Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 4 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Freiwilliger Jahresbeitrag. Von Herrn S. Ehemann in Bamberg durch Herrn Leonard Müller fl. 10. —. Frankfurt a. M-, 1. Januar 1873. Leopokä Dann, Rechner. <Dcutfcfi~jüdifdicr JEcfirerocrcin. Einnahme pro December. Von Herrn Lehrer Goldschmidt in Frankenberg, früher in Steinbach bei Gießen, von den Collegen aus Oberhessen abzüglich seiner Auslagen 6 Thlr. 13 Sgr. von folgenden Mitgliedern: Vogel in Londorf, Isaak in Alsfeld, Levy in Angenrod, Heidingsfelder in Nidda, Bamberger in Nidda, Levi in Bobenhausen, Maier in Gießen, Plaut in Gießen, Blumenthal in Hungen, Lea in Wohnbach. Der Rechner. —-- K. Stcinweg. ©eutfch-jüdifdWr LeKrerverein. Wir ersuchen hiermit dringendst alle Mitglieder unseres Vereins unverzüglich ihre Beiträge an den Rechner, Herrn M- Steinweg in Rheda einzusenden und uns Bericht geben zu wollen über den Erfolg unserer Ansprache an die Gemeinden. Mit der nächsten Nummer des Israelitischen Lehrer wünschen wir einen Jahresbericht zu geben, der zugleich die J Maßregeln andeutet, welche wir zur Ausführung unserer Zwecke demnächst zu ergreifen haben werden. Wir wollen hier vorläufig nur andeuten, daß wir beabsichtigen, einen Muster-Vertrag zur Benützung bei Uebernahme von Lehrerstellen zu entwerfen und ferner dahin wirken wollen, daß von irgend welcher Seite her Fortbildungskurse eingerichtet werden, in welchen junge strebsame bereits im Amte thätige Lehrer zu unterrichten sind — in dem, was ihnen zur tüchtigen Erfüllung ihres Berufes etwa noch fehlt, in der Art, wie die naturwissenschaftlichen und landwirthschaftlichen rc. Curse für Volksschullehrer, die jetzt fast überall eingeführt sind. Indem wir unsere Collegen bitten, nicht lässig zu werden im begonnenen Werke, senden wir ihnen zugleich unfern amtsbrüderlichen Gruß! Ingelheim, d. 6. Januar 1873. Der Präsident des deutsch-jüdischen Lehrervereins I. Klingenstein. Aakomon 8teinlmrd. Ein Lehrerleben. Wir haben wohl früher schon alsbald nach seinem Tode im „Israelit. Lehrer" des seinen Freunden und Verehrern durch den Tod entrissenen Steinhard ehrenvoll gedacht. Wir können jedoch nicht umhin, in diesen Blättern nochmals ein Lebensbild dieses Edlen zum Abdruck zu bringen, das wir im „Schularchiv für Thüringen und Franken" gefunden. Ein solches Lebensbild ist wohl der Verbreitung auch in weiteren Kreisen werth. Ein Lehrer leben! Wer permag es, die Lebenskämpfe zu schildern, die ein solches Leben begleiten — von der Wiege bis zum Grabe? Wie viele unserer Zeitgenossen sind im Stande, sich auch nur ein Bild zu machen von dem begeisternden Streben so vieler Schulmänner, die jüngst heimgegangen, die die Zeitgenossen Steinhard's waren; die den Weg durch die Jeschiba nahmen, sich zumeist mit einer für uns unbegreiflichen Hingebung ihr deutsches Wissen autodidaktisch erwarben, und mit einer Begeisterung für Aufklärung und Fortschritt in der Schule, in der Synagoge und Gemeinde und für den Fortschritt des Judenthums in Lehre und Leben in weiteren Kreisen wirkten, die, leider, ach, den meisten Lehrern unserer Zeit, insbesondere den Jüngeren, abhanden gekommen zu sein scheint. Wo finden wir noch Männer wie Hecht — der leider noch keinen Biographen gefunden — Mainhard, Elsässer, Sulzbacher, Steinhard u. A. m.! — Mögen unsere Zeitgenossen sich darum an solchen Lebensbildern erheben; mögen unsere Gemeinden und die Träger des Fortschritts in der Gegenwart wissen, was sie an solchen Lehrern hatten und danach trachten, ihnen ähnliche und würdige Nachfolger heranzuziehen. Steinhard war Seminarlehrer; er war aber weder Theologe, noch hatte er die Universität besucht. Auch eine Lehre, die wir zur sachgemäßen Beherzigung gehörigen Orts empfehlen möchten. Der Artikel aber lautet nach dem obengenannten Blatte, wie folgt: Der am 10. März vor. Jahres erfolgte Hintritt des auch in der literarischen Welt bekannten und von den Gebildeten seines engeren Vatelandes hochgeschätzten israelitischen Religions-, Seminarlehrers und Predigers Hierselbst, Salomon Steinhardt, dessen langes und segensreiches Wirken eine wichtige Zeit der Culturgeschichte des Herzogthums S. Meiningen umfaßt, erregte in jenen Kreisen gerechten Schmerz. Alle, die die lange Thätigkeit des Heimgegangenen näher zu beobachten Gelegenheit hatten, werden mit uns übereinstimmen, daß wir sie genau charakterisiren, wenn wir sagen: was der selige vr. Gabriel Rießer einst den verschiedenen Ländern Deutschlands war, das war St. seinem engeren Vaterlande, ja den Meininger Juden „war er mehr!" Wer lieh seit den 30er Jahren dem Kampfe um die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten eine so markige und edle Feder, wer wirkte in Schule, Synagoge und Presse so eindringlich dahin, daß der Name „Israelit" zu Ehren komme bei den nichtisraelitischen Bürgern, wie er. Lange, bevor eine