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Jüdische Volkszeitung · 1873-03-26 · 13 (26.3.1873) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
13 (26.3.1873)
Date
1873-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Volkszeitnng Wochenschrift tilr tle:Ä L«stekkung«n nehmen aßt Postanstalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich 1?1/a Ngr. in Grmmnitr und Irhnle^ I^nngoge nnd Hrl Herausgegeben von I. Mmgsnstsm in Ingelheim, bisher Herausgeber des ״Jsr. Lehrer" und des ״Synodalblatt". Inserate sind an die Verlagshandlung von Job. Friedr. Hartknoch in Leipzig zu senden. Preis der 3gesp. Zeile 2 Ngr. N0• 13» Leipzig, den 26. März. 1873. A n k» a k t: Die Akedah und Akedahgebete. — Wieder vom Cultus (Schluß aus Nr. 11). —Correspondenzen: Provinz Posen, Pest, Szigetvar. — Rundschau. — Feuilleton: Die Tochter des Commerzienrathes (Fortsetzung). — Anzeigen. Die Akeäak unä Meäukgebete. Audiatur et altera pars! Sie haben, geehrter Herr Redacteur, in den von Ihnen geleiteten Blättern schon so oft Beweise unparteiischer Aufnahme von Meinungen entgegengesetzter Art, auch wenn Sie selbst sich bereits für eine derselben bestimmt entschieden hatten, gegeben, als daß ich Anstand nehmen sollte, hiermit als Anwalt einer Religionsfrage, mit welcher es möglicher Weise ein gleiches Bewandtniß hat, aufzutreten, geschähe es auch nur, um obiger alten Sentenz gemäß auch die andere Seite derselben zu beleuchten und so vielleicht den rechten Gesichtspunct für deren Betrachtung herzustellen. Es ist — wie Sie schon errathen haben werden — die (in Nr. 6 von Hrn. Dr. Wiener heftig angefeindete) Akedah nach ihrem Werth oder Unwerth im Leben Abrahams, und — was daraus folgt — ob selbige weiter einen Platz in unserer Gebetordnung zu behaupten habe, oder daraus zu removiren sei. Nach der Tendenz, welche meine bisher erfolgten Publicationen stets bekundeten, werden sowohl Sie als Ihre geehrten Leser vorweg überzeugt sein, daß meine desfallsige Meinungsäußerung gleichfalls nicht von pietistischultramontaner Schwärmerei, sondern nüchterner vernünftiger Reflexion dictirt sein werde, und darf ich darum umsomehr erwarten, daß sie sich einer unbefangenen Beurtheilung auch bei:denen erfreuen werde, welche derselben ihre Beistimmung theilweise oder ganz versagen möchten. Der Jdeengang bei denjenigen Kritikern, welche jenen Act des Patriarchen ^als seinerseits unmöglich und sowohl Gottes als auch seiner unwürdig erachten, ist wohl im Allgemeinen dieser: Schon das Thieropfer ist eine nur der niederen Stufe der Gotteserkenntniß entsprungene und angemefsene Weise der Gottesverehrung, die darob im Judenthum nach seinen erhabensten Vorstellungen von Gott gar keine Stätte haben sollte und in seiner Mitte nur als eine zeitweilige Concession an den, für eine reine Anbetung Gottes im Geiste und in der Wahrheit noch nicht reifen Sinn und Begriff des Volkes anzusehen ist. Ist es aber ob dieses zwingenden Umstandes in der Wirklichkeit hinter seiner Idee zurückgeblieben und hat das mosaische Gesetz sogar einen ausgedehnten Opfer- und Priesterdienst in sein Staats- und Religionssystem mit aufzunehmen nicht umhin gekonnt, so verpönte es doch mit der, seinem humanen Charakter entsprechenden entschiedensten Schärfe jegliches Menscheninsbesondere das — bei den Heiden so beliebte — Kindesopfer, indem es dasselbe als Entweihung des göttlichen Namens (d. h. strafliche Lästerung des Gottes der Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit) und Verunreinigung des göttlichen Heiligthums mit den strengsten Strafen von Gottes und Menschen Hand bedrohte (3. B. M. 18, 21. 20, 1—5) und Moses, um alle Abscheulichkeit des Götzendienstes in einem Worte zusammenzufassen, mit Emphase ausruft: Ja, selbst ihre Söhne und Töchter verbrennen sie ihren Göttern zu Ehren (5. M. 12,31.)! Wie kann also, fragt man demnach, derselbe Moses eine Glorificirung Abrahams und ein Motiv, um des Segens Füllhorn ihm aufs Haupt zu schütten, darin erblickt haben, daß dieser, alles Vatergefühl verläugnend, seinen einzigen Sohn, auf den er sein ganzes Leben hindurch gehofft und dem er nicht nur sein irdisches, sondern noch mehr sein geistiges \*| 1 :ר U

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