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Jüdische Volkszeitung · 1873-01-01 · 1 (1.1.1873) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
1 (1.1.1873)
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wochenschrift füt? A«st«ll>lnge» neunte« alle Postanstalten und Buchhandlungen an. Preis vierteljährlich n1^ Ngr. in Ermrmdr und Krhul^ H^nngogr unEr Hrbm. TF Herausgegeben von I. Wngrnstew in Ingelheim, bisher Herausgeber des „Jsr. Lehrer" und des,„Synodalblatk". Inserate find an die Verlagshandlung von Joh. Friedr. Harttuoch in Leipzig zu senden. Preis der 3 gesp. Zeile 2 Ngr. «so. 1. Leipzig, den 1. Januar. 1873. Der Streit: wo ist Wahrheit? — Correspondenzen: Wien,- Ingelheim, Stuttgart, Aus Norddeutschland, Landau (Schluß). - Rundschau. — Literarische Notiz. — Feuilleton: Die Tochter des Commerzienrathes (Fortsetzung). — Verzeichniß der dem deutsch-israeli- . tischen Gemeindebunde beigetretenen Gemeinden. — Anzeigen. Der Streit: wo ift 3Daftrftait? Als das jüdische Volk unter Leitung der makkabäischen Priestcrhelden die Freiheit des Vaterlandes^ erkämpfte, rvar es nur der vaterländische Boden, oder die Einheit der Ration, die unsere Väter begeisterte und entflammte, die sie -'zum Siege führte, die ihnen als höchstes Ziel vorschwebte bei all ihrem Kämpfen und Ringen? Es könnte fast unnütz erscheinen, diese Frage zu stellen. , Die Geschichte hat sie entschieden; sie wird sie stets in gleicher ' Weise nach allen großen Völkerkämpfen entscheiden. Der geheiligte Boden des Vaterlandes, die Einheit des Volkes, der Nation: wir kämpien für sie, wir vertheidigen sie und dieser Kampf entflammt und begeistert. Aber ihren tieferen Sinn, ihre nachhaltige Wirkung, die unverwüstliche, in der Erinnerung der Nachwelt fortlebende und fortzeugende Bedeutung erhalten diese Kämpfe doch nur durch die geistigen, in Wirklichkeit idealen Güter der Nation, die mit erkämpft und erhalten werden mußten, als da sind: die Freiheit, insbesondere die Glaubens- und Gewissensfreiheit, der ungehemmte Fortschritt des nationalen Kulturlebens, die sittliche Erhebung und Verjüngung, der Nation. Das ist auch die unleugbare, erhabene und ewige Bedeutung der Makkabäerkämpfe. Und weil wir gerade in unserer Zeit diese idealen Güter wieder besonders schätzen lernten, ist man bestrebt, der Chanukkafeier eitxe erhöhte Weihe zu geben und die sich ihr anschließenden Ideen zum Ausdruck zu bringen. Von diesem Gedanken ausgehend gestatten wir uns, zur Würdigung unserer Aufgabe, in der ersten Nummer des neuen Jahrgangs unserer Zeitschrift, einer: Blick zu werfen auf dasjenige Kampfgebiet, das uns be anders berührt: auf die Parteikämpfe in der Judenheit. Vielleicht werden Viele ünfersr geschätzten Leser fragst?- Wo ist denn Kampf? Wo ist Streit? Und Streit Km Wahrheit? Der Wahrheit unzertrennlicher Gefährte, ist. ja der «Frieden! Mögen die Fanatiker des Alten, die Helden des Aberglaubens und der Dorurtheile für ilMa,Traum- und Trug-Bilder poch so viele/Lanzen brechen; was kümmert das uns? Wir belächeln He Thorheit, ihren Fanatismus, der eben nur immer im lMolge solcher trügerischen Phantasiegebilde oder beim Mangel wahrhafter Ueberzeugung zu finden ist; wir sind frei davon und mit uns die weitaus überwiegende Mehrheit unserer jüdischen Zeitgenossen. Wozu also Streit? Sollen wir gegen Windmühlen kämpfen? Ist das, wofür Jene in den Kampf Fichen, todt, völlig todt, abgestorben; und gegen Todte solltK wir streiten? Laßt die Todten die Todten begraben. /Wir aber lieben den Frieden. Wir habemÄns, sagen unsere Freunde weiter, ein Arbeitsfeld für die Ju/nheit geschaffen, das unsere israelitische Ueberzeugung mani^stirt, das aber jeden Parteienkampf ausschließr: Die „Israelische Allianz", den „deutschen Gemeindebund" u. s. w., sM die Einzelgemeinden und ihre Humanitären Einrichtungen. Das ist unser Arbeitsfeld; das bearbeiten wir_ „mit Au-Muß aller religiösen Parteiftagen." — Bi rächten wir doch diese Anschauung etwas ernster und j gestattoman uns einmal, der Sache auf den Grur^ ">! Wir /aben allezeit als unsere Pflicht betrachtet, y

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