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Der israelitische Lehrer · 1873-01-01 · 14 (1873) · p. Seite 58

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1873-1874
Issue
14 (1873)
Date
1873-01-01
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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58 Joseph in Lampertheim, Rothschild in Ziegenhain, Goldberg in Braunschweig, Frank in Hechingen, Lichtenstein in Hechingen, Stein in Wallerstein (Nachzahlung fl. 1. 45.), Vandewart in Neustadt, Blümlein in Hammelburg, Morgenstern in Würzburg, Klingenstein in Ober-Ingelheim. Frankfurt a. M., 2. November 1873. JScopofd Dann, d. Z. Rechner. Deut^-jüdi?«Aer Leürerverein. Einnahme pro October. Von den Herren Lehrern Levi in Angeröd 10 Sgr., H. Jsaac in Alsfeld 10 Sgr., Brandes in Peckelsheim 10 Sgr., I. Eckmann in Nienburg 10 Sgr., I. Rothschild in Ziegenhain 10 Sgr., Blanbaum in Neukirchen 10 Sgr., Lion in Frielendorf 10 Sgr., in Summa 2 Thlr. 10 Sgr. Rheda, den 1. November 1873. Der Rechner A. 8teinweg. Die jüdifche Sdmfe am Sdicideroege. Wenn wir das Kampfgebiet der Schule überblicken, so müssen wir uns gestehen, daß sich dasselbe insbesondere seit dem Jahre 1870 total verändert hat. Der nicht mehr zu leugnende, in vielen Orten zu einer Calamität gewordene Lehrermangel nöthigt die Regierungen und Gemeinden, den Ansprüchen auf einen mindestens einigermaßen genügenden Gehalt gerecht zu werden. Die in dieser Richtung eingeschlagene Bewegung wird so lange andauern, bis dem Lehrer geworden, was ihm gebührt und die Möglichkeit in Aussicht steht, für die vorhandenen Lücken neue Kräfte zu gewinnen. — Auch im inneren Leben der Schule hat sich Vieles geändert. Der Kampf mit den Ultramontanen hat die leitenden Männer genöthigt, der kirchlichen Reaction überhaupt die Zügel zu entreißen und, wohl oder übel, die Schule von dem Alp zu befreien, der sie in den Staub drückte und jeden freien Aufschwung lähmte. Ist auch an vielen Orten noch nicht einmal der Anfang gemacht, so steht doch das Princip, die Schule, und zwar ebensowohl die Voksschule als die f)öl;erctti Lehranstalten, konfessionslos werden zu lassen, fest — und es ist keinem Zweifel unterworfen, daß dies Princip in wenigen Jahren, wenn nicht eine neue, für jetzt unwahrscheinliche Reaction eintritt, zur allgemeinen Geltung gelangen wird. Wir finden dies am ehesten, wenn wir des edelsten und größten Kämpfers auf diesem Gebiete, unseres Diesterweg, gedenken und seine Schriften aus den Jahren 1850 bis 1866 lesen. Es sind da in seinen „Jahrbüchern" und rheinischen Blättern" eine Reihe Streitfragen behandelt, die , heute im Großen und Ganzen nicht mehr existiren. Der jetzt in neuer Auflage erscheinende „Wegweiser für Lehrer" spricht! dies ebenfalls aus und ist dessen Zeuge. Wenn der große! Meister der neuen Schule es erlebt hätte! Wie aber stehts mit den jüdischen Lehrern? Wir müssen hier auf Einiges hindeuten, was hierher gehört, obwohl es nicht auf die Elementarlehrer, sondern aus die höheren Anstalten Bezug hat, weil es auch zu den „Zeichen der Zeit" gehört und den Beweis liefert, wie man trotz alledem und alledem in Bezug auch auf die Juden dennoch in leitenden Kreisen vielfach noch nicht ganz zu dem einzig richtigen Entschlüsse kommen kann. Wir müssen jedoch constatiren, ^daß man in Süddeutschland — in Baden, der bayrischen Pfalz und hoffentlich bald in Hessen*) in dieser Beziehung gegen den Norden weit voraus zu sein scheint. Es sind da sehr viele Communalschulen mit jüdischen Lehrern, zusammen mindestens 20. In der Pfalz sind an verschiedenen höheren Lehranstalten jüdische Lehrer angestellt.**) Nun schreibt aber die „K. Z": „Die Debatte der Schulconferenz über den Religionsunterricht ergab eine kaum erwartete Uebereinstimmung der Ansichten. Für den obligatorischen Religionsunterricht erklärten sich Alle; über zwei Stunden in allen Classen wollten nur ganz vereinzelte Stinnnen hinausgehen. Die schriftliche Prüfung in der Religionslehre wünscht man aus dem Abiturien- I tenexamen , beseitigt; die mündliche, welche auf der Conserenz | zu Dresden nicht als nothwendig erachtet ist, ward gegen I mehrere Stimmen festgehalten, aber ihre ungebührliche Ausj dehnung und die specielle Vorbereitung der Abiturienten dafür | (wie gleichermaßen für Geschichre und Mathemathik) als ein Uebelstand bezeichnet. Die wissenschaftliche Prüfung der Reli- I gionslehrer ward ohne jeden Widerspruch für erforderlich er- . achtet, der Anspruch der katholischen auf den Rang eines ' Oberlehrers einstimmig verworfen, und überhaupt eine exceptionelle Stellung im Lehrercollegium durchaus abgelehnt. Die Verpflichtung seitens der Schule, besonderen Religionsunterricht schon für eine Minorität von 15 Schülern (in früheren Vorlagen hatte man 36 oder 25 vorgeschlagen) einzurichten, erschien fast Allen als zu weit gehend. Den confessionellen Charakter der Anstalten will man nur da festhalten, wo er stiftungsmäßig ist. In der Zusammensetzung der Lehrercollegien aus Katholiken und Protestanten fand man keinerlei principielle Bedenken, und wies auf das gute Einvernehmen amFriedrich- Wilhelm-Gymnasium zu Cöln hin. Ja, man meinte mehrfach, *) Die jüdische Elementarschule zu Sprendlingen in Rheinhessen, die einzige, die die gehörige Schülerzahl hat, wurde soeben ganz! ohne Widerrede auf den Etat der Civilgemeinde übernommen 1 **) Vergl. auch unsere Mittheilung über Dr. Ernst Lehmann in i-ber „Jüd. Volksztg."

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