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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 133

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 133 (sequence 147)
Language
German
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IRI
…/7938572-9582826--148-9575492
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»Drei Maler*. 133 sich, in kosenderSelbstvergessenheit einander umschlingend, zwei Amorettenpaare und zwei Bäumchen von gertenhafter Schlankheit nähern sich sachte einander. Alles gedankliche Andeutungen una Beziehungen, doch wer empfindet vor ihnen den fröstelnden Anhauch allegorischer Spitzfindigkeiten? Lerners Landschaften: Weite Ebenen mit tief herabreichendem Himmel und schweren, trächtigen Wolken, weidende Herden, zusammengescharrt in demütigender Einfalt; ein mühsam emporklimmender Weg in kahler Oede, auf der sich hoffnungsgrün ein schmales Kruzifix in pflanzenhafter Dehnung gen Himmel emporsehnt; ein einsam ragender Baum und dahinter der wuchtig lastende Rhythmus breiter Hügelzüge; Bäume, die sich im herabprasselnden Lichte verzehren und Bäume, die sich beugen unter dem Anstürme von fernher dringender unerklärlicher Gewalten. Die Freude an allem räumlich Ausgedehnten führte den jungen Maler Jacob Eisenscher der Landschaftsmalerei zu. In seinen allerersten Anfängen als Aquarellist und auch späterhin, als er sich dem Oelbilde zuwandte, gibt er in seinen Landschaften Ausschnitte des konkreten Raumes und eine ausgesprochene Tendenz zur Wirklichkeitstreue wird deutlich. Aufsteigend von dem gesunden Mutterboden einer sachlichen Auffassung aller Gegebenheiten gewinnen sie zusehends an gedrungener Kraft und wohliger Behäbigkeit. Mit einer wohltuenden Sachlichkeit und ernsten Gegenständlichkeit baut er run seine gewöhnlich in einem grösseren Komplexe ruhenden Häuser auf. Von deutlich und nüchtern geführten Konturen umschlossen, führen sie auf den weiten Plänen seiner Bilder ein von kurzen, scharf abgeschnittenen Schlagschatten umsäumtes sicheres Dasein. Da gelingt ihm — für einen Anfänger in der Kunst des Oelbildes ein sehr beachtenswerter Erfolg — ein starker und grosser Wurf. Das Streben nach konzentrierter Zusammenfassung eines Landschaftsganzen wird in ihm wach und er malt einen „Ausblick von dem Schiller-, parke“. (Das Bild hing in der heujährigen Ausstellung des Kunstvereines und wurde zu Unrecht ganz übersehen.) Die Bildpläne rücken an einander, bedeutende Richtungsgegensätze breitlagernder Häuser und ragender Pappeln geben dem Bilde ein starkes Rückgrat und eine Erhöhung ins Grosse, das von dem feineu silbergrauen Gesamttone den Adel distanzierter, unaufdringlich schlichter Würde empfängt. Einmal in den Bereich weiter Raumbeziehungen gelangt, überfliegt er den engen Umkreis des individuell-konkreten Raumes und sucht einen Zugang zum unabgeschlossenen idealen Raume. Er gewinnt ihn durch die Wahl eines erhöhten Augenpunktes der Obersicht, aus der er jüngstens seine Marktbilder malt, Szenen in „fortlaufender“ Darstellung (in der Art spätantiker

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