zns-r°.- sind an die Verlagshandlung von Joh. Friedr. Hartknoch in Leipzig Herausgegeben von I. HüvAMSlNU in Ingelheim, Preis der 3gesp. Zeile 2 Ngr. bisher Herausgeber des ״Jsr. Lehrer" und des ״Synodalblatt". No. 9. Leipzig, den 3. März. 1874. I n ft a f I : Die jüdischen^ Rabbiner-Bildungsanstalten (Schluß). — Aus dem Monatsbericht der ״Allianz". — Correspondenzen: Nürnberg, Tholey. — Noch einmal ״Zu Chanuka". — Feuilleton: Baron Frank, der Kabbalist in Offenbach (Fortsetzung). — Berichtigung. — Anzeigen. Die jüdijdicn HaBMnerßifdungsanftatten. (Schluß.) Und wirklich! Der segensreiche Erfolg, der doch allerdings noch sehr jungen Anstalt hat es gelehrt, welch eine fühlbare Lücke im Judenthume auszufüllen sie berufen; denn es ist immerhin ein untrüglicher Beweis von reger Theilnahme, von großem Vertrauen, das dem fast neuen Institute entgegengebracht wird, wenn gegen 30 fast durchweg auch im Talmud sehr bewanderte Hörer dieselbe fleißig frequentiren, was in unserer so sehr materialistischen Zeit um so höher anzuschlagen ist, als gerade das Studium der jüdischen Theologie außerordentlich im Abnehmen begriffen ist und die Hörer schon wegen der liberalen Färbung, die diese Schule hat, keineswegs solch glänzende materielle Aussichten für die Zukunft haben, als dies bei ausgesprochen conservativen Anstalten der Fall ist! (?) Nun kann man sich wohl leicht denken, daß die Blüthe einer solchen Anstalt den hiesigen Orthodoxen ein Dorn im Auge ist, mehr aber noch ihrem Seelenhirten (hier auch allgemein unter dem Namen Pius XX. bekannt), der ja auch eine 801 disant Rabbinerschule (ä la Eisenstadt) hier leitet. Sofort wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt und mit einer staunenerregenden Rührigkeit daran gegangen, um auf Druck Gegendruck auszuüben und ein der Hochschule entgegengesetztes Jnstttut ins Leben zu rufen. Es wurde Geld gesammelt, der Bettelorden, der bei keiner fortschrittsfeindlichen Partei fehlt, in volle Thätigkeit gesetzt. 01׳. Hildesheimer, der in diesem Punkte — virtuti corona — wirklich Großes leistet, begnügte sich diesmal keineswegs damit, in Berlin selbst Peterspfennige zu diesem heiligen Werke zusammenzuscharren, nein, er machte noch eine Reise zu diesem Zwecke nach allen deutschen Gauen, und meinen Sie etwa, nur von Orthodoxen hatte er Geld genommen? I bewahre, er war hierin sehr tolerant, so sehr tolerant, daß er selbst zu ausgesprochensten Reformern ging, um Geld zu sammeln, und es ist nichts Neues, daß die Hamburger, Frankfurter, Breslauer und Berliner Banquiers gern geben, wenn man von ihnen etwas verlangt, selbst wenn sie gar nicht wissen, wozu sie es thun, schon um des Verlangers los zu werden! So war der wichtigste Faktor, Geld, da und was läßt sich nicht damit alles machen rix הכסף יענה und warum soll sich nicht auch ein orthodoxes Seminar daraus machen lasten, zumal das Geld vr. Hildesheimer zur Verfügung steht und er alles auf eigener Hand realisiren kann! Nun fehlte allerdings noch der nerrus rerum, tüchtige Kräfte, da aber hieß es hic Rhodus hie salta, zumal dies Ding wie jedes Ding zwei Seiten hatte, denn erstens, wo hat die Orthodoxie Männer der Wiffenschaft, und zweitens, wo in aller Welt fände sich auch ein Mann mit wissenschaftlicher Tüchtigkeit, der sich unter das Rectorat und die geistige Bevormundung eines 0r. Hildesheimer stellen würde? Und doch durfte dem Ehrgeize kein Opfer vorenthalten werden, Rector muß a tout prixe gespielt werden. Aber wie? Rector über sich allein, das wäre denn doch etwas zu Absurdes, das wäre ja nur eine neue — u. z. keine verbesserte — Auflage der Eisenstädter Jeschiwah, dazu hätte man viel lieber in Eisenstadt bleiben können und nicht taut de brüll pour une