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Der israelitische Lehrer · 1874-01-01 · 16 (1874) · p. Seite 66

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1873-1874
Issue
16 (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 66 (sequence 2)
Language
German
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66 Torresponäenz. Lf.§? Ingekkeim. (Achawa.) Am 4. Januar fand in Frankfurt a. M., in der Wohnung des Präsidenten der Achawa, Hr. Teblee, die Jahresverwaltungssitzung statt. Wir sind so glücklich, unseren geehrten Mitgliedern die Mittheilung machen zu können, daß die Resultate auch in diesem Jahre höchst befriedigend sind. Es ist eine gegen die Vorjahre abermals bedeutend größere Summe zur Vertheilung gekommen, so daß, obwohl die Ansprüche sich vermehrten, die Theile dennoch fast gleich blieben. Die Summe der Gaben aus dem Reservefond hat sich mehr als verdoppelt; der eiserne Fond ist gewachsen. Nur nach einer Seite wächst der Verein nicht — in der Zahl der activen Mitglieder. Desto schlimmer für die Zurückbleibenden. Der Verein und die Vereinsmitglieder können — materiell — nichts dabei verlieren. Näheres dürfen wir erst mittheilen, wenn der Rechenschaftsbericht vertheilt sein wird. K. — An der israelitischen Rectoratsschule zu Krotoschin, welche bisher unter der Jnspection eines evangelischen Pastors stand, ist jetzt der Rector der Schule, Hr. Huth, mit dem Amte des Local-Jnspectors betraut worden. Unseres Wissens, sagt die „P. Z.", ist dies der erste deutsche Schulmann, dem, gleich den Rectoren, an den städtischen Schulen zu Breslau, Posen und anderen Orten, die Jnspection über die von ihm geleitete Schule übertragen wird. Außerdem ist die gedachte Anstalt, die bisher unter der Kreis-Schul-Jnspection der Superintendenten der Diöcese Krotoschin stand, in das Ressort des Kreisschulinspectors Schwalbe übergegangen. Literarisekes. Ober-Ingelheim, 8. Januar 1874. Eine schwere Pflicht, die des Recensenten! Es liegt uns eine so namhafte Zahl pädagogischer und anderer Schriften vor, daß w.ir uns heute darauf einmal beschränken müssen, dieser Pflicht zu genügen, so daß für Anderes in dieser Nummer, wollen wir auch nur auf das Wichtigste näher eingehen, kein Raum übrig bleiben wird.. An der Spitze müsien wir auf Werke von höchster pädagogischer Bedeutung Hinweisen, die zur Zeit in erneuerten Auflagen erscheinen. Diesterweg's Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer erscheint in 5. Auflage „in neuer zeitgemäßer Bearbeitung herausgegeben von dem Curatorium der Diesterweg- Stiftung". (Essen, Druck und Verlag von G. D. Baedeker, 1873.) — Es liegen uns drei Lieferungen vor, die „das Allgemeine" behandeln und von Ludwig Rudolph, Oberlehrer an der Louisenschule zu Berlin, bearbeitet sind. Das ganze Werk wird drei Theile umfassen, jeder zu 5—6 Lieferungen, die Lieferung zu 10 Sgr. Die bedeutendsten päda-! gogischen Kräfte der Gegenwart, Autoritäten in ihren Fächern, werden die einzelnen Fächer behandeln, und zwar im Geiste Diesterweg's, so, wie er sie umarbeiten würde, wenn er jetzt I noch unter den Lebenden wäre. — Was könnten wir vorerst! zu dem Unternehmenden Empfehlendes sagen? Diesterweg > bleibt das bisher unerreichte Ideal aller denkenden und strebenden Lehrer! Und die ganze Idealität seines Wesens liegt ausgesprochen vor in seinem Hauptwerke: im Wegweiser. Wer möchte sich Lehrer nennen, so lange er seinen Geist nicht erhoben hat an diesem edelsten Erzeugnisse der deutschen Volksschulpädagogik? — Die Vorrede, die Schilderung „Diesterweg's Leben" von Rudolph, die „Geschichte des Wegweisers" geben Zeugniß, daß neben der Pietät für Diesterweg der frische Geist der Neuzeit die Feder der Männer regiert, die es wagen durften, dies in seiner belebenden Kraft nimmer veraltende Werk umzuarbeiten. Wer dies „Diesterweg's Leben" gelesen, der weiß, was es heißt, einen solchen Lehrer und Meister gehabt zu haben. Wir Anderen, die nicht seine unmittelbaren Schüler waren und doch seine Schüler sind, wollen uns kräftigen an seiner „Schrift des Lebens", dem Wegweiser. Sie darf am allerwenigsten einem deutschen Lehrer fehlen. Ein zweites Werk von fast gleich hoher Bedeutung in seiner Art ist vr. Karl Schmidt's „Geschichte der Pädagogik", dargestellt in weltgeschichtlicher Entwickelung und im organischen Zusammenhänge mit dem Culturleben der Völker. Dritte, vielfach vermehrte und verbesserte Auflage von vr. Wichard Lange. (Cöthen, Druck und Verlag von Paul Schettler.) — Es liegt uns der erste Band vor, der die Geschichte der Pädagogik in der vorchristlichen Zeit enthält. (Der Orient, Hellas und Rom, das Volk Israel.) Unseren geschätzten Lesern ist sicher auch dies Werk nicht unbekannt. Wir wissen, daß Schmidt mit Recht der Vater der Geschichte der Pädagogik genannt werden darf. Das Herz geht uns auf, wenn wir uns vertiefen in dieser mit wohlthuender Wärme geschriebenen Geschichte der menschlichen Erziehung, die Hand in Hand geht mit dem Vorwärtsstreben der Menschheit. Wir dürfen sagen, daß das Werk, trotzdem es seine ursprüngliche Anlage behalten hat und den verewigten Schmidt wiederspiegelt, wie er leibte und lebte, doch unter der Hand Lange's — der, wie mit Recht hervorgehoben wurde, berufen war, das. Erbe der beiden größten — wenn auch fast grundverschiedenen— Pädagogen der neuesten Zeit /i i

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