Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1873
- Issue
- 38 (17.9.1873)
- Date
- 1873-09-17
- Page
- Seite 304 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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—- 304 itzriflc »»- WicdcrholLe driußende Bitte an edle Menschenfreunde! Ein israelitischer Handwerksmann, Vater von sechs unerzogenen Kindern, in einer kleinen Stadt, ist in der traurigsten Lage, weil ihm sein Haus wegen Baufälligkeit Polizeilich geschlossen werden soll. Derselbe, ein fleißiger und treuer Arbeiter, ein Ehrenmann, ist natürlich nicht im Staude, durch seiner Hände Arbeit die Mittel zum Wiederaufbau — ca. fl. 1000. — zu erschwingen: schon die kümmerliche Lebensfristung der zahlreichen Familie ist schwer für den jüdischen Handwerksmann, dessen Geschäft am Sabbath ganz und Sonntag theilweise ruht. Die Gemeinde kann nicht helfen: die Gegend ist eine armselige—, und den Namen zu nennen, vermögen wir ebenfalls nicht: aus leicht begreiflichen Gründen. Wohl noch nie war jüdische Wohlthätigkeit mehr am Platze. Es wird darum dringend gebeten! Die verehrliche Redaction wird die Güte haben. Gaben in Empfang zu nehmen und der Bestimmung zuzuführen. Ein Freuaä dc8 armen Familienvaters. Wir schließen uns aus tiefster Seele der obigen Bitte an. Der Fall war uns, obwohl der Ort weit von hier entfernt ist, schon seit einigen Jahren bekannt und haben wir seiner einmal vorübergehend im ״Synodalblatt" erwähnt. Der Mann suchte sich in dieser Zeit zu Helsen, ohne die Wohlthätigkeit in Anspruch zu nehmen — vergeblich! Im Winter d. I. glaubten wir, ihm durch eine kleine Unterstützung den Anfang des Umbaues ermöglichen zu können, nachdem die polizeiliche Schließung bereits angedroht war. Allein die Kosten stellten sich bedeutender heraus, als anfänglich geglaubt wurde. Miethwohnungen gibt es in jenem Städtchen für solche Familien nicht. Wir können aus tiefster Ueberzeugung sagen, daß nie eine Unterstützung mehr geboten war, wenn wir noch bedenken, wie sehr von Vielen unserer Glaubensgenossen besonders das Handwerk empfohlen wurde und hier ein Fall vorliegt, wo gerade die Treue zum Handwerk die Noth veranlaßt. Wir sind deshalb gerne bereit. Gaben entgegenzunehmen, in diesem Blatte zu quittiren und in der richtigen Weise zu verwenden. Wir gestatten uns, unsere geehrten Leser zu den Festen nochmals dringend um Unstützung des wahrlich guten Werkes zu bitten. Die Herzen sind jetzt zum Gaben bereit: möge es Ihnen im Herzen Freude bereiten, zu rechter Zeit geholfen zu haben. Ober-Ingelheim, den 12. September 1873. Die Veäaction c!er Vokkszeitung". Bei dem Cantorat der israelitischen Religions-Gemeinde zu Leipzig ist eine zweite Stelle zu besetzen. Bewerber, welche musikalisch und pädagogisch gebildet sind und die Schechita übernehmen können, werden ersucht, ihre Zeugnisse dem Unterzeichneten einzusenden. Die berücksichtigten Herren erhalten direkt nähere Mittheilungen. Leipzig, im Septbr. 1873. Her iler isMütisrhen Heligiomgenmnik m AiM. Dr. E. Samostz. Ge-r. Villain, Kunstgärtner, Erfurt, offeriren zum Laubhüttenseste rituelle (großblättrige, dreiblättrige) Myrthen- und Palmenzweige, von letzteren auch getrocknete. Verlag von Joh. Friedr. Hartknoch in Leipzig. H. C. Andersen's Mderkuch ohne Wstrr. Miniatur-Pracht-Ausgabe. — 12. Auflage. _Preis 25 Ngr._ Ein junger unverheiratheter Lehrer, der sein Anstellungsexamen in Bayern mit Erfolg bestanden hat, und auch mehrere fremde Sprachen kennt, sucht eine Stelle als Elementarlehrer oder in einem Institute. Gef. Offerten wolle man an die Expedition dieses Blattes unter der Chiffre W. M. senden. Ein junger Mann, Besitzer eines bedeutenden Fabrik-Export-Geschäfts in Baiern. sucht, weil Mangel an Damen-Bekanntschaft, aus diesem Wege eine Lebensgefährtin. Hieraus reflectirende Damen von Bildung und angenehmen Aeußerem, im Alter von 18—22 Jahren wollen ihre Adressen vertrauensvoll unter Angabe der Mitgift und Beifügung der Photographie unter Chiffre Z. Z. 100 poste restante München stellen. Ein junges Määllien, welches die feinere Küche und den Haushalt vollständig erlernt hat, sucht zu ihrer weiteren Ausbildung eine Stelle in einem Manufactur- Waaren-Geschäft. Gehalt vorläufig Nebensache. Offerten zu richten an die Annoncen-Expedition von Wilh. Thienes in Elberfeld sub K D. 5018. Die üeutscüe Volksschule. Magazin für die Praxis der Erziehung und des Unterrichts. Herausgegcben von Ernst Wunderlich, fheis 4/ג i'öfirf. 8 ®r., crfiüdnt 2 Mal im Monat. Diese billigste und reichhaltigste Lehrerzeitung ist zu beziehen durch alle Postanstalten und Buchhandlungen, Probenummern gratis. Verlag von Siegismund & Volkening in Leipzig. Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin. Verzeichniß der im Winter-Zemejier 1873j74 und zwar vom 20. Oktober an zu ballenden Vorlesungen. Herr Dr. Cassel wird lesen: 1) Jüdische Geschichte und Literatur von Maimonides bis zum Ende des Mittelalters, Montag, Mittwoch und Donnerstag 2—3 Uhr. 2) Die Kleinen Propheten, Montag, Mittwoch und Donnerstag 3—4 Uhr. 3) Commentar des Abcn-Esra zum Pentateuch, Dienstag 2—3 Uhr (seminaristisch). Herr Dr. Geiger wird lesen: 1) Allgemeine Einleitung in die Wissenschaft des Judenthums (religions-philosophischer Theil), Donnerstag 4—5 Uhr. 2) Specielle Einleitung in die älteren biblischen Bücher, Dienstag 4—6 Uhr. 3) Genesis, Mittwoch 4—6 Uhr. 4) Das Buch Josua, Donnerstag 5—6 Uhr (seminaristisch). 5) Mischna Abot, exegetisch,, historisch und homiletisch, Donnerstag 6^-7 Uhr. Herr Dr. Lewy wird lesen: 1) Einleitung in die Mischna, Montag 4—5 Uhr. 2) Mischna, Sonntag und Freitag 10 bis 11 Uhr. 3) Talmud Pesachim, Montag, Dienstag und Donnerstag 11—1 Uhr. 4) Jore Dea, Sonntag 11—12, Mittwoch 10—12, Freitag 11—12 Uhr. 5) Talmud Jeruschalmi, Sonnabend 2—4 Uhr (seminaristisch). Herr Professor Dr. Steinthal wird lesen: Ethik, Montag, Dienstag u. Donnerstag 10—11 Uhr. Die Anmeldung zu den Vorlesungen erfolgt bei dem zeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Collegiums Hrn. Dr. Cassel, vom 20. Oktober bis 17. November, Montag und Donnerstag (mit Ausnahme der Feiertage) Vormittags 11—12 Uhr, im Lokale der Hochschule, Spandauer Brücke Nr. 8. Berlin, im August 1873. Das Curatorium der Hochschule für die Wissenschaft des Jndenthnms. Dr. S. Neumann. Dr. Gumbinner. A. Wolfs. Hierzu als Beilage der ״Israelitische Lehrer". Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: I. Klingenstein in Ingelheim. — Verlag von Johann Friedrich Hartknoch in Leipzig. Druck von Heinrich Fischer & Co. in Leipzig.