Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 10 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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42 .V in Neustadt, Grünebaum in Goldbach ujtb Geßner in Volkesleier nach Abzug von 2 Sgr. Porto 1 Thlr. 28 Sgr. Rheda, den 1. Juli 1873. Der Rechner H. Stcinrocg. An die vereürkicüen Mitglieder des deutfehjüdischen Leürervereins in Anden! Im Interesse unseres Vereins ist es geboten, zuweilen zu freien Besprechungen zusammenzutreten. Ich erlaube mir daher die verehrlichen Collegen aus Baden auf Sonntag, den 10. August nach Heidelberg einzuladen. Wenn mir auch nicht zusteht, eine ordentliche badische Lehrcrversammlung zu berufen, so hoffe ich doch, es werde sich eine Anzahl von Freunden und Collegen zusammenfinden, welche die nöthigen Informationen geben können, die im Zwecke einer kräftigen Entwickelung unserer Vereinsthätigkeit liegen. Ich gestatte mir daher die freundliche Bitte um recht zahlreichen Besuch. Anfang 11 Uhr Morgens, in dem Locale, in welchem die Versammlung vom 22. Mai stattgefunden hat. An die israel. Leürer in J)e|fen! Zu einer Besprechung über die Angelegenheiten des deutsch-jüdischen Lehrervereins und die durch die neuen Schulgesetze sich umgestaltenden Verhältnisse des hessischen Religonslehrerwesens werden die sämmtlichen Lehrer Hessens hierdurch auf Montag, den 11. August, Vormittags 10 Uhr, in der Wohnung des Herrn Lehrer und Cantor Oppenheimer (Restauration Dietsch, Grafenstraße) hierdurch eingeladen. Ober-Ingelheim, 3. Juli 1873. Korrespondenz. Merk, den 23. Juni 1873. Wie alljährlich, so wanderte auch dieses Mal in den frühlingsfrischen Tagen der unter günstigen Auspicien des Himmels begonnenen Pfingstwoche eine Schaar israelitischer Lehrer aus Westfalen und Rheinland zur Conferenz, die in dem freundlichen Städtchen Rheda am 4. und 5. Juni tagte. — Mag es nun einerseits in der Wahl der etwas abseits gelegenen Oertlichkeit mitbegründet gewesen sein, sei es andererseits Scheu vor nicht unbedeutenden Reisekosten, die Manchen zurückhielt, oder Mangel an Interesse (den Vorwurf: Mangel an Verständniß mag und will ich zur Ehre des Lehrerstandes nicht erhaben): genug, es | war dem Referenten stets eine auffällige Erscheinung, daß die I Versammlung fast durchgehends von den Lehrern Westfalens | beschickt wurde, so günstig mitunter für die rheinischen Herren! Collegen die Gelegenheit auch war. Wenn je, liebe Amtsgenossen, des Dichters Mahnruf: „Immer strebe zum Ganzen!" in des Wortes umfassendster Bedeutung ernste Beachtung und j Würdigung verdient, so gilt dies vornehmlich in einer Zeit,! wo der Materialismus manch wackere Kraft im idealen Stre-! ben lähmt und in ein pecuniär lohnenderes. Gebiet hinüberj zieht. — Ja, es grassirt gegenwärtig unter den Lehrern eine chronische Krankheit, die einen acuten Charakter anzunehmen den Anschein gewinnt: den Lehrerberuf als bequeme Uebergangsstufe zu betrachten und je eher, je lieber dem Stande Valet zu sagen. Daher der täglich sich mehrende und immer j fühlbarer werdende Mangel an brauchbaren und tüchtigen Kräften, dem nicht eher dauernd abgeholfen wird, als bis z die Gemeinden ein vernünftiges Einsehen haben und zu der I Entschließung gelangen, ihre Lehrer dadurch zu fesseln, daß sie 1 (die Gemeinden) vermittelst auskömmlicher Besoldung mit j obligater, fester Anstellung ihnen eine gesicherte Existenz bieten, auf Grund deren der Lehrer ein rvnxir habe und ein Heim sein nennen dürfe. Mögen die Gemeinden aus irgend was für Motiven sich noch so sehr dagegen sträuben, es wird j die Frage an sie herantreten und eine beide Theile besrie-! digende Lösung muß auf die eine oder andere Weise gesucht werden. Damit zu warten, bis etwa von Oben herab der Deus ex machina erscheine, der Illusion dürfen sich weder die Gemeinden, noch insonders die Lehrer hingeben. — Kann oder darf man es da, wie die Verhältnisse augenblicklich liegen, — um das Kind einmal beim rechten Namen zu nennen — einem jungen, strebsamen Mann -verargen, wenn er sich einem Berufe nicht widmet, der so geringe Chancen für die Zukunft bietet und wo er seine Kenntnisse und Fähigkeiten anderweitig viel besser verwerthen kann? Man ziehe eine Parallele zwischen dem Einkommen eines eben der Lehre entsprungenen Commis — um unter hundert Beispielen nur eines anzuführen — und demjenigen, nicht etwa eines jüngeren, nein, eines im Amte ergrauten Schulmannes; zu wessen Gunsten wird der Vergleich ausfallen? Man vergleiche ferner Beider Bildungsgang, die an sie gestellten Anforderungen und schließlich ihr späteres Fortkommen! Da verlangt z. B. eine Gemeinde 1) einen Lehrer (ob Religionslehrer oder Elementarlehrer thut hier nichts zur Sache), 2) einen Cantor, 3) einen Prediger, vielleicht auch 4) einen Schochet — also eine Tripel- oder Quadrupel-Allianz in einer Person und gewährt als Gegenleistung 2—300, auch 400, wenns hoch geht auch 500 Thlr. nebst allerlei schönen Versprechungen oder Hinweisen auf lohnende Nebenverdienste; ob diese existiren oder nicht und für welche die Gemeinde keine Garantie überne . H