Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 13 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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54 nach § 10 unserer Statuten bis längstens den 1. November an den Schriftführer unserer Verwaltung, Herrn Julius Philipp Bonn in Frankfurt a. M-, einzusenden. Später einlaufende Gesuche können, außerordentliche Fälle ausgenommen, unmöglich mehr berücksichtigt werden. Frankfurt a. M., 5. Oktober 1873. Die Verwaltung. 3)eut(ch~jüdi Jeher Lehrers erein. Wir ersuchen unsere sämmtlichen Mitglieder um umgehende Einsendung ihres Jahresbeitrags pro 1873 mit 35 kr. 10 Sgr. an die betreffenden Bezirksrechner. Briefliche Einsendung kann in Freimarken geschehen. Die Beitragspflicht für neu eintretende Mitglieder beträgt bis zum 1. Januar 1874 ein Thaler. Die Bezirksrechner, sowie diejenigen unserer Mitglieder, welche noch keinem Bezirksvereine angehören oder in deren Umgebung sich ein solcher zur Zeit noch nicht gebildet hat, wollen diese Beiträge höchstens bis zum 1. December an den Hauptrechner Hrn.Lehrer Steinweg in Rheda in Westfalen absenden. Wir bitten die verehrlichen Vorsitzenden der Bezirksvereine, für die Ausführung dieser Aufforderung Sorge tragen zu wollen. Ober-Ingelheim, den 10. October 1873. I. Klingenstein, z. Z. Präsident des deutsch-jüdischen Lehrervereins. Erinnerungen und Mahnungen. Wir Haben in unserer „Jüdischen Volkszeitung" einen Artikel unter der obigen Aufschrift allen Gliedern der jüdischen GesammtHeit gewidmet. Unsere geschätzten Collegen, die jüdischen Lehrer Deutschlands, für die diese Zeitschrift nunmehr seit mehr als zwölf Jahre zu wirken bestrebt ist, wollen uns erlauben, auch auf dieser Stelle Erinnerungen wachzurufen und Mahnungen daran zu knüpfen, die nur ihnen gelten. Die Zeit der Herbstfeste, mit dem „Jom hasikoron", dem „Tag der Erinnerung" beginnend, ist ja ganz besonders geeignet und bestimmt, die Blicke unseres Geistes zugleich in die Vergangenheit und in die Zukunft zu lenken. Und dieser Roschhaschana, die Teschubahwoche dieses Jahres gibt uns hierzu eine besondere Veranlassung, gleichsam ein Recht. Es war in der Woche zwischen dem Neujahr- und Versöhnungstage des Jahres 1863 (p2> inn), wo wir in Nr. 38 des „Israelitischen Lehrer" in dem Artikel „Zur Selbsthülfe" die erste Anregung zur Gründung der Achawa gaben und deren Grundzüge feststellten. Also zehn Jahre! Seitdem ist dieser Verein groß geworden und seine Be-.- deutung für die jüdischen Lehrer Deutschlands wird wohl all-! seitig anerkannt werden müssen. j Unser Vereinsvermögen beziffert sich heute auf fünf-! undzwanzigtausend Gulden. Im Laufe der Jahre sind! bereits an Unterstützungen und Pensionen mehr als neuntausend Gulden verabreicht worden. Wir können diese Resultate mit wahrhafter Befriedigung anerkennen. Wenn auch nur der geringste Theil dieser Summe aus der Thätigkeit der Lehrer und Mitglieder herrührt; wenn auch sehr viel, vielleicht den größten Theil dabei die nicht dem Lehrerstande angehörigen Männer aus Frankfurt, welche in der Verwaltung sind, gethan haben, deren Namen tm Herzen der jüdischen Lehrer fortleben wird, so war doch der Verein in seinem Entstehen, in seinen ersten schwierigen und mühevollen Anfängen ein Werk der Selbsthülfe; und es wird und soll dies unter allen Umständen bleiben; schon in! dem Sinne, daß der Lehrerstand durch Streben und Charakter, durch Gemeinsinn und Energie sich würdig zeigt, daß Männer aus anderen Ständen sich mit Liebe und Hingebung zu Trägern der für seine Hebung berechneten Institution machen. Dazu, zu solchem Streben des Lehrerstandes, zu solcher Erkenntniß seiner Aufgabe ist jedoch erst ein verhältnißmäßig winzig kleiner Theil der jüdischen Lehrer gelangt. Der jüngste Rechenschaftsbericht der Achawa weist nur 192 Mitglieder nach. So viele ungefähr sind es schon seit Jahren. Trotz des enorm steigenden Fonds, trotz der in diesem Jahre vielfach erleichterten Aufnahmebedingungen sind es nur sehr wenige, welche der ersten Pflicht gegen sich, ihre Angehörigen und ihren Stand genügen und diesem zu ihrer Rettung zu ihrer Selbsthülfe gegründeten Vereine beitreten. Erhöhen sie dadurch die Achtung für den Stand? Thun sie, was ihre heiligste Pflicht ist? Wenn der Einzelne in Roth und Elend geräth, können ste wehklagen. Ueber das Misere, das auf dem ganzen Stand noch ruht, können sie jammern. Sie beklagen sich, daß Alles fortschreitet, alle Berufsclaffen bis zum ärmsten Arbeiter ihre Lage verbessern, daß für den gesammten nichtjüdischen Lehrerstand mächtige Stimmen sich regen, eine ganz außerordentliche Thätigkeit sich entfaltet, die einen totalen Umschwung in seinen Verhältnissen theils vorbereiten, theils bereits vollzogen haben; nur für den jüdischen Lehrer geschieht nichts. Kein Fortschreiten ist bemerkbar. Alles schweigt...» 5 ' A EpHUTfi-a*