Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 15 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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64 64 — Lage. Unterzeichneter macht den Vorschlag, eine Petition an Königliche Regierung zu richten. Dieser Antrag wird von Gutkind und Levi dahin verbessert, daß es zweckmäßig sei, wenn dieser Schritt von Seiten der Kreisvorsteher geschähe. — Gutkind übernimmt es auf Wunsch der Versammlung in Gemeinschaft mit dem Kreisvorsteher zu Gelnhausen eine Petition zu entwerfen und bei den Kreisvorstehern circuliren zu lassen. — Eine ähnliche Petition übernimmt Cornelius an Wohllöbl. Vorsteheramt zu richten. College Levisohn berichtet, daß die Lehrer des Kreises Hanau bereits bei Königl. Regierung dieserhalb vorstellig geworden seien. — Hiermit waren die Hauptpunkte der Tagesordnung erledigt und nachdem man ein gemeinschaftliches Mahl genommen, wurde die Thätigkeit wieder aufgegriffen und einem anderen Zweige unserer Standesinteressen zugewandt. Cornelius fordert auf: dem „deutsch-jüdischen Lehrerverein" beizutreten, dessen Präses Herr Klingenstein in Ober-Ingelheim ist. Redner beleuchtet die Tendenzen besagten Vereins und stellt denselben als ein Organ dar, das die Interessen und Angelegenheiten aller jüdischen Lehrer Deutschlands vertrete und dem man deshalb nicht fern bleiben. dürfe. — Die anwesenden Nichtmitglieder erklären in corpore ihren Beitritt, jedoch unter dem Vorbehalt, daß von dem Bezirks-Vorstand Cornelius der Beitritt unter der Verpflichtung des jährlich zu zahlenden Mitgliederbeitrages 10 Sgr. und der Abstandsnahme des als Eintrittsgeld bedingten einen Thalers erwirkt werde, da dieser Betrag zu hoch erscheine und seine Verwendung nicht bekannt gegeben sei.*) (Es dürste zu erwarten sein und wäre ganz erwünscht, wenn diesem von der Bebraer Versammlung gegebenen Beispiele auch alle übrigen Collegen Hessens, insoweit sie dem gedachten Vereine noch fern stehen, folgen werden.) Die Versammlung beschließt ferner eine jährliche Conferenz israelitischer Lehrer Hessens im Monat Juli und zwar die demnächstige wieder in Bebra als den geeignetsten Sammelpunkt, wobei der Wunsch und die Hoffnung allör Anwesenden ausgesprochen ist, daß dann aber eine zahlreichere Theilnahme bewiesen werden möchte. — Nachdem schließlich von dem Präsidenten noch zu speciellem Einwirken auf einzelne Abgeordnete und zwar durch Denkschriften, wo solches thunlich, gemahnt worden war, — sprach derselbe ganz im Sinne der Anwesenden sein Bedauern darüber aus, daß die Theilnahme nicht zahlreicher gewesen. Insbesondere tadelt derselbe diejenigen Collegen, welche aus nicht gut begründender Veranlassung, höchstwahrscheinlich wohl aus Mangel an Collegialität oder sonstigen nicht nachahmenswürdigen Rücksichten, fern geblieben, dagegen aber ebenso freudig dem Ziele entgegenharrten und an der Verwirklichung unserer Hoffnungen gern partizipirten. (Meines Dafürhaltens trifft diejenigen diesseitigen Collegen ein noch schärferer Tadel, die nicht einmal so viel erübrigen konnten, ihre Vollmacht zur Unterschrift der Petitionen an Herrn Dr. Stein abzugeben.) Mit einer gemessenen Dankansprache an den Vorsitzenden für die Leitung der Conferenz von Seiten des Collegen Cornelius und einem Hoch aüf den Ersteren ging die Versammlung fröhlich auseinander und konnte man auf dem Antlitze jedes Einzelnen die Bestiedigung lesen, welche alle collegialischen Versammlnngen Hervorrufen. Es sollte daher auch kein Lehrer fern bleiben, wo es gilt, Standesinteressen zu berathen, denn nur da gibt es freudige und genußreiche Stunden für den Lehrer, wo die Collegialität die Herzen erschließt und erhebt. Mit collegialischem Gruß Volkmarsen, Prov. Hessen, im November 1873. I. Wertheim. Mterari^es. Bäpitz, Dr. C., Physik für Voksschulen. Nach methodischen Grundsätzen bearbeitet. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. 6 Sgr. Berlin, Stubenrauch. 77 Abbild. In der Methode stimmt das Schriftchen ganz überein mit der bekannten vortrefflichen Schule der Chemie vonStöckhardt — gewiß der einzig richtigen des elementaren Unterrichts in Physik und Chemie. Der Erklärung, die Entwickelung des Gesetzes geht der Versuch, die Beobachtung voraus. Man kann über das Mehr oder Minder des Stoffes für die elementare Volksschule eine von den: Verfasser abweichende Ansicht haben (wir würden z. B. etwas mehr fordern); man kann auch vielleicht hier und da eine andere Anordnung wünschen, z. B. die Lehre vom Licht der vom Schalle unmittelbar folgen lassen, der Wellenbewegung wegen, die beide mit einander gemein haben; aber die Auswahl des geeigneten *) Hier scheint ein Jrrthum obzuwalten. Der Eintrittsbeitrag Stoffes selber, die Klarheit und Deutlichkeit, mit der die Verist nur 10 Sgr. Wir machen jedoch den obigen Antrag zu dem j |U(^e unfo Erklärungen vorgetragen werden, lassen nichts oder unsrigen, da dke Beiträge vorläufig nur die Verwaltungskosten i etwas zu wünschen übrig. — Wir können das Werkdecken sollten und werden in der nächsten Delegirtenversammlung (man vergleiche unseren Leitartikel) vorlegen und sogar vielleicht noch erweitern. Redaction. chen den Lehrern für die Hand der Schüler mit bestem Gewissen empfehlen. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur I. Klingenstein in Ingelheim. —Verlag von Johann Friedrich Hartknoch inLeipzig. ö Druck von Heinrich Fischer & Co. tu Leipzig. vkiiJ’V EISE