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Jüdische Volkszeitung · 1873-07-16 · 29 (16.7.1873) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
29 (16.7.1873)
Date
1873-07-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wochenschrift Jüdische Volk Irr reit u tlc fieftaftunpen nehmen alle Postanitalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich 17*/2 Ngr. m ^rmemdr und Hrhuis^ I^nugsgr und Asden. Zns-r°tfind an die Verlagshandlung von ־־ ' Job. Friedr. Hartknoch in Leipzig Herausgegeben von I. Mmgsnstrm in Ingelheim, Preis der 3gesp. Zeile 2 Ngr. bisher Herausgeber des ״Jsr. Lehrer" und des ״Synodalblatt". N0. 29. Leipzig, den 16. Juli. 1873. Intakt: Deutsch-Israelitischer Gemeindebund. — Correspondenzen: Fürfeld, Aus Westfalen, Aus dem Weimarischen, Provinz Posen (Schluß). — Rundschau. — Feuilleton: David Einhand (Fortsetzung).— Berichtigung. — Anzeigen. Deutscü-I8raekitiscder Gemeinäebunä. Auf eine private Anfrage über den gegenwärtigen Stand der Thätigkeit und der Erfolge des Gemeindebundes ist unlängst von competenter Seite ein eingehendes Referat erstattet worden, aus welchem die ״Israelitische Wochenschrift" mit Genehmigung des Herrn Verfassers folgenden interessanten, in manchen Punkten höchst informativen Auszug veröffentlicht. Leipzig, Ende Mai 1873. — — Das von Ihnen bekundete lebhafte Interesse für die Sache des deutsch-israelitischen Gemeindebundes verpflichtet uns Ihnen zu aufrichtigstem Danke; denn nichts kann uns willkommener sein, als unbefangene wahrheitsgetreue Berichte über Stimmungen und Auffassungen in den Gemeinden. Wir wissen, darum den Werth Ihrer Eröffnungen um so höher zu schätzen, als wir uns der Schwierigkeiten einer, dem allgemeinen Wohl gewidmeten Thätigkeit überhaupt, wie speciell derjenigen uns bewußt sind, welche wir zur Wahrnehmung der verschiedenen Interessen des jüdischen Gemeindewesens in Deutschland übernommen haben. Wenn wir uns aus reinster Hingabe für die gute Sache aller Mühen und Opfer an Zeit, Kraft und Vermögen mit Vergnügen unterzogen haben und unterziehen, so leitete uns dabei die Zuversicht, daß uns die wohlwollende Unterstützung aller Einsichtsvollen unter unseren Glaubensgenossen nicht fehlen werde; daß man überall, die Gesetze der natürlichen Entwickelung aller individuellen und gemeindlichen Verhältnisse kennend, vor überschwänglichen Erwartungen welterschütternder Thaten unsererseits sich frei halten werde; daß Jeder von der Ueberzeugung durchdrungen sein werde, daß der Einzelne für die Gesammtheit und die Gesammtheit für den Einzelnen zu streben und zu wirken habe; daß es endlich weniger darauf ankomme, ob jede einzelne Gemeinde aus jeder einzelnen Maßregel und jedem einzelnen Vorschläge einen unmittelbaren Nutzen ziehe, als vielmehr, daß das Wohl der Gesammtheit, der Majorität dadurch gefördert werde. Unserem Bunde gehören ja auch solche Gemeinden an, die sich in der glücklichen Lage befinden, aus dem Anschluß an andere wenig oder gar keinen directen Nutzen zu ziehen. Sie wurden aber und werden zum Beitritt durch die unbestreitbare Wahrheit geleitet, daß das einzelne Glied um so gesünder sei, je grüßeren Wohlbefindens die übrigen sich erfreuen, sowie von dem höheren Pflichtgefühl, daß der Gutsituirte sein Scherflein zur Hebung und Verbesserung der Lage der weniger Gutsituirten beitragen müsse. Wo alter Schutt wegzuräumen, Baustein an Baustein zu fügen ist, da kann man billigerweise nicht erwarten, binnen kürzester Frist das ganze Gebäude fix und fertig dastehen zu sehen. Wir haben auf jedem Gebiete des Gemeindewesens nach den Verhältnissen und Bedürfnissen der einzelnen Gemeinden eingehend zu forschen, das nothwendige Material (Sie wissen, was dies bei der Indolenz und Schwerfälligkeit vieler Gemeinden besagen will!) herbeizuschaffen, für seine besonderen Zwecke zu sichten und zu ordnen. Es ist begreiflich, daß Alles nicht auf einmal geschehen und verwerthet werden kann; der Weg, den wir zu gehen haben, kann nur der des langsamen Fortschreitens, der allmäligen Verbesserung und Vervollkommnung unserer gemeindlichen Institutionen und Verhältnisse, mit steter Zuhilfenahme der inzwischen gemachten Erfahrungen und reifer gewordenen Erkenntniß, sein.

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