Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 17 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Mission gebildet werden, welche, nachdem sie mit der Vollmacht der pfälzer Jsraelitengemeinden ausgerüstet, jederzeit, wo es nothwendig erscheint, für die Interessen der pfälzer Israeliten eintreten und wirken soll.*) Obwohl der Ausführung dieses Planes noch Schwierigkeiten entgegenstehen, so erkannte das Comits dennoch die praktische Seite des Antrags und beschloß nach reiflicher Ueberlegung das Geeignete und Sachliche zu veranlassen. Der Antragsteller erklärte im Voraus, daß „eine pfälzer israelitische Allianz" keine Demonstration gegen unsere hohe Behörde bilden soll, sondern sie möge nur die Interessen der Israeliten, da, wo sie etwa gefährdet erscheinen, zu wahren suchen. Der lästige Hausbettel von wandernden Polen rc. wäre vielleicht auch ein ergiebiges Feld, um hier mit Erfolg einer großen Calamität entgegen zu wirken. — Es erübrigt mir nur noch, den oben angeführten talmudischen Spruch zu rechtfertigen, wie er in Verbindung mit dieser Angelegenheit gebracht werden kann. Meine Absicht, eine Lehrerversammlung Zu berufen, war eine ganz andere — und siehe — ohne es gewollt, gedieh sie zu einem erhabenen Zweck. Möge der Erfolg ein gleich günstiger sein! Bei der zweiten Hauptversammlung waren 16 Vorstände und 22 Lehrer anwesend und zwar: S.-V. S. Maier und Weil und Lehrer Stern aus Neustadt, S.-V. Jacob Kaufmann und Lehrer Singer aus Frankenthal, Lehrer Ehrlich aus Mutterstadt, S.-V. I. Dannhäuser und Lehrer Weil aus Landau, S.-V. Raich und Lehrer Heß aus Essingen, Lehrer Strauß aus Jngenheim, Lehrer Weil aus Alsenz, S.-V. Kaufmann und Lehrer Wolff aus Bergzabern, S.-V. Hirsch und Lehrer Holland aus Homburg, Lehrer Stern aus Edenkoben, Lehrer Strauß aus Venningen, S.-V. Sigm. Herz und Lehrer Schloß aus Speyer, Lehrer Kahn aus Mußbach, S.-V. Löb und Lehrer Loew aus Haßloch, Lehrer Stiefel aus Obermoschel, Lehrer Strauß aus Grünstadt, Lehrer Eichner aus Oberlustadt, Lehrer Alexander aus Obwigheim, Lehrer Hilpoltstein aus Direnstein. S.-V. David Meier und Lehrer Strauß aus Dürkheim, Lehrer Moses aus Schwegenheim, S.-V. Kuhn und Dr. David und Lehrer Mai aus Ludwigshafen, S.-V. Tuteur aus Winnweiler, S.-V. Kehr aus Kaiserslautern, S.-V. Kahn aus St. Ingbert und S.-V. Laz. Löb aus Kirrweiler. In dem letztgewählten Comitö befinden sich jetzt: Lehrer: Stern, Singer und Ehrlich und die Synagogenvorstände Kehr, Dannhäuser und Herz und Dr. David. *) War schon einmal da. hielt aber nicht Stand. Also- Redaction. Es dürfte nun noch erübrigen, einige thatsächliche Bemerkungen hinzuzufügen. Nach der „Grefser'schen" Ministerialverordnung vom Jahre 1869 bestehen Communalschulen mit Verwendung israelitischer Lehrer in Landau, Grünstadt, Dürkheim und Ludwigshafen. In Neustadt ist College Stern ebenfalls provisorisch angestellt. Zur Einführung der Communalschule haben bereits gültig abgestimmt: Kaiserslautern und Frankenthal. In Mutterstadt soll die Abstimmung in 14 Tagen vor sich gehen. Die pfälzische Bevölkerung will in ihrer großen Gesammtheit die Israeliten von dieser Anstalt nicht ausschließen und sind wir von der wohlwollenden Gesinnung unserer hohen königl. Regierung überzeugt, daß sie den Vorschlägen der Gemeinden die erforderliche Genehmigung ertheilt. In gleicher Weise läßt sich auch nicht verkennen, daß die höchste Staatsregierung das Interesse aller Unterthanen stets fördert. Allein — sie hat wohl hier, wie es den Anschein hat, den Ultramontanen eine Concession gemacht, die jedoch den größten Nachtheil für die Schule und ihre Lehrer im Gefolge haben könnte.! Hoffen wir daher von der Gnade unseres geliebten Königs, daß sie alle Unterthanen umfassen wird—ohne Unter- | schied des Glaubens, und daß sie keines ihrer Kinder eine > unverdiente Zurücksetzung erdulden lasse, sondern nach dem Ausspruche unserer heiligen Thora: nnx npn i?npn „Ein Gesetz sei für Euch Alle" auch dieses für alle Bayern zur Geltung bringe. Ehrlich, Secretär. Iugenä^risten. Aus der auf dem Gebiete der Kinderschriften renommirten, ausgezeichneten Verlagshandlung von Otto Spamer in Leipzig können wir heute auf einige hierher gehörige, herrliche Schriften aufmerksam machen. Es sind dies: Das Buch der schönsten Kindermärchen. (Das illustrirte, goldene Kinderbuch. XII. Theil.) Es ist dies eine Sammlung des Bekanntesten und Schönsten, was es auf diesem Gebiete gibt. (16 Bogen, elegant cartonnirt 25 Sgr.) Ferner, aus demselben Verlage: Welt der Jugend, von deren neuen Folge uns 6 Hefte vorliegen. Wir können Eltern und Lehrern, welche ihre Kinder und Zöglinge zugleich unterhalten und belehren wollen, nichts empfehlen, was -fiesen zum Theil für den gebildetsten Leser neuen und interessanten Arbeiten gleichkäme. Wir nennen beispielsweise: Von der» Ufern des Michigansees; Von Meer zu Meer oder die Pacificbahn; u. A. m. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur I. Klingenstein in Ingelheim. —Verlag von Johann Friedrich Hartknoch in Leipzig. Druck von Heinrich Fischer & Co. in Leipzig.