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Jüdische Volkszeitung · 1873-03-05 · 10 (5.3.1873) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
10 (5.3.1873)
Date
1873-03-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wochenschrift tür־ rcutt de L«stekku1>ge» nrhmen alle Postanstalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich!!1k Ngr. m ^mrmdk und Muk, Z^nugllgk und Krdrn. sind an die Verlagshändlung von ' ^^bdr. Harttnoch in Leipzig Herausgegeben von I. Hirnflsnsisin in Ingelheim, Preis der 3"gesp.^ Zeile 2 Ngr. bisher Herausgeber des ״JSr. Lehrer" und des ״Synodalblatt". No. 10. Leipzig, den 5. März. 1873. I n kl a k t: Nachtrag zu den Gutachten an den Ausschuß des Gemeindebunds, den Religionsunterricht betreffend (Schluß aus Nr. 5). — Correspondenzen: Berlin, Ingelheim, Frankfurt a. M., Bukarest. — Rundschau. — Feuilleton: Die Tochter des Commerzienrathes (Fortsetzung). — Briefkasten der Redaction. — Anzeigen. Nachtrag zu den Gutachten an dm Ausschuß des Gemeinde- Hunds, den Religionsunterricht betreffend. (Schluß aus Nr. 5.) Es ist unleugbar und bedarf hier auch keiner Motivirung, daß die Juden viel, oft sehr viel für die Bildung ihrer Kinder thun — und wohl von jeher gethan haben. In den Zeiten, in welchen die Bildung jüdischer Kinder eine einseitige, fast ausschließlich religiöse war, war das Gleiche auch in den entsprechenden christlichen Gesellschaftsclassen der Fall, und beschränkte sich hier der gesammte Unterricht fast nur auf etwas eingetrichterten Katechismus. Nichtsdestoweniger ist das jüdische Schulwesen als Ganzes seiner Aufgabe zur Zeit durchaus nicht entsprechend. — Wir haben schon um deswillen keinen Grund, dies zu leugnen, weil ein tüchtiges Schulwesen eben nur Aufgabe größerer Gemeinwesen — sei es des Staats oder der Gemeinde — sein kann. Die jüdische Gemeinde als solche hat durchaus nur die Aufgabe, für ihren Religionsunterricht Sorge zu tragen. Sie ist in den meisten Fällen zu klein, um eine Schule herzustellen, die ihren Anforderungen an die Gesammtbildung ihrer Kinder entspricht. Schon um deswillen wird der Jude sich verpflichtet fühlen, sich auf Seite derjenigen zu stellen, die die absolute Trennung der Schule von der Kirche, die durchaus confessionslose Schule anstreben. Wohl gibt es einzelne vortreffliche jüdische Schulen, die den gesammten Unterricht umfassen. Das ist aber nur das Verdienst einzelner mit aller Hingebung und dem Aufwands großer Kraft wirkenden Lehrer. Allein offen gestanden — in den meisten Fällen unterstützen wir nur deshalb die Errichtung öffentlicher Elementarschulen bei Juden, weil bisher die armselig situirten Religionslehrer sonst den jüdischen Lehrerstand allein repräsentirt hätten, weil eben nur als Elementar- und Volkslehrer die Juden, die sich dem Lehramte widmen, eine einigermaßen menschliche, bescherdenen Anforderungen entsprechende Lebensstellung sich verschaffen können. An und für sich aber ist es selbstverständlich, daß mehrclassige Schulen weit mehr zu Stande bringen sollten und könnten, als die zumeist nur von einem Lehrer geleiteten israelitischen Volksschulen. Die paar großen Anstalten — in Frankfurt et. M., Berlin rc. — kommen hier nicht in Betracht. Sie würden heute auch nicht mehr gegründet werden, wenn sie nicht bereits seit vielen Jahren beständen. Das confessionelle Element ist hier auch möglichst in den Hintergrund getreten. Wie nun den Religionsunterricht entsprechend organisiren? Wir machen hier die israelitischen Religionsgemeinden auf Eines aufmerksam, was bei der über kurz oder lang an uns herantretenden Umbildung der Schulen im Auge zu behalten ist. Wir legen ihnen einen Gedanken vor, für dessen Durchführung wir mit aller Kraft, mit aller Hingebung wirken und eintreten müssen, in dem hauptsächlich das Heil unserer Zukunft liegt: ״Es ist Pflicht, dahin zu wirken, daß überall, wo con- ״fessionslose Gemeindeschulen errichtet werden, jüdische Lehrer ״mit gleichen Rechten an denselben Anstellung finden, sobald ״die Zahl der Lehrer der der Confessionen, die in einer

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