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Jüdische Volkszeitung · 1873-10-07 · 41 (7.10.1873) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
41 (7.10.1873)
Date
1873-10-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Wochenschrift iür citim Lestckkuagea nehmen ave Postanstatten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich n1/? Ngr. in Grmrindr und Arhuk, Ayn,1gagr und Kr! Herausgegeben von I. HtmgMslLM in Ingelheim, bisher Herausgeber des ״Jsr. Lehrer" und des ״Synodalblatt". Inserat« sind an die Verlagshandlung von Joh. Friedr. Harlknoch in Leipzig zu senden. Preis der 3gesp. Zeile 2 Ngr. No. 41. Leipzig, den 7. Oktober. 1873. Die Quelle des Lebens und wie haben wir aus ihr zu schöpfen? — Correspondenzen: Aus OLerhessen (Schluß). Heilbronn, Homburg v. d. H., Mittelfranken, Aus der Pfalz. — Feuilleton: David Einhand (Fortsetzung). — Anzeigen. Die Ouekke üe8 Gebens unä wie kmben wir au8 ihr zu fchöpfcn? (Eine religiös-historische Betrachtung zum Jahreswechsel.) ״In Dir", ruft David, ״ist der Quell alles Lebens", aus Deinem ewigen Sein, Deiner Urkraft, Geist aller Geister! quillt alles Leben des Universums, alle Kraft und Bewegung jener unzählbaren Welten, deren Licht als Sonnen, Monde, Planeten und Kometen uns Heller oder matter strahlend entgegenglänzt, und was auf unserem Erdball wie auf jenen Himmelsgloben lebt und strebt, athmet und empfindet, denkt, will und handelt, nichts als ein Ausfluß des unerschöpflichen Lebensquells ist es alles, der in Dir seinen Urgrund und Bestand hat. Ist in diesem Einen geflügelten Worte des königlichen Sängers nicht Anfang und Ende aller wahren Philosophie und Metaphysik, aller Religion und Moral, wenigstens im Keime, gegeben? Nicht im Wasier, wie Phales, nicht in der Luft, wie Anaximander, nicht im Feuer, wie Heraclit meinte, und worin sonst immer alle die folgenden einander negirenden Weltsysteme bis zu Epicar's und Damocrit's Atomenlehre es erblickten — in keinem von allen diesen haben wir das Princip alles Daseins und Lebens zu suchen, sondern in dem von Ewigkeit zu Ewigkeit Seienden und Wirkenden, in dem Einen lebendigen und lebenspendenden Gotte, an den so wenig Tod und Verderbniß, als Sünde und Unrecht herandringen können, in dem daher wie allmächtigen so allheiligen, wie unendlichen so allvollkommensten Geiste ״rein in Seinem Blick, daß Er nichts Böses sehen, kein Unrecht schauen mag", wie Habakuck sagt. ״Ein Gott lebt", diese drei Worte, inhaltsschwer, welche besagen: Ein Gott ist, Er ist einzig und keiner außer Ihm, Er lebt unwandelbar im ewig sluthenden Strom der Zeiten, Er war, ist und wird sein ewig und immerdar Derselbe, und: Er ist Gott, d. h. der Gute und Allgütige, oder — wie oben schon bemerkt — Sein Wesen ist Heiligkeit und höchste Vollkommenheit im Wahren, Schönen und Guten, diese drei Worte sind die ehernen Fundamente, auf denen alle höhere Erkenntniß des Menschen, sein Aufschwung zur Gottheit und sein Denken wie Handeln nach göttlichen Lehren und Principien basirt sind. ״Freiheit", Geistes-, Gewissens- und Willensfteiheit, sittliche Selbstbestimmung des Menschen, und ״Tugend", Tüchtigkeit, Fertigkeit und Festigkeit im Guten und Löblichen, Streben nach dem Göttlichen, welche beide unser Dichterheros als erstes und zweites ״Wort des Glaubens" hinstellt, fle sind demnach im Grunde blos Eonsequenzen und Annexe seines dritten Wortes — des Gottglaubens —, da in dem klaren Bewußtsein und der lebendigen Erfaflung dieses letzteren (nächst der unmittelbar daraus resultirenden Verehrung Gottes in Geist und Wahrheit) auch das mannhafte, euergische Aufftreben zu Ihm in selbstbewußtem Wollen (Heiligung, Gott nachwandeln in biblischer, Willensftecheit in profaner Ausdrucksweise) und thatkrästige Uebung von Liebe, Treue und Gerechtigkeit (Tugend) indirect mitgegeben sind. Religion und Moral sind daher, vorausgesetzt, daß sie auf dem hier gezeichneten Boden erwachsen, nicht, wie Jean Paul (Levann, 2. Ausl., S. )01 ff.) vermeint, von einander zu sondern, vielmehr in ihrem Grundwesen durchaus identische Existenzen, die Sittlichkeit wurzelt fest und beständig allein im 'fÜÜ, ר׳?" ' vk w , v.

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