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Jüdische Volkszeitung · 1873-01-22 · 4 (22.1.1873) · p. Seite 32

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
4 (22.1.1873)
Date
1873-01-22
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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V 1 32 tx t X x n. In bltj Isrnslltrn im Eross^ttjogt^um Hessen. Die eben eröffnete Landtagsperiode wird auch für die Israeliten unseres Landes von der höchsten Bedeutung werden. Die zu erhoffenden Gesetze: die Kreis- und Gemeindeordnung, die Gesetze über das Verhältniß der Kirchen und Religionsgesellschaften zum Staate, das Schulgesetz — werden die seitherigen Grundlagen unseres religiösen und Gemeindelebens erschüttern und uns in ganz neue Zustände bringen. Unter diesen Bedingungen ist es gewiß dringend geboten, daß die jüdischen Religionsgemeinden ungcsünmt zusammentreten, um zu berathen. was geschehen muß. Verhehlen wir uns nicht, daß eine solche Vereinigung für uns auch schon um deßwillen Pflicht ist. weil die gegenwärtigen religiösen Gemeindezuftünde in unserem Lande einer organisatorischen Umbildung dringend bedürfen. Unser Religionsschulwesen liegt ganz danieder. Fast der größte Theil der Religionsgemeinden ist ohne Lehrer. Viele Gemeinden sind ganz außer Stande, eine den gegenwärtigen Verhältnissen einigermaßen entsprechende Besoldung für einen qualificirten Religionslehrer aufzubringen. Wie sehr die heiligste Aufgabe der Religionsgemeinde, die religiöse Erziehung unserer Kinder: wie selbst unser Cultuswesen unter solchen Zuständen Noth leidet, brauchen wir hier nicht zu erörtern. Der Mangel an qualificirten Religionslehrern wird immer größer. In unseren Landesseminarien find seit vielen Jahren fast keine Zöglinge mehr: und wenn sie dort wären,_ so fehlte ihnen die Gelegenheit zur Ausbildung in den Religionsfächern, im Hebräischen, im Cantordienste. Unser Staat verwendet alljährlich viele Tausende zur Unterstützung der Kirchen, der christlichen Religionsgenossenschaften. Die Anforderungen in diesem Betreffe haben sich im Vorjahre noch erheblich gesteigert. Sollten wir zögern, auch Etwas zu fordern für die Synagoge, mindestens zur Ausbildung von Religionslehrern? Sollen wir zaghaft, scheu, unentschlossen, uueittig sein, wo es gilt, für unser gutes Recht einzutreten, das zu verlangen, was zur gesunden Entwickelung unseres religiösen Lebens unbedingt nöthig ist? Von unserer gegenwärtigen wohlwollenden und erleuchteten Regierung, von unseren liberalen und gerechten Ständen dürfen wir mit Sicherheit die Erfüllung gerechter und! bescheidener Wünsche erwarten.! Säumen wir darum nicht, das zu thun, was Noth thut, was zur Förderung j unseres Religionswesens dringend und heilsam ist.! Vielleicht gelingt es uns gar. eine dauernde Vereinbarung zu schaffen. — denn; nur im Zusammenwirken liegt Heil —, welche, zugleich im Anschluß an noch andere, größere, das Gesammt-Deutschland umfassende Körperschaften, für unsere Religionsgemeinden für alle Zukunft Segenbringendes und Heilsames schafft. Es ergeht daher hiermit an alle diejenigen Israeliten des Großherzogthums Hessen, welche uns zustimmen, insbesondere aber an die Notablen — Vorstände, Rabbiner und Lehrer — die ergebene Bitte, ihre Erklärung, ob sie sich an einer zu berufenden Israeliten- Versammlung betheiligen wollen, ungesäumt in Zuschriften an die Redaktion der Jüdischen Bolkszeitnng in Ober-Ingelheim gelangen zu lassen. Eine Commission von Vorständen aus mehreren Geineinden der drei Provinzen des Großherzogthums wird dann das Nähere über Zeit und Lrt bestimmen und durch Verschiedene öffentliche Blätter des Landes bekannt geben. Mehrere hessische Israeliten. Verlag von «tob. Fr. Hartkuoch in Leipzig. In der Synagogengemeinde Oberstein wird am 1. April d. I. die Stelle eines geprüften Religions- und Elementarlehrers vacant. Derselbe hat auch den Vorbeterdienst zu versehen und einen Synagogenchor einzuüben und zu leiten. Gehalt: 400 Thlr. mit Aussicht aus definitive Anstellnng. Meldungen, von Zeugnissen über die Befähigung und bisherige Führung begleitet, nimmt der Unterzeichnete entgegen. Birkenfeld, den 5. Januar 1873. Gokämaan, Landrabbiner. Julia Huuunug^s Urrlro, Deutsche autorisirte Ausgaben. *jP- 8°. ^legant UPofclj iff. Inhalt: Dora. Roman. 6 Bde. Preis 4 Thlr. 15 Sgr. dleattiee. Roman. 4 Bde. Preis 3Thlr. 15 Sgr. 8gbille. Roman. 5 Bde. Preis 4 Thlr. Hönigin Mab. Roman. 3 Bde. Preis 2 Thlr. 12 Sgr. Kikoia. Roman. 6 Bde. Preis 5 Thlr. NB. Jedes Merk ist einzeln zu liaben- Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Soeben erschien: Isrueiitrsrhs IrhulbibsH den gesummten liefe-, £ern~ n. lieÜrlioff des jiidiftfi.cn Aeügi0l!81mte1׳ri^t8 utnfafcnd. Von Di. Julius Popper. 1v eile gguflage. I Dessau. Verlag von Albert Reißner. Verlag von Job. Fr. Hartkuoch in Leipzig. L Andersen, Die illustrirte Modezeitung Haus und Welt (Preis nur 15 Sgr., mit Vierteljahr!. 12—14 . colorirteu Modekupfern 1 Thlr.?1/a Sgr.) ist in weniger als einem Jahre in elf fremde Spruatcn übersetzt: ihre prachtvollen Original-Illustrationen und colorirten Modekupfer sind in */a Million Exemplaren über die ganze Erde verbreitet. — Diesen Riesenerfolg verdankt Haus und JBelt der Kla rheit seinerAbbildungen u. Beschreibungen, so wie der practifcfien ,Btaudibatlieit feinet deutlichen 8 Jmilt,aastet, Vorzüge, welche es jeder Dame ermöglichen, ihre und der Kinder Toilette, Wasche u. s. w. mit gedeutenden Ersparnissen selbst anzufertigen. — Redaktion mit eigenen Künstlerateliers in ,Berlin und Pari«. — Original-Novellen und Aufsätze berühmter Autoren, Musikpiecen, Räthsel, Briefkasten etc. Man abonnirt jederzeit bei allen PostäiGtern und Buchhandlungen. Her Siebente Auslage. Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Verein zur Unterstichiuig fliffs&cdürftiger israef. iMrcr, Aekrer-Mittiven u. -lOaifen in Jentflüfaiid. Wir besitzen noch einen großen Theil der verschiedenenJahrgänge unseres Vereinsbuches. Dasselbe, ein anerkannt gutes Volksbuch, mit Arbeiten von den besten Schriftstellern Deutschlands dürfte sich als Lektüre, zu Festgeschenken rc. für alle jüdischen Kreise bestens empfehlen. Um auszurüumen, ist der Preis gegen baar eines Jahrganges — 18 Bogen — auf nur 5 Sgr. — 18 Ar. herabgesetzt. Alan wolle dabei nicht außer Acht lassen, daß man zugleich die Kasse unseres Vereins, die so wöhlthütig zu wirken berufen ist. unterstützt. Wir empfehlen daher unseren geschätzten Lesern, insbesondere den Lehrern, für die Verbreitung nach Kräften thütig sein zu wollen. Zu beziehen durch jede Buchhandlung, insbesondere LScar Lciucr in Leipzig,!Joseph Weis; in Alzey. Julius Bcnzian in Berlin und durch den Herausgeber dieser Zeitschrift Joseph.Mugeusteiu in Ober-Ingelheim. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: I. Klingenstein in Ingelheim. — Verlag von Johann Friedrich Hartkuoch in Leipzig Druck von Heinrich Fischer & Co. in Leipzig. n r

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