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Jüdische Volkszeitung · 1874-02-17 · 7 (17.2.1874) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
7 (17.2.1874)
Date
1874-02-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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fuß ßcmttlc in G«m«ni>k und Schule, Rnmwoqr und Al nehmen alle Postanst lten und —-- Buchhandlungen au. ״ ~T, t * < r%> rr ' Preis vierteljährlich 17!/» Ngr. Herausgegeben Von I. ^Imgöuslsm m cvZUgelherm, bisher Herausgeber des ״Jsr. Lehrer" und des ״Synodalblatt". Inserat« sind an die Verlagshandlung von Joh. Friedr. Harttnoch in Leipzig zu senden. Preis der Sgesp. Zeile 2 Ngr. No. 7. Leipzig, den 17. Februar. 1874. A a k a k t: Die jüdischen Rabbiner-Bildungsanstalten. — Correspondenzen: Ingelheim, Aus der Pfalz, Aus Unterfranken. — Notiz. — Feuilleton: Baron Frank, der Kabbalist in Offenbach (Fortsetzung). — Anzeigen. Die jüdifcfien Uabbinerbikäungsanstakten. Es ist für unsere jetzige Aufgabe überflüssig, zum Minbesten nicht hier am Platze, auf die historische Entwickelung des jüdischen Unterrichtswesens im Allgemeinen, der höheren jüdischen Lehranstalten aber insbesondere, näher einzugehen. So viel steht aber fest, daß schon in den ältesten Zeiten sogenannte jüdische Universitäten existirten, die noch heute, besonders in Rußland, Polen, Ungarn, als Jeschibot ein Scheindasein sristen, mit jedem Tage aber an Bedeutung verlieren und der Auflösung entgegengehen. Um nun die jüdische Wissenschaft vor diesem Tode zu bewahren, hatte schon im Jahre 1866 Dr. Geiger in einer ausgezeichneten kleinen Schrift, das theologische Studium betreffend, diese Frage sehr eingehend und gründlich behandelt und in einleuchtender Weise die Dringlichkeit der Errichtung einer jüdisch-theologischen Facultät als etwas Unaufschiebbares hingestellt. Philippson hat in der Z. d. I. vor 35 Jahren ebenfalls sehr dafür plaidirt, und in der Rabbinerversammlung zu Braunschweig wurde allgemein dafür zu wirken gesucht. Was aber damals aus Gründen, die wir hier unberührt lasten, nicht geschehen konnte, wurde 10 Jahre nachher, allerdings dem Geiste der Fortschrittsmänner nicht entsprechend, in Gestalt des Breslauer Seminars zu Tage gefördert. Von derartigen Anstalten außerhalb Deutschlands, wie die zu Paris, Padua, zwei in Rußland (welche letztere aufgelöst wurden und erstere an der Krücke gehen), wollen wir abstrahiren. Gerade der Umstand, daß das Breslauer Seminar in Folge seiner sogenannten vermittelnden Richtung, die es zwischen Orthodoxie und Reform hin- und herschaukelte, eigentlich aber nach beiden Seiten hinschielen läßt, bald mit dieser, bald mit jener, je nach der momentanen Opportunität, nach den jeweiligen Umständen liebäugelt, was ihm den Ruf der Halbheit und der davon schwer zu trennenden Heuchelei mit vollem Rechte erworben hat, — hat schon seit mehreren Jahren die Sehnsucht nach derartigen Instituten mit ausgeprägter religiöser Richtung hervorgerufen. Diese Lücke wurde vor zwei Jahren durch die Errichtung der ״Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin" ausgefüllt, deren Lehrer- Collegium — vielleicht mit Ausnahme des Dr. Levy — der freisinnigen Auffassung des Judenthums huldigt. Dieses gute Beispiel scheint besonders in neuerer Zeit Anerkennung und Nacheiferung zu finden, wenigstens kann es als ein gutes Zeichen der Zeit angesehen werden, daß das Bedürfniß nach derartigen Instituten allgemeiner wird. So ist man gegenwärtig in Wien, Pesth, Amerika sehr ernstlich damit beschäftigt, der jüdischen Wissenschaft Stätten zu errichten. Ob die Realisirung all dieser Pläne noch lange, wie wir es, besonders von Oesterreich, gewöhnt sind, auf sich warten lassen wird oder nicht, müssen wir der Zeit überlassen. Wie erfreulich, besonders in unserer Zeit, wo der Indifferentismus für alles Jüdische so allgemein ist, ein solches sich überallhin geltend machende Streben und Interesse fürs Judenthum und seine Entwickelung auch ist, wenn es nur aus reinem Streben um die Verbreitung der Wissenschaft und ihres Dienstes entstammt, ebenso unerfreulich ists, wenn solch ideales Streben nur den Vorwand abgibt, um so ungestörter gegen jede ernste Forschung und wahres Wissen zu Felde zu

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