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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 35

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 35 (sequence 41)
Language
German
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IRI
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35 Quellen zur Geschichte der Juden Großrumäniens. Ueberdies dürften viele Juden zur Zeit der bulgarisch-rumänischen Personalunion unter Petru und Asan (1186) vom linken auf das rechte Donauufer gekommen sein. Die damalige Hauptstadt des Reiches war Tärnova. Im Jahre 1489 wird die Moldau unter Stefan cel Mare und im Jahre 1417 Wird die Muntenia unter Mircea cel Bäträn türkischer Vasallenstaat. Juden aus der Türkei kommen in die Fürstentümer, wo sie bereits zahlreiche autochtone jüdische Familien vorfinden. Unter Stefan dem Heiligen (997—1038) kam Siebenbürgen an Ungarn, wohin Juden aus Deutschland eingewandert waren. Der russische Einfluss machte sich schon im 17. Jahrhundert unter der Regierung des Voevoden Vasile Lupu (1634—1653) bemerkbar. Damals scheinen viele Juden aus der Ukraina, von den Horden des Bogdan Chmielnitzki verfolgt, in die Moldau gekommen zu sein. Konkretere Formen nahm der russische Einfluss unter Peter dem Grossen an. Der Herrscher der Muntenia, Constantin Bräncoveanu, und der Herrscher der Moldau, Dimitrie Cantimir, schlossen im Jahre 1711 einen Geheimvertrag mit Russland. Der russische Einfluss nahm in der Folgezeit derart zu, dass die Fürstentümer von den russischen Truppen besetzt wurden. Damals kamen viele russische Juden ins Land. Im Jahre 1812 kam Bessarabien an Russland und teilte die Geschicke dieses Reiches über ein Jahrhundert. Aber auch der polnische Einfluss zeigte sich bald. Schon unter Alexander cel Bun (1400—1432) versucht Polen, die Moldau durch einen Geheimvertrag mit Ungarn zu gewinnen. Im Jahre 1600 hatte der geniale polnische General Zamoiskv die Moldau besetzt und in der Muntenia seinen Vormarsch bis nach Plojesti fortgesetzt. Polnische Juden kamen schon früher als Kaufleute ins Land, wo sie sich auch dauernd niederliessen. Die Lage der Juden in Rumänien war auch durch den jüdischen Herzog Don Josef von Naxos (1566— 1590), die einflussreichste Persönlichkeiten in Konstantinopel, begünstigt. Wilhelm von Oranien, Kaiser Ferdinand von Oesterreich, König Siegismund August von Polen und die rumänischen Voevoden buhlten um die Gunst des jüdischen Herzogs. Um diese Zeit trieben die Juden einen schwung- ' haften Handel und hatten überall ihre Niederlassungen. Sie waren die Vermittler zwischen dem Morgen- und Abendlande. Sie hatten in Don Josef von Naxos einen mächtigen Protektor bei der Pforte, in dem Leibarzt Isak Hispanus am polnischen Hofe. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass die Juden Grossrumäniens sich aus palästinensisch-byzantinisch-russischpolnisch-deutschen und spaniolischen Elementen zusammensetzen. 3*

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