Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1873
- Issue
- 39 (24.9.1873)
- Date
- 1873-09-24
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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312 t n. Wiederholte dringende Bitte an edle Menschenfreunde: Ein israelitischer Handwerksmann, Vater von sechs unerzogenen Kindern, in einer kleinen Stadt, ist in der traurigsten Lage, weil ihm sein Haus wegen Baufälligkeit Polizei-!ich geschlossen werden soll. Derselbe, ein fleißiger und treuer Arbeiter, ein Ehrenmann, ist natürlich nicht im Stande, durch seiner Hände Arbeit die Mittel zum Wiederaufbau — ca. fl. 1000. — zu erschwingen: schon die kümmerliche Lebensfrisiung der zahlreichen Familie ist schwer für den jüdischen Handwerksmann, dessen Geschäft am Sabbath ganz und Sonntag theilweise ruht. Die Gemeinde kann nicht helfen: die Gegend ist eine armselige—, und den Namen zu nennen, vermögen wir ebenfalls nicht: aus leicht begreiflichen Gründe!:. Wohl noch nie war jüdische Wohlthätigkeit mehr am Platze. Es wird darum dringend gebeten! Die verehrliche Redaction wird die Güte haben. Gaben in Empfang zu nehmen und der Bestimmung zuzuführen. Lin Freurrä äes armen Familienvaters. Wir schließen uns aus tiefster Seele der obigen Bitte an. Der Fall war uns, obwohl der Ort weit von hier entfernt ist, schon seit einigen Jahren bekannt und haben wir seiner einmal vorübergehend im ״Synodalblatt" erwähnt. Der Mann suchte sich in dieser Zeit zu helfen, ohne die Wohlthätigkeit in Anspruch zu nehmen — vergeblich! Im Winter d. I. glaubten wir, ihm durch eine kleine Unterstützung den Anfang des Umbaues ermöglichen zu können, nachdem die polizeiliche Schließung bereits angedroht war. Allein die Kosten stellten sich bedeutender heraus, als anfänglich geglaubt wurde. Miethwohnungen gibt es in jenem Städtchen für solche Familien nicht. Wir können aus tiefster Ueberzeugung sagen, daß nie eine Unterstützung mehr geboten war, wenn wir noch bedenken, wie sehr von Vielen unserer Glaubensgenossen besonders das Handwerk empfohlen wurde und hier ein Fall vorliegt, wo gerade die Treue zum Handwerk die Noth veranlaßt. Wir sind deshalb gerne bereit. Gaben entgegenzunehmen, in diesem Blatte zu quittiren und in der richtigen Weise zu verwenden. Wir gestatten uns, unsere geehrten Leser zu den Festen nochmals dringend um Unstützung des wahrlich guten Werkes zu bitten. Die Herzen find jetzt zum Geben bereit: möge es Ihnen im Herzen Freude bereiten, zu rechter Zeit geholfen zu haben. Ober-Ingelheim, den 12. September 1873. Die Aeäaction der ״Jüdi^dren Vokkiszeitung". Zwei Synagogen-Lieder. (Preis 772 ®r•) I c%? Nr. 1. Introduktion zu חורת השץ ברה ויכ Nr. 2. יעלה תחטנינו für d. Versöhnungsabend. Nach alten Intonationen 3stimmig arrangirt von Lzgmon 3E'0tnitfiis Cantor in Stolp i. Pomm. Verlag von Lskar Leiner in Leipzig. Der seit Jahren mit Spannung erwartete erste Band des bedeutenden historischen Werkes Grätz, Geschichte der Juden befindet sich nunmehr unter der Presse und erscheint in zehn Lieferungen a8Sgr. — Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen darauf an und find in der Lage, die erste Lieferung zur Ansicht vorzulegen. Ausführlicher Prospekt auf deren Umschlag. 1י> verbunden mit Pensionat und Erziehungs-Institut von l)r. M. C. Wahl in Erfurt. Die Schule ist mit allen Erfordernissen einer höheren Lehranstalt versehen. —Vorbereitung für das einjährige Freiwilligen- I Examen. — Ausführlicher Prospekt auf Verlangen. — Das Wintersemester beginnt am 15. Letober. Gebr. Villain, Kunstgartner, Erfurt, offeriren zum Laubhüttenfeste rituelle (großblättrige, dreiblättrige) Myrthen- und Palmenzweige, von letzteren auch getrocknete. Ein junger Mann, Besitzer eines bedeutenden Fabrik-Export-Geschäfts in Baiern, sucht, weil Mangel an Damen-Bekanntschaft, auf diesem Wege eine Lebensgefährtin. Hierauf reflectirende Damen von Bildung und angenehmen Aeußerem, im Alter von 18—22 Jahren wollen ihre Adressen vertrauensvoll unter Angabe der Mitgift und Beifügung der Photographie unter Chiffre Z. Z. 100 poste restante München stellen. Wegen Bestellung von Exemplaren, Tunsendung ron Abonnementsgeldern u. dergl. wolle man sieh nur an die Yerlagshandlung ron Joh. Fr. Hartknoch in Leipzig wenden. Bei dem Cantorat der israelitischen Religions - Gemeinde zu Leipzig ist eine zweite Stelle zu besetzen. Bewerber, welche musikalisch und pädagogisch gebildet sind und die Schechita übernehmen können, werden ersucht, ihre Zeugnisse dem Unterzeichneten einzusenden. Die berücksichtigten Herren erhalten direkt nähere Mittheilungen. Leipzig, im Septbr. 1873. Her Aerretiir rler isrlrrlrtisrlM Heligiomgeummle n Aeiprig. Dr. E. Samostz. Die hiesige Cantor- und Schächterstelle ist mit einem jährlichen Einkommen von 700 bis 800 Thlr. sofort zu besetzen. Qualificirte Reflectanten wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst bei uns melden. Reisekosten werden nicht vergütet. Der Gemeinde-Vorstand zu Czarnikau. I. Simonsohn. In unserer Gemeindeschule ist am 1. Januar 1874 die mit 450Thlrn. dotirte Lehrerstelle zu besetzen. Bewerber belieben unter "Einreichung ihrer Zeugnisse sich zu melden beim Vorstande -er Shnagogen-Gemeinde zu Lnblinitz. Für mein Manufacturwaaren- und Damenconfectionsgeschäft (Sonnabends geschlossen) suche einen tüchtigen Commis und einen Lehrling oder Volontair per Oktober a. c. Stettin. Gustav Lewy. Zur gefälligen Beachtung. Mit dieser Nummer schließt das III. Quartal unserer Zeitschrift. Wir bitten daher die geehrten Abonnenten, ihre Bestellungen gefälligst schleunigst ausgeben zu wollen, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. Leipzig, den 24. September 1873. Die Verkngskandkung von Aoü. Friede. Aartknock. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: I. Klingenstein in Ingelheim. — Verlag von Johann Friedrich Hartknoch in Leipzig. Druck von Heinrich Fischer & Co. in Leipzig.