Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 16 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 uicht so fragt, wenn ihm ein Buch geboten wird, als einen! Karl Hansen, Director der Realschule I. Ordnung in Harschlechten Lehrer kennzeichnen. Wir fragen darum: warum bürg. 2. sehr erweiterte und verbesserte Auflage. Harburg, dies Buch? Wir mögen es leiden, wenn eine neue Methode! Verlag von Gustav Elkan. — In diesem Werke, dessen klar und anschaulich, Theorie und Praxis verbindend, sich in einem Buche ausspricht. Der Lehrer wird das studieren, sich vorbereiten. Wir lieben es nicht, wenn man dem Lehrer Bekanntes so zuschneidet, vorkaut, daß — er eben nichts mehr zu thun, zu denken und zu lernen hat, — nur das Buch sich vorlegt. Wir lieben es auch nicht, wenn ein Lesestück nachträglich zerrissen und zerfahren und grammatikalisch und stylistisch breitgetreten wird. Man kann das ein- und das andere Mal thun, man kann zuweilen die Grammatik, den Aufsatz mit dem Lesestück in Verbindung bringen; aber das ganze Jahr hindurch mit dem deutschen Lesestück so zu verfahren, wie die alten Philologen mit dem Lateinischen? Das hieße die Leselust ertödten; das hieße, weil die grammatikalische Erläuterung dann doch nur dem Lesen folgen kann, das Pferd hinter den Wagen spannen. Der Verfasser hat in seiner Art gut und eingehend gearbeitet, aber nach unserer Ansicht ist diese Art der Behandlung — Mißhandlung der Lesestücke. Die Poesie in der Volksschule. Dreiunddreißig vaterländische Dichtungen ausgewählt und erläutert von W. Dietlein, Schulinspector. II. Band. Wittenberg, Verlag von R. Herrose 1873. — Wir haben den 1. Band eingehend besprochen. Wir empfehlen auch den vorliegenden denkenden Lehrern. Sie werden Manches daraus erfahren zu ihrer eigenen Ausbildung und zur Förderung des Unterrichts in der Muttersprache, zur Hinführung unserer Kinder an den erfrischenden Quell volksthümlicher Poesie. Der poetische Lesestoff, seine Behandlung und Verwerthung zu Aufsatzübungen, besonders in der Volksschule. Bearbeitet von Franz Brümmer, Lehrer an der höheren Knabenschule in Nauen. Preis 15 Sgr. (Berlin, Verlag von Adolph Stubenrauch.) — Einen ähnlichen Zweck, wie die vorige Schrift verfolgend, zeichnet diese noch insbesondere sich dadurch aus, daß sie die Umarbeitung der Gedichte in Prosa (bei Aufsatzübungen) im Auge hat. Diese Art von Aufsätzen wird in der Oberclasse von ganz besonderem Werthe sein und da der Herr Verfasser die Erläuterungen in sehr lichtvoller und eingehender Weise gibt, so wird das Geschäft des Lehrers dadurch sehr erleichtert werden. Es ist darum diese Schrift solchen Lehrern, welche Gediegeneres in den Aussätzen zu leisten beabsichtigen, sehr zu empfehlen. Ein Gleiches gilt von: Deutsche Dichter und Prosaiker. Auswahl deutscher Gedichte und Prosastücke von 375—1871, nebst einem Abriß der Metrik, Figurenlehre und Poetik, ein Handbuch der deutschen Nationalliteratur für höhere Lehranstalten und Freunde deutscher Literatur von reicher Inhalt eine Ahnung von dem Reichthum der deutschen Literatur in 15 bis 16jührigen Knaben und Mädchen erweckt, werden, wie dies bei Chrostomathien üblich, einzelne Stücke aus den Schriften fast aller bedeutenderen Dichter und Prosaiker aus der Zeit, in welcher es eine deutsche Literatur gegeben hat, mitgetheilt. Die Stücke sind der Zeit nach geordnet. Das Werk ist eigentlich der letzte Band der Hansen'schen Lesebücher (5 Theile), die ein zusammenhängendes Ganze bilden. — Theologisches Universal-Lexikon. Elberfeld, R. L. Friedrichs. 26. 27. und 28. Lieferung. — Das Heft reicht bis „Synkretismus". Das Werk soll mit 30 Lieferungen — höchstens — complet sein. Die Unmöglichkeit scheint vor Augen zu liegen, selbst wenn Abkürzungen, wie bei „Sündfluth" beliebt werden, wo sich der ganze Artikel auf eine Mittheilung über den bezüglichen neuesten Fund in den assyrischen Monumenten beschränkt. Das Werk ist werthvoll genug, um sich eventuell einige Hefte mehr gefallen zu lassen, damit nicht durch übertriebene Knäppung und Kürzung das Ganze geschädigt werde. „Speisegesetze". Es ist recht, daß die Diätetik wie bisher nicht mehr zur Erklärung und Rechtfertigung als ausreichend bezeichnet wird. Dann sollte aber auch die neutestamentliche Verwerfung, genauer die Paulinische, der Speisegesetze 6v bloe nicht gerechtfertigt werden. Die angebliche Verwerfung durch Jesus nach Matthäus widerspricht seinem Leben und dem der Judenchristen, welche dabei verharrten. „Sprengwasser". Auch hier finden wir keine Erklärung des Gesetzes, wie bei den alten Commentatoren. Moses tritt damit dem egyptischen Todtencultus entgegen und der damit verbundenen Theorie von der Seelenwanderung. Moses lehrt durch dieses Gesetz indirect die psychische Unsterblichkeit. „Steine". Wir vermissen hier die Mittheilungen über den alten Steincultus. Bei Steinmesser fehlt die Erklärung, daß diese, weil alt, für religiöse Zwecke, wie Beschneidung, Opfer immer noch angewandt wurden, als man schon Metallmesser im gewöhnlichen Gebrauch hatte. „Stisshütte". Die neueren Erklärungen Popper's sind nicht erwähnt. „Strafe". Wir begegnen hier noch dem alten Jrrthum, daß das mosaische Strafrecht auf „Rache" beruhe. „Sündenfall". Die Erklärung dieser Erzählung befriedigt nicht. Die Bibel läßt Gott die Welt vollkommen erschaffen und weist das sittlich wie physisch Böse dem Menschen zu. Alles im Gegensatz zum Heidenthum. Hier die richtige Erklärung. „Synagoge". Wenn auch der Name erst in der Mukkabäerzeit, die Sache bestand doch schon in Babel. Dr. R. uausgeber und verantworüicher Redacteur I. Klingenstein in Ingelheim. — Verlag von Johann Friedrich Hartknoch inLeipzig. Druck nun §>einrick> ^iicber & Co. in Leivzia.