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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 126

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 126 (sequence 138)
Language
German
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IRI
…/7938572-9582826--139-9575483
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1-26 Die industriellen Möglichkeiten Palästinas. Jahre Palästina besucht haben, ebenso wie für die in Palästina lebenden kaufmännischen Berater gilt es z. B. als unumstössliches Axiom, dass keine Grossindustrie, ob sie nun für den inneren Verbrauch arbeite, oder ihr Ziel in der Ausfuhr manufakturierter Güter sähe, derzeit eine Existenzberechtigung habe. Indem ich alle in Betracht kommenden Faktoren: hohe Landesvaluta, fachlich gar nicht oder ungenügend ausgebildete, dabei teuere Arbeitskraft, absolute Abhängigkeit vom Auslande in Bezug auf Maschinen, Instrumente, die allermeisten Rohmaterialien, die Antriebskraft (Kohle, Petroleum), die schlechten und kostspieligen Verkehrsverhältnisse, die unglaublichen Zustände in den primitiven Häfen, den Kreditmangel usw. in Betracht ziehe, muss ich logischerweise das Axiom unbedingt akzeptieren. Aber gerade letzthin erfuhr ich, dass eines der wenigen Grossunternehmen Palästinas, in dessen industriellen und kaufmännischen Betrieb ich erst vor wenigen Monaten Einsicht zu nehmen Gelegenheit hatte, und von dem ich überzeugt war, dass es auf die Dauer unhaltbar sei, einen unerwarteten Aufschwung genommen hat, sich sehr remunerativ gestaltet und dass es einer glänzenden Zukunft entgegensieht, wenn es der Leitung nur gelingt, neue Mittel in Bälde heranzuziehen. Dieses grössere Beispiel, an dessen Seite ich eine ganze Anzahl kleinerer stellen könnte, ist für mich eine neue Warnung, über industrielle oder kommerzielle- Möglichkeiten in Palästina Glaubenssätze aufzustellen. Jedermann, der sich auf diesem Gebiete persönlich in Palästina betätigen möchte, kann ich nur raten, die jeweiligen statistischen Daten zu studieren. Die zionistische Kommission in Palästina gibt auf Anfragen bereitwilligst Auskunft, ferner erscheint über das Wissenswerteste eine vom Handelsdepartement der palästinensischen Regierung herausgegebene monatliche Zeitschrift ip englischer Sprache und endlich ist die „Rumänisch-Palästinensische Handelsgesellschaft“ in Bukarest (Societatea Romano- Palestineana, strada Smärdan) durch ihre Filiale in Jaffa bereit, gegen Erstattung der Kosten Handels- und Industrieauskünfte zu geben und die Regierungszeitschrift zu abonnieren. Lassen die allerneuesten Auskünfte und Daten die Aussicht auf ein gewisses Unternehmen zu, so ist eine weitere Voraussetzung des Erfolges: genügendes Kapital für Investitionen und den Betrieb für ein Jahr (unter keinen Umständen ist derzeit in Palästina auf nennenswerte Kredite zu rechnen) und schliesslich: ein eiserner Wille, durchzudringen mit, ohne oder gegen allerlei Offizialität und Alteingesessenes. Wem dieser Wille, gestählt vom Gedanken, dass der Erfolg oder Misserfolg keine Privatsache ist, sondern dasVolksganze trifft, fehlt, der möge weiter im Goluth bleioen und sich bestreben, sich der Volkserneuerung in anderer Weise nützlich zu machen, indem er z. B. Anderen, die diesen Willen besitzen .auf dem Kredit-

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