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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 129

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 129 (sequence 143)
Language
German
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IRI
…/7938572-9582826--144-9575488
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„Drei Maler". 129 Frühzeit entfernt! Waltet zuweilen (Bildnis einer alten Frau) in der Linienführung und Farbenanordnung wieder schmükkendes Dekor vor, so geschieht es mit dem Reize märchenumsponnener Lieblichkeit kurzer Mussestunden. Doch das sind Nebenwege, die er jetzt nur zuweilen betritt, sein Hauptweg führt ihn zu einer grosszügigen Gestaltung ausdrucksvoller Stoffe von idealer Zuständlichkeit. Lebhaften Geschehnissen nicht zugewandt, wahrt die Richtung seiner Kunst auch in ihren ausdrucksstärksten Momenten eine aus klarem Ordnungsbedürfnisse hervorgehende helle Ueberschaubarkeit. Nie überschlägt sich seine Bewegheit in exzessiven Lir.itntumulten und eine deutliche Rationalisierung des Bildaufbaues verrät das Walten eines mitten in seiner lyrischen Getragenheit das Bildganze reiflich erwägenden Künstlers. Die Plötzlichkeit der unerwartet eindringenden Botschaft hält er von seiner „Verkündigung“ fern. Vor einer Fensterwand spielt sich die Begebenheit ab mit dem ganzen Reize einer schlichten, mittelalterlichen Mysterienbühne ohne irgendein szenisches Zubehör. Mit grosser Beherrschung und ausserordentlichem Feingefühl für die Herstellu iqr der Ausgeglichenheit seiner sicher und klar gebauten Bildform sind die im lebhaften Ausdruckverlangen dieses verheissungsvollen Augenblicks über Hles reale Ausmass akzentuierten Hände der beiden Personen und der lang gedehnte Hals des Verkündigungsengels dem ruhigen Bildgefüge eingeordnet. Den in der Fläche bleibenden, leicht gewellten Boden (er erbebt nicht!) des Hintergrundes (hinter den Fenstern) überwölben Halbkreise einer übernatürlichen Lichterscheinung, die mit ihrem von fern her kommenden magischen Jubel das wunderbare Begebnis nach oben beschliessen. Allmählich reift Kolniks Schaffen einer Monument'lirierung entgegen. Grosstigurige, leiderfüllte Madonnen mit dem strengen Ernste eines feierlichen Aufbaues erfüllen seine Phantasie und liegen in Entwürfen und halb ausgeführten Versuchen vor. ln zwei ausgeführten Bildnissen gewahrt man als Ergebnis dieser Wandlung und Erfüllung einen neu gewonnenen Charakter seiner Farbe. Das eine dieser Bildnisse stellt ein Mädchen, das andere eine Frau dar. Hell strahlt das Liehe von dem dargestellten Mädchen, der farbig leicht getönte kalkige Grund verrät das gleiche Bestreben, das Bedeutsame des Bildgegenstandes nicht durch fremdes der Umgebung erborgtes Licht zu mindern. Das Mädchen steht nicht im Lichte des umgebenden Raumes, alles Licht geht vielmehr von ihr und der Wand hinter ihr aus. Die Farbe erhält (an die monumentale Art des Frescos gemahnend) eine spröde Dichtigkeit, ihr Auftrag hält die Mitte zwischen fester Vertriebenheit Ui.d breitem Pinselzuge und wahrt dem Bilde eine sehr gehalt- \< lle abstrakte Materialität. Die Gefahr vor einem Versinken in Zerflossenheit und verblasene Weichlichkeit, die Malern 9

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